Zwischen Zahlenspielereien und Realitäten

15.Eiswelt. Foto: Wolfgang Gross

Das Jahr 2018 ist längst gestartet. Die letzten Rückblicke sind getätigt, die ersten Ausblicke verkündet.

Die ersten Zahlen und Statistiken gab es ebenfalls. Jene zum Arbeitsmarkt. Die waren allerdings ein Rückblick auf 2017 mit einer „Vorschau“ auf das Kommende.

Keine Relationen

Natürlich waren die Zahlen positiv. Offiziell ging die Arbeitslosigkeit im Vergleich zu 2016 „deutlich“ zurück. Allerdings: Die Zahlen werden nicht in Relationen, also Beziehungen gesetzt. Über die Erstellung der Statistik wird zudem wenig genannt.

Was nützen neue sozialversicherungspflichtige Jobs, wenn diese nur eine wöchentliche Arbeitszeit von 20 Stunden umfassen (plus x-Stunden unbezahlte Überstunden). Was nützen sozialversicherungspflichtige Jobs, wenn gerade einmal der Mindestlohn gezahlt wird, der vielleicht sogar noch über das jeweilige Jobcenter „aufgestockt“ werden muß… Was nützen nicht zuletzt Statistiken zum Arbeitsmarkt, wenn ganze Menschengruppen, wie SGB II-Empfänger, berufliche Rehabilitanden, unfreiwillige Vorruheständler oder geringfügig Beschäftigte, „herausgerechnet“ werden bzw. unberücksichtigt bleiben.

Es sind genau diese statistischen Zahlenspielereien, die einen Verdruß an der realen Demokratie befördern.

Zwischen Mangelware und Fachkräftemangel

In M-V bleiben gut dotierte Jobs, echte Perspektiven jedoch Mangelware – ohne zu verkennen, dass es in einzelnen Bereichen durchaus Positives zu vermelden gibt, so im Bereich der universitären Forschung.

M-V bleibt digital allerdings weiterhin ein „Entwicklungsland“. Ändert sich daran nichts, ist für die wirtschaftliche Zukunft von M-V nichts Gutes zu erwarten.

Nicht immer, aber noch immer all zu oft entscheidet auch in M-V über das berufliche Fortkommen der „Vitamin B-Faktor“. Wehe diejenige/derjenige ist eine Freidenkerin/ein Freidenker dann kann es extrem problematisch werden. Das „Schubladen-Denken“ in „Links“ und in „Rechts“ ist hierzulande noch immer sehr ausgeprägt. Alte Seilschaften mit neuem altem Denken sind noch immer vorhanden. Es wird noch ein, zwei Generationen dauern bis diese überwunden sind. Dann dürften jedoch längst neue Seilschaften entstanden sein.

Für diejenigen, die da nicht mitmachen, bleibt nur eines, sich rechtzeitig „abzuseilen“.

Alte Seile, neue Schläuche

In M-V wird der alte politische Trott mit SPD/CDU weiter gehen, was eigentlich ein NO GO sein sollte. Die AfD irrlichtert verbal weiter durchs Land, wenn sich eine „Alternative“ so präsentiert, kann man auf gleich auf die „alten Sprechblasen“ zurück greifen. FDP, Grüne und Linke werden im deutschen Nordosten nur noch marginal wahrgenommen, was auch auch den dortigen Führungskräften liegt. Leider gibt es in M-V keine Wagenknechts, Habecks oder Kubickis…

Rostock wird 800

Gefeiert wird in M-V 2018 auch: 800 Jahre Rostock. Während Schwerin offiziell bereits 858 Jahre alt ist, nach neuesten archäologischen Funden sogar über 1000 Jahre sein soll, ist das „Fischerdorf“ mit der bald 600 Jahre (2019) alten Universität um einiges jünger. Leider sind die Rostockerinnen und Rostocker mitunter etwas größenwahnsinnig, betrachten ihre Stadt als „einzige Metropole in M-V“. Aber was wäre Rostock ohne Warnemünde, Uni und die Kröpeliner Strasse…

Viel los

Ansonsten wird es in M-V wieder viel Kultur geben. Es gibt ja im ganzen Land gerade im Sommer die diversen Festspiele. Der Sport wird auch eine Hauptrolle spielen. Frauen-Volleyball, Handball, Leichtathletik, Schwimmen, Radsport, Segeln, Rudern, Kanu-Rennsport, Wasserspringen, Triathlon und natürlich „König Fußball“ sind die Sportarten mit besonderer Tradition in M-V…

Vielleicht entdecken sogar „die Touris“ M-V 2018 wieder?!

Der Mittelstand wird auch 2018 weiterhin „händeringend“ Fachkräfte suchen. Bleibt nur zu hoffen, dass dieser „den Wald voller Bäume“ auch endlich einmal entdecken wird, obwohl dieser längst betreten wurde… Die Migrationsproblematik wird weiter ein Dauer-Thema sein, wie eine zunehmend unruhigere Welt, die von Krieg, Intoleranz und Vertreibungen gezeichnet ist.

Gerechtigkeit allerorten

Unsere Ministerpräsidentin, seit dem Sommer 2017 im Land, wird hoffentlich ihr Versprechen einlösen, niemanden zurückzulassen. Es ist hoffentlich nicht wie bei „den Beduinen“, die Karawane zieht weiter, die ungeliebten Begleiter derselben verbleiben ohne Oase in der Wüste.

Die real existierende Demokratie dürfte M-V auch 2018 erhalten bleiben, was nur gerecht ist. Wie meinte schon der Schriftsteller George Bernard Shaw: „DEmokratie ist ein Verfahren, das garantiert, dass wir nicht besser regiert werden, als wir es verdienen.“

So ist es. 2018 wird … was auch immer!

Marko Michels