Studenten der Uni Rostock feiern fremdsprachiges Theaterfestival auf Bühne 602

Hauptgebäude der Universität Rostock am Universitätsplatz, Foto: ITMZ

Raus aus dem Hörsaal, rein in die vielfältige Landschaft von Literatur, Kultur und Sprache. Vom 4. bis 10. Juni 2018 startet nunmehr zum sechsten Mal ein Theatertreffen zwischen den Partneruniversitäten Rostock und Nantes (Frankreich). Eine Theatergruppe aus Nantes kommt zusammen mit dem Künstlerkollektiv „Étrange Miroir“ nach Rostock, um bei der „Rencontre sur scène“, dem Fremdsprachigen Studierenden-Theaterfestival, zu spielen.

„Herzstück des Theater-Projektes ist es, dass die französischen und deutschen Teilnehmer und Teilnehmerinnen nicht nur die jeweilige Fremdsprache praktizieren, sondern über das Theater in Beziehung zueinander treten“, sagt Christoph Behrens, Leiter des Theaterprojektes auf deutscher Seite und wissenschaftlicher Mitarbeiter für Französische und Italienische Literaturwissenschaft der Romanistik an der Universität Rostock.

In diesem Jahr wird es neben zwei klassischen Theaterstücken auch mehrere Performances, Videovorführungen und Soundinstallation von eingeladenen Künstlern auf der Bühne 602 am Rostocker Stadthafen für interessiertes Publikum zu sehen geben.

Die verschiedenen Inszenierungsstile bedienen klassische Monologe genauso wie experimentelle intermediale Bewegungssequenzen. „Jedes Stück ist anders! Durch das facettenreiche Programm entsteht ernstzunehmende, spannende Theatervielfalt, die Geschmäcker bedient und zugleich herausfordert“, sagt Dr. Andrea Zittlau, ebenfalls wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Rostock in der Amerikanistik und Performance-Künstlerin, die zusammen mit Behrens die künstlerische Leitung des Theatertreffens bereits seit zwei Jahren übernommen hat.

Das Fremdsprachige Studierenden-Theaterfestival in Rostock lädt ein, den Spagat zwischen Hörsaal, Bühne und der weiten Welt mitzuerleben. „Vielleicht auch in Schwindel zu geraten, aber vor allem, Vielfalt in Gemeinschaft zu erfahren“, urteilt Behrens.

Erstmals gibt es beim diesjährigen Treffen ein breites Workshop-Angebot zum Zusammenspiel von Theaterpädagogik und Fremdsprachendidaktik. Im Rahmen des Projektes „Von der Bühne ins Klassenzimmer“ in Zusammenarbeit mit dem Landesweiten Zentrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung Mecklenburg-Vorpommern (ZLB) soll nicht nur der Art und Weise nachgegangen werden, wie Fremdsprachen sich durch das Theaterspiel am besten vermitteln lassen, sondern besonders den zukünftigen Fremdsprachlehrenden ein Repertoire von Methoden an die Hand gegeben werden.

„Im Vorfeld haben wir schon einige Methoden in Workshops mit Französischschülerinnen und -schülern aus Ribnitz-Damgarten und Rostock erprobt. Das kam sehr gut an“, berichtet Behrens.

Die Rostocker Studentin Elisa Barteleit ist schon mehrfach beim Theatertreffen dabei gewesen. „Ich habe durch das Mitwirken beim französischen Theater viel über die Konzeption und Inszenierung von Theaterstücken gelernt.“ Da die Produktionen des Atelier de théâtre, der französischsprachigen Rostocker Theatergruppe, meist Eigenkreationen und zudem alle Studierenden an der Inszenierung beteiligt seien, „setzt man sich sehr intensiv und effektiv mit der französischen Sprache auseinander.

Für den Bühnenauftritt kommt es dann natürlich noch darauf an, immer wieder an der Aussprache zu feilen“, urteilt die theaterbegeisterte Studentin. Wer sich in einer fremden Sprache spielerisch ausdrücken könne, habe die besten Voraussetzungen, sie anderen zu vermitteln. Die Zusammenarbeit mit Muttersprachlern ist ein wichtiger Bestandteil. So sind auf beiden Seiten auch immer Erasmus-Studierende aus den Universitäten an der Loire und an der Ostsee dabei.

„Nach sechs Jahren Austausch ist es fast schon wie ein Besuch bei der Verwandtschaft“, sagt Christoph Behrens. „Langweilig wird es uns nicht. Die immer wieder neuen Stücke, die Vielfalt an Menschen und Ideen reizen und inspirieren jedes Jahr alle Beteiligten neu. Sich im Studium kreativ und produktiv mit fremden Sprachen, Literaturen und Kulturen auseinanderzusetzen, ist für Europa gerade jetzt von besonderer Bedeutung“, so der Rostocker Literaturwissenschaftler.

Erstmals nehmen in diesem Jahr auch Theaterpädagogen und -pädagoginnen sowie Künstler und Künstlerinnen aus Großbritannien, Spanien und natürlich Frankreich teil. „Eine große Bereicherung, die wir planen, in ein EU-Projekt auszubauen. Show must go on“, sagt Behrens.

Pressemitteilung der Universität Rostock, Text: Wolfgang Thiel