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Nachrichten Mecklenburg-Vorpommern

Tschüss, Lahti 2017!

51.Nordische Ski-WM 2017 sportlich beendet

Die 51.Nordischen Ski-Weltmeisterschaften in Lahti 2017, die letzten globalen Meisterschaften im Skilanglauf, im Skispringen und in der Nordischen Kombination vor den 23.Olympischen Winterspielen 2018 in Pyeongchang, sind schon wieder Geschichte. 260 nordische Skisportlerinnen und 423 nordische Skisportler aus 61 Ländern wetteiferten um die 63 Medaillen in den 21 Entscheidungen im Skilanglauf, im Skispringen und in der Nordischen Kombination.

Bisheriges Rekord-Ergebnis getoppt

Und diese verliefen aus deutscher Sicht überaus erfolgreich. Mit 11 Medaillen, darunter 6 x Gold, toppte die deutsche Mannschaft knapp das Resultat des (ost-)deutschen Teams 1974 bei den WM in Falun. Damals schafften Gerhard Grimmer, Ulrich Wehling, Hans-Georg Aschenbach & Co. insgesamt 5 x Gold, 6 x Silber (allerdings bei nur zehn WM-Konkurrenzen) – zwar die gleiche Medaillen-Anzahl, aber eine Goldene weniger.

Erfolgreichste Nation wurde 2017 wieder einmal Norwegen mit 18 Medaillen, darunter 7 x Gold. Sehr erfolgreich war auch Russland mit 6 Medaillen, darunter 2 x Gold. WM-Titel gingen auch an Österreich (zwei), Finnland, Italien, Polen und Kanada (je einen). Insgesamt errangen 12 Länder Edelmetall, darunter 8 Staaten eine oder mehrere Goldmedaillen.

Marit und Johannes am goldigsten

Zur erfolgreichsten WM-Athletin in Lahti avancierte die Skilangläuferin Marit Björgen aus Norwegen mit 4 x Gold. Ihre Bilanz bei Olympischen Winterspielen (2002-2014) beträgt bislang 6 x Gold, 3 x Silber, 1 x Bronze, und bei WM (2003-2017) 18 x Gold, 5 x Silber, 3 x Bronze). Bester WM-Athlet 2017 war hingegen der Nordisch Kombinierte Johannes Rydzek vom deutschen Team mit ebenfalls 4 x Gold. Bei Winter-Olympia (2010-2014) holte er bis dato 1 x Silber, 1 x Bronze und bei Welt-Titelkämpfen (2011-2017) 6 x Gold, 4 x Silber, 1 x Bronze.

Im Skispringen der Frauen bzw. der Herren waren Carina Vogt (DSV) mit 2 x Gold und Stefan Kraft (Österreich) mit 2 x Gold, 1 x Silber, 1 x Bronze besonders glanzvoll. Der medaillenträchtigste Skilangläufer in Lahti war Sergej Ustjugow aus Russland mit 2 x Gold, 3 x Silber.

Lahti, ein gutes „skisportliches Pflaster“ aus deutscher Sicht?!

Lahti, zum siebenten Mal Gastgeber von Nordischen Ski-WM, war wieder einmal ein gutes skisportliches „WM-Pflaster“ für die deutschen Teilnehmerinnen und Teilnehmer.

Wie war das noch 1926 und 1938?!

Bei den WM 1926 und 1938 „an gleicher Stelle“ war es allerdings nicht ganz „optimal“. 1926 waren nur die Skispringer Gustav Müller und Wilhelm Dick vor Ort, wobei der 15.Rang von Gustav Müller von der Gross-Schanze seinerzeit das beste WM-Resultat aus deutscher Scht bedeutete. Norwegen wurde mit 2 x Gold, 2 x Silber, 3 x Bronze erfolgreichste Nation. 12 Jahre später schaffte Finnland mit 3 x Gold, 1 x Silber, 1 x Bronze das beste Gesamt-Ergebnis. Aus deutschem Blickwinkel war der fünfte Rang der 4 x 10 Kilometer-Herren-Staffel das wertvollste Resultat 1938.

Von Helmut Recknagel 1958…

Bei den 1958er WM in Lahti sprang dann Helmut Recknagel von der Normalschanze zu Bronze, wenigstens eine Medaille für die damals geteilten Deutschen. Finnland avancierte mit 4 x Gold, 3 x Silber, 3 x Bronze wieder zur Top-Nation.

…zu Matthias Buse 1978

Weitere 20 Jahre danach, in Lahti 1978, kam Deutschland, genauer gesagt, die DDR, zu 3 x Gold, 2 x Silber, 2 x Bronze. Die Sowjetunion gewann damals das Medaillen-Ranking mit 3 x Gold, 5 x Silber, 3 x Bronze. Die deutschen Goldenen der DDR erkämpften Konrad Winkler in der Nordischen Kombination, Matthias Buse im Skispringen (Normalschanze) und die DDR-Mannschaft (inoffizieller Wettkampf) im Skispringen.

1989 einmal „vergoldet“ – Jens Weissflog

Bei der WM in Lahti 1989 sammelten die Finninnen und Finnen mit 6 x Gold, 5 x Silber, 4 x Bronze wieder am fleissigsten Edelmetall. Die immer noch geteilten Deutschen schafften dank der DDR 1 x Gold, 1 x Silber, 1 x Bronze, wobei Jens Weissflog im Skispringen (Normalschanze) siegte.

Deutsches Team 2001 mit dreimal Gold

Zwölf Jahre danach war Norwegen mit 6 x Gold, 2 x Silber, 2 x Bronze die beste Nation in Lahti 2001. Das nunmehr vereinte Deutschland erkämpfte 3 x Gold, 2 x Silber, 3 x Bronze. Die Goldenen für Schwarz-Rot-Gold errangen Marko Baacke in der Nordischen Kombination, Martin Schmitt im Skispringen von der Gross-Schanze und das deutsche Team im Mannschaftsskispringen von der Gross-Schanze.

Ja, in Lahti ging oft etwas für die deutschen „Nordis“.

Die Nordischen Ski-WM im olympischen Zyklus 2014-2018: Von Falun 2015 nach Lahti 2017

Ein Jahr vor Pyeongchang kann man – anhand der beiden Welt-Titelkämpfe im Nordischen Skisport im olympischen Zyklus 2014-2018 -ein insgesamt positives Fazit aus Sicht der deutschen Nordischen Skisportlerinnen und Skisportler ziehen.

Falun 2015 mit acht Medaillen

Bei den WM 2015 in Falun dominierten ganz klar die Norwegerinnen und Norweger mit zwanzig Medaillen, darunter 11 x Gold. Die deutsche Mannschaft durfte vor zwei Jahren über acht Medaillen, darunter 5 x Gold jubeln. Goldene Momente in Falun erlebten Johannes Rydzek (Nordische Kombination, Normalschanze), das deutsche Nordische Kombinierer-Team (Normalschanze), Severin Freund im Skispringen (Gross-Schanze), Carina Vogt im Skispringen der Frauen und das deutsche Skisprung-Mixed-Team.

Für Abwechslung im skandinavisch-russisch-mitteleuropäischen „Einerlei“ sorgten die Nordamerikanerinnen und Nordamerikaner 2015. So gewann der Kanadier Alex Harvey Silber im Sprint bzw. Bronze im Skiathlon bzw. die Amerikanerinnen Jessica Diggins und Caitlin Gregg Silber bzw. Bronze über 10 Kilometer Freistil.

Rekord-Ergebnis in Lahti 2017

In Lahti, bei den WM 2017, gab es nun die erwähnte Rekord-Bilanz für die Deutschen bei einer Nordischen Ski-WM. Die Goldmedaillen erkämpften dabei in den Einzel-Wettkämpfen der Nordischen Kombination (Normalschanze, Gross-Schanze) Johannes Rydzek, die deutschen Nordischen Kombinierer im Mannschafts-Wettkampf bzw. im Team-Sprint, Carina Vogt im Skispringen der Frauen und das deutsche Skisprung-Mixed-Team.

Edelmetall für Nordamerika gab es 2017 ebenfalls. Im Skilanglaufen holten die Amerikanerinnen drei Medaillen, so Silber durch Jessica Diggins im Sprint, Bronze durch Kikkan Randall auch im Sprint und Sadie Bjornsen/Jessica Diggins im Teamsprint.

Für die grösste Überraschung 2017 sorgte hingegen der Kanadier Alex Harvey, der die 50 Kilometer vor dem Russen Sergej Ustjugow, dem Finnen Matti Heikkinen und dem Briten Andrew Musgrave gewann – mithin die zweite WM-Goldmedaille im Nordischen Skisport für Kanada nach dem Teamsprint-WM-Gold bei den Herren 2011 durch Devon Kershaw/Alex Harvey.

Olympische Goldmedaillen im Nordischen Skisport für Kanada hatte es bis dato durch Beckie Scott im Verfolgungsrennen 2002 und durch Chandra Crawford im Einzelsprint 2006 gegeben.

Deutsche „Nordische Baustelle“ – der Skilanglauf

Sehr erfreulich die deutsche Bilanz für die Nordischen Kombinierer bzw. für die Skispringerinnen bzw. Skispringer sowohl bei den WM 2015 in Falun als auch bei den WM 2017 in Lahti auch ist, eine grosse „Baustelle“ bei den „Nordis“ gibt es 12 Monate vor Pyeongchang dennoch: Die deutschen Skilangläuferinnen und Skilangläufer blieben bei beiden WM im olympischen Zyklus 2014-2018 ohne Edelmetall…

Allerdings: Die sechsten Plätze im Frauen-Team-Sprint durch Stefanie Böhler/Nicole Fessel bzw. der Frauen-Staffel sowie der Herren-Staffel, der siebente Rang im Herren-Team-Sprint durch Thomas Bing/Sebastian Eisenlauer, der zehnte Rang von Stefanie Böhler über 10 Kilometer klassisch und die beiden  elften Plätze von Hanna Kolb im Sprint bzw. von Katharina Hennig im Skiathlon stimmen durchaus hoffnungsvoll. Vielleicht rücken die deutschen Skilangläuferinnen und Skilangläufer in Pyeongchang 2018 in die absolute Weltklasse vor…

Die deutschen „Nordis“ können jedenfalls optimistisch und hoffnungsvoll gen Pyeongchang 2018 blicken.

… Exkurs: Nach den Nordischen Ski-WM 2017 ist vor den WM im Ski-Freestyle und Snowboarden 2017

Wie schon 2015 in Kraichgau gibt es auch 2017 gemeinsame Weltmeisterschaften der Ski-Freestyler mit den Snowboardern in der Sierra Nevada (7.März bis 19.März).

Seit 1986 in Tignes gibt es WM im Skisport-Freestyle und seit 21 Jahren dürfen auch die Snowboarderinnen bzw. Snowboarder weltmeisterlich ran: 1996 war Lienz der erste WM-Austragungsort in puncto Snowboard.

Bis zu den WM 2015 in Kreischberg konnten Frankreich (46 Medaillen, darunter 18 x Gold), Österreich (44 Medaillen, darunter 11 x Gold), die USA (40 Medaillen, darunter 13 x Gold) und die Schweiz (32 Medaillen, darunter 13 x Gold) die meisten Medaillen erringen.

Bislang 4 x WM-Gold mit dem Snowboard

Die deutsche Bilanz mit dem weltmeisterlichen Snowboard lautet 4 x Gold, 4 x Silber, 7 x Bronze. Die deutschen Weltmeister-Titel erkämpften 1997 Heidi Renoth (Parallel-Slalom), 2013 Isabella Laböck (Parallel-Riesen-Slalom), 1997 Bernd Kroschewski (Parallel-Slalom) und 1999 Markus Ebner (Parallel-Riesen-Slalom).

Seit 1998 ist Snowboarden im Programm der Olympischen Winterspiele. Deutsche Snowboarderinnen erkämpften dabei insgesamt fünf Medaillen unter den fünf olympischen Ringen, so Nicola Thost Gold in der Halfpipe 1998 in Nagano, Heidi Renoth Silber im Parallel-Riesenslalom 1998 in Nagano, Amelie Kober Silber ebenfalls im Parallel-Riesenslalom 2006 in Turin, Anke Karsten Silber im Parallel-Slalom 2014 in Sotschi und Amelie Kober Bronze außerdem im Parallel-Slalom 2014 in Sotschi.

Die US-Amerikanerinnen und US-Amerikaner waren jedoch mit dem Snowboard unter den fünf olympischen Ringen bislang am besten und erkämpften zwischen 1998 in Nagano und 2014 in Sotschi 24 Medaillen, darunter 10 x Gold. Die einzige Snowboarderin mit drei Medaillen bei Olympischen Winterspielen ist die US-Amerikanerin Kelly Clark (1 x Gold, 2 x Bronze). Bei den Herren Snowboardern sind der Schweizer Philipp Schoch, der Russe Vic Wild und die beiden US-Amerikaner Shaun White bzw. Seth Wescott mit jeweils 2 x Gold die Erfolgreichsten.

Marko Michels

 

 

 


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