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Nachrichten Mecklenburg-Vorpommern

Vor 45 Jahren – Länderspiel-Debüt für ein Nordlicht

Wismarer Kicker Heino Kleiminger mit klasse Toren

Die Fußball-Welt blickt zur Zeit auf die EURO 2008. Doch auch ein Blick auf die Meilensteine in der fußballsportlichen Karriere eines Wismarers lohnen sich.

Neben z.B. Joachim Streich oder Carsten Jancker hat die Hansestadt auch einen weiteren Fußballspieler der Sonderklasse in ihren Reihen, der 1963 sein Länderspiel-Debüt gab: Heino Kleiminger wurde am 3.Februar 1939 in Wismar geboren und sollte zwischen 1955 und 1974 die Fußball-Arenen nicht nur in seiner Geburtsstadt Wismar, sondern dann zwischen 1956 und 1969 beim FC Hansa Rostock und sogar bei Länderspiel-Einsätzen mit seinem Tor-Instinkt bereichern.

Ende der 1940er Jahre begann sein Interesse für das Fußballspielen und kam Anfang der 1950er Jahre zu Motor Wismar. Von 1954 bis 1956 besuchte der Hanseate die Oberschule „Geschwister-Scholl“ in Wismar und trainierte nach dem Unterricht natürlich für den Fußballsport.

Schnell wurde sein Talent erkannt und bereits als Siebzehnjähriger wechselte er 1956 nach Rostock, besuchte dort die Kinder- und Jugendsportschule und entwickelte sich beim SC Empor/FC Hansa Rostock zu einem ausgezeichneten Stürmer.

In 186 Oberliga-Spielen für den FC Hansa Rostock erzielte Kleiminger 62 Tore. Auch bei seinen Länderspieleinsätzen war er stets der „Mann mit dem Tor-Riecher“.

Im Jahre 1963 stand er sowohl gegen Bulgarien als auch gegen Burma im DDR-Team. Ein Jahr später durfte er gegen Ceylon und Ghana in der DDR-Nationalmannschaft mit auflaufen, wobei er gegen Ceylon (heutiges Sri Lanka) gleich vier Tore erzielte (Tor-Bilanz gesamt: in vier Länderspielen fünf Tore).

Höhepunkte in seiner Karriere waren zweifellos die neun Einsätze in der DDR-Olympia-Auswahl. In Warschau 1964 erzielte er beim sensationell hohen 4:1-Erfolg der DDR in der Olympia-Quali gegen die damalige UdSSR „sein Tor“. Die DDR-Olympia-Auswahl im Fußball konnte letztendlich im Olympia-Turnier 1964 in Tokyo Bronze erkämpfen – ohne Heino Kleiminger.

Da er sich im Vorfeld einen Knöchelbruch zuzog, erlebte er Olympia nur vor dem TV-Bildschirm. Seine Rostocker Kollegen Jürgen Heinsch, Klaus-Dieter Seehaus, Wolfgang Barthel und Herbert Pankau konnten hingegen Bronze in Empfang nehmen.

Seine aktive Zeit ließ Heino Kleiminger zwischen 1970 und 1974 bei der TSG Wismar ausklingen. Er selbst blieb bzw. bleibt natürlich seiner Geburtsstadt, dem FC Hansa und dem Fußballsport allgemein, z.B. als Übungsleiter oder Trainer, verbunden.

Heino Kleiminger wohnt gegenwärtig in Graal-Müritz.

Im nächsten Jahr folgt das runde Jubiläum nach dem Motto „70 Jahre für den Fußballsport“.

Was Heino Kleiminger 1964 gegen die Sowjetunion gelang, nämlich ein Treffer, dürften sich Schweinsteiger & Co. auch für den 29.Juni im EM-Finale wünschen – ein Führungstor, entweder gegen den SU-Nachfolger Russland oder gegen die unberechenbaren Spanier …

M.Michels


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