Neuer Rekord: rund 14.800 Besucher in 40 Konzerten auf der ganzen Insel Usedom

Heringsdorf – auch ein kultureller Ort… M.M.

Mit einem Peenemünder Konzert im Andenken an die Opfer stalinistischer und nationalsozialistischer Gewaltherrschaft im Ostseeraum beendete das Usedomer Musikfestival gestern Abend die Saison im Musikland MV und seine Jubiläumssaison. Das 25. Usedomer Musikfestival fand vom 22. September bis zum 13. Oktober 2018 statt und präsentierte die Musik aller Länder des Ostseeraums: Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Lettland, Litauen, Norwegen, Polen, Russland und Schweden.

Rund 14.800 Besucher lauschten den Konzerten des Festivals, so viele wie noch nie zuvor. Von den rund 40 Konzerten waren 32 ausverkauft. Die traditionsreiche Veranstaltungsreihe gab der Musik des Ostseeraums an 35 Veranstaltungsorten auf dem deutschen und polnischen Teil der Insel Usedom, auf der Schwesterinsel Wollin und in Rundfahrten in Mecklenburg-Vorpommern ein Podium.

Thomas Hummel, der Intendant des Usedomer Musikfestivals: „Wir freuen uns sehr über den großen Zuspruch des Publikums, das seit 25 Jahren dem Usedomer Musikfestival die Treue hält. Zu den Höhepunkten der Jubiläumssaison haben wir erstmals musikalische Hochkaräter aus allen Ländern rund um die Ostsee begrüßt, von Anne Sofie von Otter, Schwedens Opernstar über das Baltic Sea Philharmonic unter der Leitung von Kristjan Järvi bis hin Ensembles der Berliner Philharmoniker oder Gitte Hænning. Auch 2018 erklang das Usedomer Musikfestival wieder an den schönsten Konzertorten der Insel Usedom in uralten Kirchen, kaiserzeitlichen Hotels und prächtigen Schlössern.“

Eröffnung in Anwesenheit der Deutschen Bundeskanzlerin

„Wer Usedom kennt, weiß es – und wer Usedom nicht kennt, sollte es wissen: die Ostseeinsel ist immer eine Reise wert“, mit diesen Worten eröffnete Bundeskanzlerin Angela Merkel das 25-jährige Jubiläum des Usedomer Musikfestivals. Zur Eröffnung, auch in Anwesenheit der Ministerpräsidentin Mecklenburg-Vorpommerns, Manuela Schwesig feierte das Baltic Sea Philharmonic vor 1.300 Zuhörern 100 Jahre Unabhängigkeit der Baltischen Länder, Polens und Finnlands sowie sein eigenes 10-jähriges Jubiläum.

Die Kanzlerin lobte die Vision des Festivals und des vom Musikfestival gegründeten Orchesters: „Das Usedomer Musikfestival bringt nicht nur die Insel, sondern eine ganze Region zum Klingen. (…) Das verkörpert auch und besonders das Baltic Sea Philharmonic. Mit seiner Gründung wurde ein wunderbares neues Kapitel der Musikgeschichte aufgeschlagen.“ Unter der Leitung des estnischstämmigen Dirigenten Kristjan Järvi führte das Orchester Kompositionen von Pärt, Järvi, Sibelius, Kilar und Kalnin?š auf. Höhepunkt des Abends war die Präsentation mehrerer Werke komplettaus dem Gedächtnis.

Konzerte der Verbundenheit im Ostseeraum

Ensembles mit Musikern des Baltic Sea Philharmonic – dem New Ideas Chamber Orchestra (NICO) aus Litauen und dem c/o chamber orchestra – traten auf dem polnischen Teil der Insel Usedom, in ?winouj?cie auf. Eine Rundfahrt auf der Nachbarinsel Usedoms, der polnischen Insel Wollin mit anschließendem Festkonzert feierte deutsch-polnische Verbundenheit mit der Aufführung von J. S. Bachs h-Moll-Messe durch die Internationale Chorakademie Lübeck und des Goldberg Baroque Ensemble unter Rolf Beck in der Nikolaikirche Wollin.

Thomas Hummel: „Die enge Verbindung zu unserem Nachbarland besteht seit 1995, seit 1999 wendet sich das Usedomer Musikfestival dem Ostseeraum zu. Im Jubiläumsjahr begrüßten wir dafür herausragende Musiker aus allen Ländern rund um das Meer, wie das Ensemble Triskele im idyllischen Morgenitz für Estland, den Cellisten David Geringas, der seit 2005 dem Musikfestival verbunden ist für Litauen, das Ensemble Raro für Lettland, Russland konnten wir mit einem herausragenden Konzert in der Ev. Kirche in Benz durch die Streicher der Berliner Philharmoniker mit dem Pianisten Mikhail Mordvinov kennenlernen, Finnland zeigte sich mit der Mundharmonika Gruppe Sväng, Schweden präsentierte neben Anne Sofie von Otter auch die Tolvan Big Band und Dänemark vertrat eines der herausragenden Barockensembles Skandinaviens, Concerto Copenhagen. Carolin Masur und die Geigerin Mari Samuelsen waren für Norwegen da.“

Engagement für den musikalischen Nachwuchs

Dem musikalischen Nachwuchs fühlt sich das Usedomer Musikfestival seit seinen Anfängen verpflichtet. Auf Empfehlung des ersten Schirmherrn und Ehrenschirmherrn Kurt Masur präsentiert das Festival seit 1995 Gewinner des New Yorker Wettbewerbs Young Concert Artists. 2018 erlebten Festivalbesucher erstmals drei hochkarätige Preisträgerkonzerte mit der Akkordeonistin Hanzhi Wang, der Violinistin Soobeen Lee und dem Pianisten Nathan Lee. Eine 15-köpfige Delegation um die Direktorin der Stiftung, Susan Wadsworth reiste aus New York zum Usedomer Musikfestival an und verbrachte die ersten vier Festivaltage auf der Insel Usedom.

Der 5. Achterkerke-Musikpreis und damit die ersten Plätze der Preise des Usedomer Musikfestivals gingen an das Klavierduo Edvard Salvesen (16) und Leander Brand (16) und die Flötistin Diren Duran (20). Der Achterkerke-Musikpreis ist insgesamt mit 3.000 Euro dotiert und wird von der Achterkerke-Stiftung für Kinder gesponsert. Die Sparkassen-Stiftung Vorpommern dotierte die zweiten Preise in Höhe von 2.000 Euro. Die Veranstalter vergaben auch einen dritten Preis. Im Vorfeld des Festivals erhielt der Schweriner Saxophonist Alexander Prill den mit 5.000 Euro dotierten Usedomer Musikpreis der Oscar und Vera Ritter-Stiftung.

Ausblick auf das Usedomer Musikfestival 2019

Vom 21. September bis 12. Oktober 2019 findet das 26. Usedomer Musikfestival statt. Zu den Höhepunkten zählen die Peenemünder Konzerte mit Ensembles des Norddeutschen Rundfunks und zur Eröffnung mit dem Baltic Sea Philharmonic unter der Leitung von Kristjan Järvi. Das Junge Usedomer Musikfestival feiert dann sein 10-jähriges Jubiläum.

Pressemitteilung, Alexander Datz, Pressesprecher des Usedomer Musikfestivals