Historische Tage zum April-Endspurt und zum 1.Mai

Viele Wege führen zum Frieden. Ist das der richtige… M.M.

Viel los in M-V und darüber hinaus. In Korea gibt es dabei ein historisches Gipfeltreffen. Erstmals seit Ende des Korea-Krieges 1953 trafen sich im Grenzort Panmunjom die Staatschefs von Nordkorea, Kim Jong Un, und von Südkorea, Moon Jae In. Zudem wird Kim Jong Un Ende April/Anfang Mai auch persönliche Gespräche mit US-Präsident Donald Trump führen. Erste Schritte zu einer möglichen Vereinigung?! … Durchaus, auch wenn dafür noch zahlreiche „Mauern“ überwunden werden müssen.

Staatliche Vereinigungen, die man eigentlich nicht für möglich hielt, gab es in den letzten vier Jahrzehnten aber immer wieder, ob 1976 die Vereinigung von Nord- bzw. Südvietnam oder 1990 die Vereinigung des Nord- bzw. Süd-Jemens und Westdeutschlands bzw. der DDR.

Spitzen-Treffen in Washington

Mit viel Begeisterung empfing zudem US-Präsident seinen französischen Amtskollegen Emmanuel Macron, der zu Last Deutschlands die EU reformieren möchte. Was ihn in den Augen Trumps um so sympathischer macht… Der Außenhandelsüberschuß Deutschlands und die boomende deutsche Wirtschaft dank eines schwachen Euros sind für Trump ohnehin ein Ärgernis. Der Arbeitsbesuch von Angela Merkel verlief daher eher mausgrau. Ob ein Handelskrieg zwischen den USA und Europa nachhaltig abgewehrt werden kann, steht in den Sternen.

Warnstreik bei der OZ – Wo ist die SPD?!

Ja, in den Sternen, nicht in der Zeitung. Insbesondere in der „Ostseezeitung“, einst Zentralorgan der SED-Bezirksleitung Rostock, deren Auflage in den letzten 20 Jahren um rund 40 Prozent sank. Dort befinden sich die Journalisten im Warnstreik, die für eine bessere Entlohnung und bessere Arbeitsbedingungen kämpfen. Wo bleibt eigentlich da der Einsatz der SPD für die journalistischen Arbeitnehmer? Bekanntlich hält ja die Verlagsgesellschaft Madsack GmbH & Co. KG an der OZ mit 68,74 Prozent die Mehrheitsanteile und die SPD ist über ihr Medienbeteiligungsunternehmen, die Deutsche Druck- und Verlagsgesellschaft, größte Kommanditistin an der Madsack-Verlagsgesellschaft.

Am 1.Mai, dem „Tag der Arbeit“ oder „Internationalen Kampf- bzw. Feiertag der Werktätigen“ kann ja die hiesige SPD-Spitze den OZ-Journalisten erklären, warum sie nicht für bessere Bedingungen der Journalisten bei der OZ sorgen möchte… Aber wahrscheinlich werden am 1.Mai von SPD, Linken, Grünen und linksliberalen Christdemokraten wieder „Sonntagsreden“ geschwungen – gemäß dem Motto „Wasser predigen und Wein trinken!“.

Auf dem „linken Auge“ blind?!

Unweit von Rostock bzw. Schwerin, in Berlin, bekannze sich der Deutsche Bundestag aus Anlaß des 70jährigen Bestehen des Staates Israel  mehrheitlich zum Existenzrecht des Staates Israel und zum Kampf gegen Antisemitismus in Deutschland. Bis auf die Linken stimmten dem alle Fraktionen, CDU/CSU, SPD, Bpndnis 90/Die Grünen und die FDP zu, nur die Linken enthielten sich.

Während die Grünen-Abgeordnete Göring-Eckardt die Zustimmung der AfD als unglaubwürdig zurück wies, in dem sie die nicht akzeptablen früheren Äußerungen des Thüringer AfD-Politikers Höcke zum Holocaust-Mahnmal in Berlin noch einmal zitierte, blieb ein Aufschrei in Richtung der Linken-Fraktion im Bundestag aus. Ist man bei den Grünen auf dem „linken Auge“ etwa blind?!

Dialog – nicht nur von einer Seite…

In Mecklenburg-Vorpommern betonte Ministerpräsidentin Schwesig die Dialog-Notwendigkeit mit Rußland und verteidigte den baldigen, neuerlichen Rußland-Tag in M-V. Dialogbereitschaft ist in der Tat sinnvoll und hilfreich. Diese sollte aber keine „Einbahnstraße“ sein und schon an Bedingungen geknüpft sein. Das Säbelrasseln Moskaus in Richtung Polen und des Baltikums ist ebenso verwerflich, wie die ständige penetrante Einmischung des Westblocks in die Angelegenheiten Rußlands. Damit wird der russischen Opposition eher geschadet als genutzt.

Nicht allein Brandts Ostpolitik…

Natürlich kann sich Schwesig der mehrheitlichen Zustimmung der Mecklenburger und Vorpommern sicher sein, wenn es um den Abbau der Spannungen zwischen Deutschland und Rußland geht, denn der Friedenswunsch ist über alle politischen Lagergrenzen hinaus ausgeprägt, aber: Nicht allein – und nicht vordergründig – die Ostpolitik von Brandt und Bahr führten zur friedlichen Überwindung des Ost-West-Konflikts, sondern eine Politik der Stärke des Westens.

Als Moskau Ende der 1970er Jahre mit der Stationierung der SS 20 im Ostblock begann, was zu einer militärischen Überlegenheit der damaligen UdSSR bzw. des Warschauer Paktes geführt hätte, wurde auf Initiative von Bundeskanzler Helmut Schmidt, übrigens wie Frau Schwesig in der SPD, der NATO-Doppelbeschluß herbei geführt, die imperialistische UdSSR damit in einen Rüstungswettlauf getrieben, den sie am Ende verlor, wie Gorbatschow später einräumte.

Gorbatschow wiederum, als weiser Führer der damaligen UdSSR, trug mit seiner Politik von Glasnost und Perestroika zum Ende des Stalinismus, des diktatorischen Sozialismus ebenfalls entscheidend bei – diese Weisheit fehlt der gegenwärtigen russischen Führung um Putin indes.

Von der großen Politik zu den kleinen Spektakeln in M-V

Nun beginnt also – jenseits aller geopolitischen Auseinandersetzungen – in M-V ein verlängertes Wochenende mit dem Brückentag am 30.April und dem Kampftag am 1.Mai. Kulturell wird einiges geboten, so startet das 28.Filmkunstfest M-V, der Schweriner Kultur- und Gartensommer dito, die Kempowski-Tage in Rostock gehen weiter, der Nordische Klang in Greifswald ist vor dem Start, der Schweiner SC vor der unmittelbaren Deutschen Meisterschaft 2018 im Frauen-Volleyball und in Malchin „laufen“ die Motoren beim 25.Mecklenburger Motorradtreffen in Malchin „heiß“.

Na dann, heiße Tage und nicht vergessen mit Wink-Elementen, roten Nelken und geistreichen Losungen („Vorwärts immer! Rückwärts nur, wenn der Behinderten-Parkplatz gerade nicht besetzt ist!“) dem 1.Mai entgegen!

PS: Vor allem weniger gierig sein – Stichwort „Millionen-Betrug beim Kommunalverband in M-V“…

Marko Michels