Ufo „Wildblume“ hebt ab

Deutscher Preis für ökologisches-baubiologisches Bauen an Planungsteam der Hochschule Wismar vergeben

Entwickler (Professor Wollensak, 3. von links), Eigentümer, Nutzer und Jury freuen sich gemeinsam mit den Kindern der DRK-Kita „Wildblume“ über die Auszeichnung mit dem Fritz-Bender-Baupreis 2017. Quelle: Hochschule Wismar/JO

(Garz/Wismar) Die DRK-Kindertagesstätte „Wildblume“ in Garz auf der Insel Rügen wurde für ihr baubiologisches, ökologisches Konzept ausgezeichnet. Dem BNB-Gütesiegel in Gold – verliehen im März vergangenen Jahres – folgte diese Woche der Fritz-Bender-Baupreis 2017.

Das „Garzer Ufo“, wie die Kita Wildblume bei den Einheimischen liebevoll genannt wird, erhält die mit 20.000 Euro dotierte Auszeichnung von der Fritz-Bender-Stiftung als Würdigung besonderer Leistungen auf dem Gebiet des ökologischen Bauens unter Verwendung regionaler, baubiologischer und nachhaltiger Baustoffe im Hinblick auf die Harmonisierung zwischen Mensch und bebauter Umwelt.

Wissenschaftlich begleitete Projektentwicklung und -umsetzung

Mit dem Fritz-Bender-Baupreis wurden am 6. Februar 2018 das Planungsteam, welches von Projektleiter Prof. Martin Wollensak repräsentiert wurde, der an der Fakultät Gestaltung der Hochschule Wismar Entwerfen, Baukonstruktion und Baustofftechnik lehrt, sowie der Bauherr ausgezeichnet.

Gemeinsam mit seiner wissenschaftlichen Mitarbeiterin Lucia Oberfrancovà hatte Professor Wollensak das Objekt im Rahmen eines von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (BDU) geförderten Forschungsprojektes entwickelt und mit dem Institut für Gebäude-, Energie und Lichtplanung (IGEL) – einem An-Institut der Hochschule Wismar – umgesetzt. Außerdem hat das Kompetenzzentrum Bau Mecklenburg-Vorpommern(KBauMV) – eine zentrale wissenschaftliche Einrichtung der Hochschule Wismar – das Projekt wissenschaftlich begleitet.

Jury und Kriterien – Fritz-Bender-Baupreis 2017

Im Rahmen der Preisverleihung erläuterten die Jury-Mitglieder der Fritz-Bender-Stiftung Oliver Bendixen, Stellvertretender Stiftungsvorstand & Journalist, Johanna Huber, Vorsitzende des Stiftungsrates und Ministerialdirigentin a.D. und Wolfgang Bauer, Architekt Fritz Bender GmbH,) die drei wichtigsten Kriterien, die zur Preisvergabe geführt haben: Dazu gehören neben einem ganzheitlichen, nachhaltigen Konzept, das alle Lebenszyklen des Gebäudes berücksichtigt, auch der integrale Planungsprozess und das Monitoring zur Überprüfung der Qualitäten nach Fertigstellung und Bezug.

Holz und Lehm als Material

Der Bauherr und Träger der Einrichtung – das Deutsche Rote Kreuz, Kreisverband Rügen-Stralsund e.V. – hatte die Kita in Rügens ältester Stadt im September 2014 mit dem Prädikat „größter Lehm-Neubau für Kindertageseinrichtungen in Deutschland“ eröffnet

Fünfundsechzig Zentimeter dick sind die nicht tragenden Außenwände aus Lehmziegeln, die außerdem mit Lehm verputzt wurden. Die tragenden Wände bestehen aus Holzwandscheiben. Durch diese klassischen und natürlichen Materialien und durch die kontrollierte Be- und Entlüftung im Innenhof des Gebäudes entsteht ein hervorragendes Raumklima. Zur Effizienz des Baus tragen die Photovoltaikanlage und die Solarpaneele für die Warmwasserversorgung auf dem Dach bei, während eine Luft-Wärmepumpe mit Erdwärmespeicherkopplung zum Heizen des Gebäudes dient.

Zum Fritz-Bender-Baupreis

Der Fritz-Bender-Baupreis hat als Stiftungszweck die Förderung von biologischem Bauen und biologischen Baustoffen im Hinblick auf eine Harmonisierung zwischen Mensch und bebauter Umwelt. Um den Baupreis können sich sowohl der Bauherr als auch das verantwortliche Architekturbüro bewerben. Voraussetzung ist, dass das Bauwerk öffentlich zugänglich ist. Der Baupreis wird in der Regel jährlich einmal in Höhe von 20.000 Euro vergeben. Der Baupreis wurde erstmalig 1988 verliehen.

Pressemitteilung / Kerstin Baldauf (Hochschule Wismar)