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Nachrichten Mecklenburg-Vorpommern

Vor den Leichtathletik-WM 2009: Mit Kugelstoßer Ralf Bartels im Gespräch

In sieben Wochen beginnen die Titelkämpfe in der Bundeshauptstadt

In technischen Disziplinen konnten Leichtathletik-Herren aus Mecklenburg-Vorpommern schon immer glänzen. Walter Krüger, der Speerwerfer vom SC Traktor Schwerin, sorgte 1960 bei den Spielen in Rom für die erste olympische Leichtathletik-Medaille für M-V.

In Moskau 1980 sprang Gerd Wessig mit Weltrekord von 2,36 Meter zum überraschenden Olympiasieg. Der Schweriner feiert im Juli seinen „50.“ ! Jürgen Schult war zwischen 1982 und 2000 der „Mister Diskuswerfen“ beim SC Traktor Schwerin, M-V-weit und weltweit. Der Olympiasieg 1988, der Weltmeistertitel 1987 und der Europameistertitel 1990 waren die Höhepunkte für den gebürtigen Lübzer.

Im Kugelstoßen sorgte in den letzten Jahren jedoch der Neubrandenburger Ralf Bartels für klasse Leistungen und große Erfolge. Bereits bei den EM 2002 erkämpfte der gebürtige Stavenhagener, Jahrgang 1978, Bronze. Bei den WM 2003 wurde er Fünfter, bei den WM 2005 erkämpfte er Bronze. Bei den Olympischen Spielen 2004 belegte der Schützling von Trainer Gerald Bergmann Rang acht. Das Jahr 2006 war dann das Jahr des Ralf Bartels – bei den EM in Göteborg stieß der für den SC Neubrandenburg startende Athlet zu Gold.

Bei den WM 2007 konnte er Platz sieben erreichen. Zwar musste er verletzungsbedingt auf seine Olympia-Teilnahme 2008 verzichten, aber in diesem Jahr ist der Sportsoldat wieder da. Zuletzt konnte er Erster bei den Militär-WM werden.

JMIn rund sieben Wochen, zu den WM in Berlin, wird es auch für Ralf Bartels wieder „ernst“ … Aus M-V wird ihn dann u.a. auch Siebenkämpferin Julia Mächtig, Diskuswerferin Franka Dietzsch oder Speerwerfer Mark Frank begleiten.

„Schnell nach vorn geblickt !“

Frage: Herr Bartels, nachdem Sie verletzungsbedingt bei Olympia 2008 fehlten, feierten Sie 2009 eine erfolgreiche Rückkehr in den Kugelstoß-Ring. Dritter bei den Hallen-EM und im Juni – nachträglich noch herzlichen Glückwunsch – gab es den Titel bei den Militär-WM. Bei so viel „Rückenwind“ dürfte in Berlin, bei den WM, nichts schief gehen – oder ?

RBRalf Bartels: Na ja … Zunächst habe ich die Norm geschafft – das ist schon einmal die „halbe Miete“. Leider habe ich in diesem Jahr noch nicht wieder die Leistungskonstanz erreicht, wie nötig. Im Training läuft alles prima, auch noch beim Einstoßen vor dem Wettkampf, doch beim Wettkampf komme ich einfach nicht wie gewünscht an die Kugel. Es ist aber noch alles im „grünen Bereich“, also ich blicke mit Optimismus nach Berlin.

Frage: Wie schnell haben Sie im letzten Jahr eigentlich das verletzungsbedingte Olympia-Aus überwunden ? Hatten Sie Ihren Blick wieder schnell nach vorn gerichtet ?

Ralf Bartels: Es war schon sehr bitter, sich drei Tage vor Olympia zu verletzten … Die Spiele sind ja nun einmal nur alle vier Jahre und der Höhepunkt für einen Sportler. Für mich war es im letzten Jahr ein herber Rückschlag. Ich hatte dann in der Phase der Genesung, genügend Zeit mich wieder aufzurappeln. Natürlich grübelt man schon: „Warum musste Dir das ausgerechnet passieren.“. Aber ich habe schnell wieder den Blick nach vorn gerichtet, die verpasste Olympia-Teilnahme abgehakt und mir neue Ziele gesetzt.

Frage: Neubrandenburg ist eine Macht im Kugelstoßen: Sie sind amtierender Europameister und Militär-Weltmeister, Petra Lammert ist Hallen-Europameisterin und Dennis Lewke startet bei den U18-WM in Südtirol. Pusht man sich gegenseitig nach vorn ?

Ralf Bartels:  Die Bedingungen in Neubrandenburg sind schon ideal und es natürlich ist dabei auch hilfreich, eine leistungsstarke Trainingsgruppe zu haben. Mit Dennis und Petra gibt es schon die eine oder andere Trainingseinheit, man pusht sich in der Tat gegenseitig nach vorn. Es gibt auch einzelne Trainingsmatches zwischen z.B. Dennis und Petra oder Petra und mir. Natürlich stößt Petra dann mit einer leichteren Kugel. Außerdem schwitzen Petra, Dennis und ich gemeinsam beim Krafttraining im Kraftraum. Das gemeinsame Training beflügelt jedenfalls.

Frage: Wie sieht Ihre Trainings- und Wettkampfplanung bis Berlin aus ? Wird von nun an „durchgepowert“ ?

Ralf Bartels: Die Grundlagen sind ja schon gelegt. Es beginnt die unmittelbare Wettkampfvorbereitung, in der das Krafttraining und das Kugelstoßen im Vordergrund stehen. In der Formausprägung wird dann Wert auf die Wettkampfhärte gelegt. So nehme ich auch an entsprechenden Wettkämpfen teil. Gerade in diesem Jahr gab es schon zahlreiche Wettbewerbe und an der DLV-Gala sowie den deutschen Meisterschaften werde ich ebenfalls noch dabei sein.

Frage: Wie lautet Ihr Ziel für Berlin ?

Ralf Bartels: Da ich in diesem Jahr noch nicht die Leistungskonstanz habe, visiere ich als Minimalziel einen Platz unter den besten Acht an. Eine Medaille wäre schon etwas vermessen, aber man weiß ja nie, wie sich ein Wettkampf entwickelt. Eine Top 8-Platzierung sollte es aber sein.

Dann maximale Erfolge für die WM in Berlin !

M.Michels

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Pistolen-Schützin Antje Noeske für EM nominiert …

EMSBei den  Europameisterschaften in den Kleinkaliber- und Wurfscheibendisziplinen, die vom 13. bis 25. Juli 2009 in Osijek (Kroatien) ausgetragen werden, nominierte der Deutsche Schützenbund auch eine Pistolen-Schützin aus Neubrandenburg für sein Aufgebot für die Wettkämpfe mit Gewehr und Pistole. So werden 44 Schützinnen und Schützen werden den Schützenbund in den einzelnen  Disziplinen vertreten. Antje Noeske, die EM-Teilnehmerin  vom SC Vier Tore Neubrandenburg, belegte vor Jahresfrist bei den Studierenden-WM in Peking im 25 Meter-Pistolenschießen Rang fünf. Die Studentin für Lebensmitteltechnologie an der Hochschule Neubrandenburg, Jahrgang 1985, konnte bereits bei den EM 2005 Bronze gewinnen. M.Michels

Fotos 1 : Siebenkämpferin Julia Mächtig. DKB. / Foto 2: Kugelstoßer Ralf Bartels. A.: M.Michels / Foto 3: Logo der Schützen-EM.


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