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Nachrichten Mecklenburg-Vorpommern

Übergabe Zuwendungsbescheid Kinder- und Jugendberatungsstelle Anklam

Schwerin. Die Parlamentarische Staatssekretärin für Frauen und Gleichstellung, Dr. Margret Seemann (SPD), übergab am 29.04.2008 einen Zuwendungsbescheid an SHIA e. V. Wolgast für die Kinder- und Jugendberatungsstelle bei häuslicher Gewalt i. H. v. 33.320 Euro.

Die Kinder und Jugendberatungsstelle ist Teil der Interventionsstelle Anklam.

In den Haushaltsberatungen zum Doppelhaushalt 2008/2009 wurden vom Landtag Haushaltsmittel von insgesamt 166.600 Euro bzw. 250.000 Euro für landesweit fünf Kinder- und Jugendberatungsstellen bei häuslicher Gewalt in Schwerin, Rostock, Stralsund, Anklam und Neubrandenburg bereitgestellt. Mit diesen Mitteln soll ab 1. Mai 2008 das bisher von der Stiftung Aktion „Mensch“ und der Stiftung „Deutsche Jugendmarke“ in Rostock und Schwerin erfolgreich durchgeführte Beratungsprojekt fortgeführt und etabliert werden.

In der Anklamer Interventionsstelle gab es 2007 392 Opfer davon 332 Kinder und Jugendliche, die von häuslicher Gewalt mitbetroffen waren. Auftrag der Beratungsstelle wird in erster Linie die Interessenvertretung für von häuslicher Gewalt betroffene Kinder sein. Sie wirkt aber auch unterstützend für die Mütter.

Landesweit wurden im Jahre 2007 in den fünf Interventionsstellen insgesamt 1.675 Frauen mit 1.512 Kindern und Jugendlichen erfasst. Insgesamt waren es in den Interventionsstellen, Kontakt- und Beratungsstellen sowie Frauenhäusern 3.277 Frauen mit 2.567 Kindern und Jugendlichen.

Seemann: „Das große Dunkelfeld bleibt bei diesen Zahlen unbetrachtet. Im Hinblick auf eine effektive Prävention ist es daher notwendig, Mädchen und Jungen frühzeitig Begleitung und Unterstützung anzubieten, wenn sie häusliche Gewalt miterleben.“ Sie weist darauf hin, dass Kinder und Jugendliche gefährdet seien, die Verhaltensmuster der Eltern zu wiederholen und andere gewaltfreie Lebensentwürfe aus eigener Kraft nicht realisieren zu können. Oft entwickelten sie ein eigenes Risikoverhalten, wie Schulverweigerung, mangelnde Konfliktfähigkeit, aber auch nach innen gerichtete Bewältigungsmuster in Form von Magersucht, Depressionen und Suizität.

Mit den Kinder- und Jugendberatungsstellen werde eine spezielle, sogenannte niedrigschwellige Beratung angeboten. Es müssen so keine bürokratischen Hürden genommen werden, um frühzeitig Hilfe zu erhalten. „Deshalb freue ich mich, dass es gelungen ist, Kinder- und Jugendberatung an allen Interventionsstellen einzurichten. Mädchen und Jungen, die häusliche Gewalt miterlebt haben, brauchen diese zusätzlichen Hilfsangebote, um die schrecklichen Erlebnisse zu verarbeiten“ so Seemann.


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