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Nachrichten Mecklenburg-Vorpommern

Von der „gefühlten Ungerechtigkeit“ zur „realen Volksverdummung“

Hartz IV anscheinend für einige deutsche Professoren dringend erforderlich …

Das Buch „Die gefühlte Ungerechtigkeit“ der Autoren Michael Hüther, Professor und Direktor des „Institutes der Deutschen Wirtschaft“, und Thomas Straubhaar, Professor und Leiter des „Hamburger Weltwirtschaftsinstitutes“, stellte der SVZ-Autor Dr.Jan-Hendrik Dany in der heutigen „Schweriner Volkszeitung“ vor. Neutral, sich weitestgehend zurücknehmend und dennoch differenziert in seiner eigenen Position.

Dem SVZ-Autor gebührt Dank, denn ansonsten wäre das Werk regional wahrscheinlich nur geringfügig zur Kenntnis genommen worden. Und ein Blick in das Buch lohnt auf jeden Fall. Nicht, dass es inhaltlich gut ist, sondern weil es beide Professoren als das entlarvt, was sie sind, Pseudo-Intellektuelle, die jeglichen Realitätssinn verloren haben. Die nach ihrem politischen Standpunkt, der eindeutig zum Vorschein kommt, vor allem in eine Richtung argumentieren: „Uns geht es gut. Wem es nicht so gut geht, lebt immer noch besser als jeder andere Erdenbürger. Und Hartz IV-Empfänger sollen angesichts der staatlichen Transferleistung mal schön ruhig sein.“

BUGAVon Unternehmen, die staatliche Subventionen in astronomischer Höhe erhalten, was eigentlich nichts realer Marktwirtschaft zu tun hat, hört man von beiden „Prof`s“ jedenfalls nicht. Kein Wort über die kriminellen Finanz-Machenschaften vieler Geld-Institute. Nichts über Standortverlagerungen von „Unternehmern“, um in Entwicklungsländern dank Lohndumping Höchstgewinne zu erzielen. Nichts über die unternehmerischen Spitzelaktionen gegenüber Mitarbeitern in einigen deutschen Großunternehmen – Methoden a la DDR-Stasi. Auch davon bei den professoralen Herrschaften nichts zu lesen.

Nicht zu vergessen: Ein Hartz IV-Haushalt ist nach Ansicht der „Professoren“ Hüther und Straubhaar „komfortabler ausgestattet als ein Haushalt der guten bürgerlichen Mittelklasse der 1960er Jahre“. Was die beiden „Professoren“ über die „gefühlte Gerechtigkeit“ zu Papier brachten, ist nichts anderes als die geistig-moralische Bankrotterklärung zweier Herren, deren Institute sich mit exorbitanten öffentlichen Mitteln aushalten lassen.

Es gab einmal, vor fast 80 Jahren, ein Wahlplakat der SPD: Darauf war ein Militarist, ein Nazi und ein Bolschewik zu sehen – und darunter stand: „Das sind die Feinde der Demokratie ! Hinweg damit !“ Heute müsste man nur noch die gescheiterten wirtschaftswissenschaftlichen Fachleute a la Hüther und Straubhaar dazu stellen, dann stimmt dieses Plakat auch anno 2009 zu 100 Prozent.

Das Buch von Hüther und Straubhaar ist nichts anderes als eine Verhöhnung von Opfern des Nationalsozialismus und Kommunismus, deren Gesundheit und Leben von politischen Verbrechern ruiniert wurden, und heute oftmals auf Hartz IV angewiesen sind. Dazu kommen andere gesundheitlich Beeinträchtigte, allein erziehende Mütter, die Generation 50 plus, die bereits arbeitstechnisch „aussortiert“ wurde, nur ein paar Beispiele von vielen.

Unzählig viele Einzelschicksale zählen in einer Individualgesellschaft wie der real existierenden Demokratie anscheinend nicht. Aber naja, die real existierende Demokratie hat so viel mit Demokratie so viel zu tun, wie der real existierende Sozialismus mit einer sozialen Gesellschaft.

Die DDR ist glücklicherweise zugrunde gegangen. Dem Demokratismus, die deformierte Demokratie, droht – zu Recht – ein ähnliches Schicksal.

Mit der negativen Wirtschaftsentwicklung und der selbst verschuldeten Finanzkrise hat der Demokratismus ein Menschenbild hervorgebracht, das ähnlich abscheulich ist, wie der selbstherrliche Monarchist, der Nazi oder der Bolschewik in anderen Gesellschaftsformationen.

… Was dann noch die „Professoren“ unter einem „guten bürgerlichen Haushalt der 1960er Jahre“ verstehen, bleibt ebenfalls offen. Wahrscheinlich meinen sie die Haushalte irgendwelcher Partei- und Wirtschaftsbonzen in Deutschland-Ost oder Deutschland-West in jener Zeit.

Anstatt die Verantwortlichen für die Wirtschafts-, Finanz- und Gesellschaftskrise klar zu benennen, werden mit unzufriedenen Arbeitnehmern, die stetig weniger Geld zur Verfügung haben, bei steigenden Arbeitszeiten, und Hartz IV-Empfängern, die in einer deutlichen Mehrheit motiviert und leistungsbereit sind und oftmals unverschuldet in eine prekäre Lage geraten sind, werden zu Sündenböcken gestempelt.

Wie meinte einst der großartige Dr.Kurt Schumacher, der großartige Nachkriegsvorsitzende der SPD, der Monarchisten, Kommunisten und Nazis gleichermaßen bekämpfte, über die Gefahren für eine wirkliche Demokratie: „Gefahr droht der Demokratie nicht aufgrund ihrer Feinde von rechts oder von links … Es sind die Lavierenden, diejenigen, die auf die Gunst der Stunde Hoffenden …“

Was Dr.Kurt Schumacher damit meinte ?! Er dachte an die Karriere-Typen, die sich ducken und schleimen, die Katzbuckeln und den Mächtigen zum Munde reden, nur um sich ihren zweifelhaften Traum vom Leben „in Saus und Braus“ auf Kosten der Allgemeinheit zu erfüllen. Also diejenigen, die die Demokratie missbrauchen, um ihre Gier, ihren Machtwillen und ihrem Narzissmus zu befriedigen.

Wer, jedoch Mut, Charakter, Ehrgefühl und Intellekt hat, durchschaut dieses Spiel der Mainstream-Medien in Kooperation mit Berufsbeamten, Schönrednern, Pseudo-Stars und Pseudo-Intellektuellen.

Das Buch „Die gefühlte Ungerechtigkeit“ entlarvt – vor allem die Verfasser !

Dr. Marko Michels

F.: Über die Finanz- und Wirtschaftskrise anno 2008/09 kann man weder Gras wachsen lassen – auch wenn es von der BUGA in Schwerin stammt – noch pseudo-intellektuelle Bücher schreiben lassen. Die wirklich Verantwortlichen dafür müssen endlich zur Rechenschaft gezogen werden, will man eine reale Demokratie in Deutschland wirklich durchsetzen ! M.M.


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