Klimabedingter Wandel in der eiszeitlichen Tierwelt

Mammut, Wollnashorn und Riesenhirsch sind die bekanntesten eiszeitlichen Säugetiere. Im Wechsel der Kalt- und Warmzeiten kamen aber ganz unterschiedliche Tiere, unter anderem mehrere Elefanten- und Nashornarten nach Mitteleuropa. Wie groß die Vielfalt an großen Säugetieren war, kann man an den Faunenresten, die uns aus Flussablagerungen und Höhlen überliefert sind, ablesen.

Sie sind gleichzeitig Zeugnisse eines mehrfachen klimatisch bedingten Faunenwechsels. Um die gravierenden Veränderungen während der letzten 120.000 Jahre darzustellen, werden herausragende Funde verschiedener Fundstellen aus Deutschland vorgestellt. Das Klima der letzten Warmzeit vor rund 120.000 Jahren erlaubte es, dass sich sogar Wasserbüffel und Flusspferde entlang der großen Flüsse, wie Rhein und Seine, bis nach England ausbreiteten. Sie kamen wohl aus dem vom Mittelmeergebiet.

Dagegen kam die Mammutfauna, die sich in der letzten Kaltzeit ausbreitete, aus den kontinentalen Steppen Osteuropas und Asiens.

Wie erfolgte ein derartiger Faunenwechsel? Dem Einwandern der neuen Formen steht das lokale Aussterben der alten gegenüber. Im Laufe des Pleistozäns wechselten sich mehrfach warm- und kaltzeitliche Faunen ab.

Aber am Ende der letzten Kaltzeit, vor etwa 14.000 Jahren, starben viele der auffälligen kaltzeitlichen Säugetiere aus und die warmzeitliche Fauna konnte sich nur teilweise wieder in Mitteleuropa ausbreiten. Über die Ursache wird heftig gestritten. Weil der Mensch  in den letzten Jahrhunderten viele Arten ausgerottet hat, wird immer wieder postuliert, dass die frühen Jäger für das Verschwinden der großen Säuger verantwortlich sind. War aber die Bevölkerungsdichte damals aber überhaupt große genug, um solchen Schaden an der Fauna anzurichten?

Am 15.11.2017, 17.00 – 18.00 Uhr, Hörsaal 323, Universitätsplatz 1 (Universitätshauptgebäude), hält Wighart von Koenigswald (Bonn) einen Vortrag zum Thema: „Klimabedingter Wandel in der eiszeitlichen Tierwelt“.

Die Veranstaltung ist öffentlich.

Pressemitteilung/Foto Universität Rostock