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Nachrichten Mecklenburg-Vorpommern

Vor der Landtagswahl M-V 2016: „Allens bliwwt bin ollen“?!

SPD und CDU mit relativ schwachem Zuspruch

Es gibt, 16 Tage vor der Landtagswahl in M-V am 4.September 2016, wieder eine Umfrage, wen die gemeine Bürgerin bzw. der gemeine Bürger wählen würde, wenn „morgen“ Landtagswahlen wären. Diese sind aber erst am 4.9. und nicht am 20.8., womit natürlich nur ein Gedankenspiel der Einzelnen und des Einzelnen provoziert wird. Was Realität wird oder nicht…

Erwünschte Antworten?!

Auf diese Suggestiv-Frage gibt es dann die erwünschten Antworten. Denn: Der Bürger kann im Grunde nur zwischen SPD, CDU, FDP und Grüne wählen. Blickt der politisch Interessierte nämlich in die Massen-Medien – und macht dieses anhand der qualitativen und quantitativen Inhaltsanalyse – so wird diesem dort suggeriert: Die Etablierten machen zwar Fehler, sind jedoch erfolgreich. Die „Anderen“ sind aber alles politische „Schmuddelkinder“, „Populisten“, „Lobbyisten“, die nur „ein Thema“ vertreten, oder politische „Irrlichter“. Das mag in einzelnen Fällen auch so sein, aber der (nicht nur subjektive) Eindruck ist folgender, dass nämlich die Grundbotschaft lautet: „Wählt das Bekannte!“.

Ausreichende Ressourcen…

Da die vermeintlich etablierten Parteien über die notwendigen finanziellen, materiellen und personellen Ressourcen verfügen, was sich auch bei der Quantität und Form der Wahl-Werbung bemerkbar macht, die letztendlich jede Bürgerin und jeder Bürger bezahlen „darf“, sind diese enorm im Vorteil.

Das Ergebnis, zweieinhalb Wochen vor der Landtagswahl M-V 2016, ist daher das Ergebnis der Umfrage von „infratest dimap“ nicht verwunderlich: SPD mit 26 Prozent, CDU mit 23 Prozent, AfD mit 19 Prozent, Linke mit 16 Prozent, Grüne mit 6 Prozent, FDP mit 3 Prozent und NPD ebenfalls mit 3 Prozent. Die „restlichen Parteien“, darunter die „Piraten“ und „Freien Wählergemeinschaften“, kommen auf 4 Prozent.

Was ist mit den Mehrheitsverhältnissen…

Damit ist klar, was lange schon klar war. Es wird sich an den grundlegenden Mehrheitsverhältnissen überhaupt nichts ändern. Die SPD hat die Option auf Rot-Schwarz oder Rot-Rot-Grün, was letztendlich mit der relativen Stärke der Linkspartei im Nordosten zu tun hat und mit der relativen Schwäche von Grünen bzw. FDP hierzulande. Dass nun die AfD das „eigentlich übliche Dreiparteiensystem“ in M-V aufbricht, ändert – leider oder glücklicherweise, je nach Betrachtungsweise – nichts an den Mehrheitsverhältnissen.

Überraschend geringer Zuspruch zu SPD und CDU

Was nun allerdings wirklich überrascht, ist die extrem geringe offizielle Zustimmung vzu  SPD und CDU im Land, die zusammen auf 49 Prozent kommen. Echte Volksparteien sollte aber über eine Mindestzustimmung von 35-40 Prozent (oder noch mehr) verfügen, also bei einer „Großen Koalition“ von 70-80 Prozent…

Aber auch das ist eher eine Tatsache am Rande.

„Allens bliwwt bin ollen!“, sagte schon Fritz Reuter. Das wird auch nach dem 4.September so sein. Ob das für M-V gut ist, steht jedoch auf einem ganz anderen „Stück Papier“…

Dr. Marko Michels

 

 


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