Die neuesten Verlautbarungen vom Arbeitsmarkt in M-V

Anfang August 2017 verkündete auch das Wirtschaftsministerium M-V die neueste, vermeintlich positive Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt in M-V. So waren in Mecklenburg-Vorpommern im Juli 2017 nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit 65.200 Menschen arbeitslos gemeldet; 9.400 weniger als im Juli des Vorjahres (-12,7 Prozent). Das entspräche einer Arbeitslosenquote von 7,9 Prozent. Damit liege der Wert erstmals seit der Wiedervereinigung unter acht Prozent.

„Wir sind auf einem guten Weg. Mecklenburg-Vorpommern hat an Wirtschaftskraft gewonnen und das spiegelt sich auch auf dem Arbeitsmarkt wider. Unsere Unternehmen sind mit Aufträgen gut ausgelastet, investieren in ihre Betriebsstätten und Kapazitätserweiterungen. Dafür werden gut qualifizierte und motivierte Fachkräfte im Land gebraucht“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit von M-V, Harry Glawe.

Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigen in Mecklenburg-Vorpommern (es liegen Mai-Daten vor) sei zudem im Vergleich zum Vorjahr um 7.700 (+1,4 Prozent) gestiegen – von 558.400 auf 566.100.

Alles „stimmig“?!

Wie in den letzten zwei Jahren fast durchgehend üblich, wird die angeblich sinkende Arbeitslosigkeit in M-V frenetisch von Politik und Massenmedien gefeiert, die gar nicht sank, sondern nur aufgrund statistischer Tricks entsprechend „schön“ war, um nicht zu sagen, „geschönt“ wurde.

So lange nicht alle Arbeitsuchenden in dieser Statistik berücksichtigt werden, wie Empfänger von SGB II-Leistungen, berufliche Rehabilitanden, Ein-Euro-Jobber, geringfügig Beschäftigte, (unfreiwillige) Vorruheständler im arbeitsfähigen Alter, Beschäftigte auf dem zweiten Arbeitsmarkt und in (oft sinnfreien) Weiterbildungen „Geparkte“, sind derartige Statistiken nicht das Papier wert, auf dem sie stehen.

Zudem wird in den Ausführungen des Wirtschaftsinisteriums M-V und der regionalen Bundesagentur für Arbeit weiterhin nicht angegeben, dass viele, die einen sozialversicherungspflichtigen Job (Teilzeit, Vollzeit) haben, dennoch ihre Gehälter über das Jobcenter „aufstocken“ lassen müssen, also von ihrem Arbeitsentgelt nicht leben können.

Auch entsprechende Infos über die nach wie vor geringen Gehälter in M-V – gesamt betrachtet – fehlen.

Das Statistische Landesamt M-V informierte bereits im Mai 2017 dazu offiziell, dass das durchschnittliche Einkommen pro Person in M-V bei rund 17700 Euro jährlich liege. Und das bei steigenden Unkosten, unter anderem für diverse Gebühren, Abgaben, Miet-Nebenkosten, Preise für Grundnahrungsmittel, …

Wie soll dabei eine Vorsorge für das Alter gelingen? Genau. Das ist nicht möglich, was wiederum das nächste Problem nach sich zieht: eine exorbitante Altersarmut.

Diese Themen werden jedoch von unseren Spitzen-Politikern und Spitzen-Journalisten natürlich nur „ab und zu“ am Rande behandelt. Ist ja nicht so schlimm. Es betrifft ja nur „die Anderen“. „Uns“, also Euch, „geht es ja gut“!

Marko Michels

Foto (Michels): Und monatlich grüßt „das Murmeltier“. „Ein Murmeltier“ und seine „Entourage“ verkünden die neuesten positiven Zahlen zum Arbeitsmarkt. FAKE-NEWS! Es sind nur  Präriehunde, welche die geschönten Statistiken kritisieren! Lieber „Präriehund“ als „Lemming“! NIE VERGESSEN…