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Nachrichten Mecklenburg-Vorpommern

NVZ: Erste Schritte gegen illegale Telefonwerbung sind anvisiert

In Mecklenburg-Vorpommern werden jährlich mehrere tausend Verbraucher per Telefon abgezockt


Die Verbraucherschützer hierzulande und auch bundesweit beklagen seit Jahren eine immer intensivere Bewerbung von Verbrauchern per Telefon. Jeder zweite eigentlich nicht notwendige Vertrag wird heutzutage mit einem „cold Call“, dem nicht erwünschten, kalten Anruf eingefädelt. Ob Zeitschriften-Abo, neuer Telefonvertrag oder sonst eine „nützliche“ Sache, immer versucht der nette Anrufer irgendeine verwertbare Aussage des überrumpelten Verbrauchers, die als Bestellung interpretiert werden kann, herauszukitzeln. „Ach schicken Sie mir doch eine Probe“, wird am Ende eines solchen Werbeanrufs oft geäußert.

Danach beginnt die eigentliche Odyssee. Lieferung eines Produktes oder Zusendung eines Vertrages, Rechnung, Mahnungen, Inkasso und Mahnverfahren. Nur wenige halten dem stand – viele fügen sich in ihr Schicksal.
„In Deutschland werden auf dieser Weise in jedem Jahr hunderte Millionen Euro Kaufkraft abgeschöpft“, betont Dr. Jürgen Fischer, Vorstand der Neuen Verbraucherzentrale. Er freut sich, dass die Politik sich dieser Unsitte jetzt annimmt und es den illegalen Telefonwerbern schwer machen will. „Was Minister Seehofer mit seiner Ministerkollegin Zypries jetzt angekündigt hat, geht in die richtige Richtung“, sagt der Verbraucherschützer.

Die Diskussion ist in eine entscheidende Phase getreten. Die Verbraucherschützer und sicherlich auch die Landesregierung Mecklenburg-Vorpommern werden die erkennbaren Schwachstellen der aktuellen Initiative konkret benennen. Fischer weiß, dass eine wirksame Abschreckung der Telefonwerber nicht nur mit größeren Ordnungsstrafen zu bewirken ist. „Wer ohne seine Zustimmung angerufen wird, um in einen Vertrag hineingeredet zu werden, sollte erst dann an einen Vertrag gebunden sein, wenn er ihn nach dem überraschenden Werbeanruf schriftlich bestätigt.“ Mit dieser Forderung stehen Verbraucherschützer längst nicht mehr allein und die nächsten Wochen werden zeigen, ob jetzt „Nägel mit Köpfen“ gemacht werden können. „Der Sumpf ist groß, kann aber noch trocken gelegt werden“, ist sich Fischer sicher.


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