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Nachrichten Mecklenburg-Vorpommern

Übergriffe auf Lalendorfer Bürgermeister

Der Fall der Patenschaft des Bundespräsidenten für das siebte Kind einer rechtsextremen Familie verlässt nun den Pfad der verbalen Auseinandersetzung.

Wegen der Weigerung Reinhard Knaaks, Bürgermeister in Lalendorf, Patenschaftsurkunde und Geldzuwendung des Bundespräsidenten an das siebte Kind einer rechtsextremistischen Familie zu Übermitteln – die Urkunde inklusive einer Geldzuwendung von 500 Euro ging anfänglich an den Bürgermeister, dieser schickte beides jedoch an das Bundespräsidialamt in Berlin zurückgeschickt – muss dieser nun um seine Sicherheit bangen. Zwar sei die Urkunde dem Neugeborenen am Mittwoch nun direkt zugesandt worden, wie das Bundespräsidialamt mitteilte. Damit scheint der Fall für die Rechten allerdings noch lange nicht abgehakt zu sein.

Sechs Personen, die der rechten Szene zugeordnet werden, sind laut Polizeibericht am Sonntag auf das Grundstück des Bürgermeisters eingedrungen. Eine rechtsgerichtete Gruppe habe zudem Handzettel gegen Knaack im Ort verteilt.

Das rechte Gruppen schwierigkeiten damit haben, Probleme ausschließlich auf demokratischen und verbalen Wege zu lösen und wenn deren Populismus nicht mehr ausreicht zur Einschüchterung übergehen, ist bekannt. Und das scheint auch so zu bleiben,denn auch hier beschreiten NPD und Co. wieder selbigen Weg.  Dazu erklärte der Vorsitzende der Linksfraktion, Helmut Holter: „Wieder einmal haben die Rechtsextremisten ihre Maske fallen lassen und ihr wahres Gesicht gezeigt. In der politischen Auseinandersetzung schrecken sie vor Gewalt nicht zurück. Die Bedrohung des Lalendorfer Bürgermeisters Reinhard Knaak, noch dazu auf seinem eigenen Grundstück, verurteile ich auf das Schärfste. Die Zivilcourage des Lalendorfer Bürgermeisters verdient nach den aktuellen Übergriffen um so mehr Respekt.“ so Holter.

Auch sei es ein ungeheuerlicher Vorgang, dass Unbekannte eine Gedenktafel für die Opfer des Faschismus auf das Grundstück des Gnoiner Bürgermeisters warfen. Im Hinblick auf diese jüngsten rechtsextremistischen Übergriffe führte der Landesvorsitzende der LINKEN, Steffen Bockhahn sogar an: „Diese Partei muss endlich verboten werden! Es macht außerdem deutlich, dass wir mehr Unterstützung brauchen für jene, die sich gegen Faschismus stark machen.“

Wie die Polizei berichtete, blieb das Grundstück des Bürgermeisters Reinhard Knaak unbeschädigt. Die Störer erhielten allerdings einen Platzverweis, weiterhin wurden ihre Personalien notiert. Zudem wurde ein Ermittlungsverfahren wegen Hausfriedensbruchs und Widerstands gegen Beamte, da es bei der Kontrolle der Personen zu Übergriffen auf die Polizisten gekommen sei, eingeleitet.


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