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Nachrichten Mecklenburg-Vorpommern

Südamerika trifft auf Norddeutschland

Das Colombian Youth Philharmonic Orchestra und Daniel Müller-Schott spielen in Stolpe

Der vielfach ausgezeichnete Cellist Daniel Müller-Schott und das Colombian Youth Philharmonic Orchestra gastieren am Sonntag, den 2. Juli um 17:00 Uhr, in der Haferscheune in Stolpe (Anklam).

Das Nachwuchsorchester aus Kolumbien spielt unter der Leitung des aus Kolumbien stammenden Dirigenten Andrés Orozoco-Estrada. Auf dem Programm stehen neben Neuer Musik aus Südamerika auch Klassiker wie die fünfte Sinfonie von Pjotr Iljitsch Tschaikowski. Das Konzert Variation über Südamerika der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern findet mit freundlicher Unterstützung der BUST Steuerberatung für Ärzte und der Suiker Unie GmbH & Co KG.

Es gibt noch Karten zum Preis von 50.-/40.-/30.-/20.- Euro (zzgl. VVK-/AK-Gebühr) bei den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern unter www.festspiele-mv.de, telefonisch unter 0385 5918585, an den bekannten Vorverkaufskassen oder an der Abendkasse.

Passend zum Motto bildet das Werk América Salvaje (dt. Wildes Amerika) des peruanischen Komponisten Jimmy López den Auftakt zum Konzert.  Das Orchesterwerk mit ungewöhnlicher Besetzung bezieht durch seine interaktiven Elemente das Publikum mit ein und wird dadurch für jeden Zuhörer garantiert zu einem unvergesslichen Erlebnis.

Mit der Unterstützung des Preisträgers der Festspiele MV Daniel Müller-Schott am Cello spielen die jungen Nachwuchsmusiker Max Bruchs Orchesterwerk Kol Nidrei, das auf einem jüdischen Gedicht basiert, und Variationen über ein Rokoko-Thema von Tschaikowski. Mit dessen stürmisch-bewegter fünfter Sinfonie wagen sich die jungen Musiker im Anschluss an ein Meisterwerk, das Tschaikowski selbst einst als „misslungenes Werk“ bezeichnete, mittlerweile aber zu einer der beliebtesten Sinfonien Tschaikowskis zählt.

Die rund 100 Nachwuchsmusiker der Filarmónica Joven de Colombia (Colombian Youth Philharmonic) zählen zu den besten jungen Instrumentalisten Kolumbiens und repräsentieren alle sozialen Schichten und Regionen ihres Landes. 2010 von der Stiftung „Fundación Bolívar Davivienda“ gegründet, hat das kolumbianische Jugendorchester mit seinen Musikern zwischen 16 und 24 Jahren bei mehr als 120 Konzerten in und außerhalb Kolumbiens seine Zuhörer begeistert.

Regelmäßig verfeinern die jungen Künstler, die in einem strengen Auswahlverfahren landesweit von einer internationalen Jury ausgewählt wurden, ihr Können in Workshops mit Musikern namhafter Orchester wie den Wiener Philharmonikern, dem Mahler Chamber Orchestra, dem Houston Symphony oder hr-Sinfonieorchester Frankfurt. „Diese südamerikanische Truppe könnte die Besten von Juilliard herausfordern“, urteilte ein Musikkritiker in den Dallas Morning News über ihr Können und ihre hingebungsvollen wie mitreißenden Interpretationen.

Nachdem Daniel Müller-Schott im Jahr 1995 mit dem ersten Solistenpreis der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern ausgezeichnet wurde, prägte er die Sommersaison 2008 als  Preisträger in Residence. Er zählt heute zu den weltbesten Cellisten und ist auf allen wichtigen internationalen Konzertpodien zu hören.

Seit zwei Jahrzehnten begeistert er sein Publikum mit kraftvollen Interpretationen und vereint technische Brillanz mit großem intellektuellen und emotionalen Verständnis. Daniel Müller-Schott gastierte bei international bedeutenden Orchestern, u.  a. bei den Berliner Philharmonikern unter Alan Gilbert, beim New York Philharmonic und dem Boston Symphony Orchestra unter Charles Dutoit oder den Münchner Philharmonikern unter Lorin Maazel.

Darüber hinaus ist er regelmäßig Gast bei Klangkörpern wie dem City of Birmingham Symphony Orchestra, dem Philharmonia Orchestra, dem London Philharmonic Orchestra, dem Gewandhausorchester Leipzig, den Radio-Orchestern von Berlin, München, Frankfurt, Stuttgart und Hamburg oder in den USA mit den Orchestern in Cleveland, Chicago und Philadelphia.

Er konzertierte unter Dirigenten wie Christoph Eschenbach, Iván Fischer, Bernard Haitink, Jakub Hr?ša, Pietari Inkinen, Neeme Järvi, Jun Märkl, Andris Nelsons, Gianandrea Noseda und Kurt Masur sowie Sakari Oramo, Vasily Petrenko, André Previn, Michael Sanderling, Jukka-Pekka Saraste und Krzysztof Urba?ski.

Andrés Orozco-Estrada wurde in Medellín (Kolumbien) geboren und ausgebildet in Wien. Seit der Spielzeit 2014/15 ist er Chefdirigent des hr-Sinfonieorchesters Frankfurt und Music Director beim Houston Symphony. Außerdem ernannte ihn das London Philharmonic Orchestra im September 2015 zu seinem Ersten Gastdirigenten.

Zuvor war er Chefdirigent des Tonkünstler-Orchesters, mit dem er zwischen 2009 und 2015 sehr erfolgreich zusammenarbeitete. Andrés Orozco-Estrada dirigiert viele der führenden Orchester weltweit, darunter die Wiener Philharmoniker, das Orchestra dell’Accademia Nazionale di Santa Cecilia in Rom, das Orchestre National de France, die Staatskapelle Dresden, das Gewandhausorchester Leipzig, die Wiener Symphoniker und das Mahler Chamber Orchestra ebenso wie die US-amerikanischen Orchester in Philadelphia, Pittsburgh, Cleveland und Chicago.

Im Sommer 2014 war er erstmals beim Glyndebourne Festival mit „Don Giovanni“ zu Gast und wurde daraufhin eingeladen, 2017 dort „La Traviata“ zu dirigieren. Im Sommer 2016 kehrte er nach seinem begeisternden Debüt vom Vorjahr zu den Salzburger Festspielen zurück mit Nicolais Oper „Il Templario“ und stand außerdem – anstelle von Nikolaus Harnoncourt – bei Beethovens Neunter Symphonie am Pult des Concentus Musicus Wien.

Es begann mit einem Mord und endete in schönster Harmonie von anspruchsvoller Gastlichkeit im ländlichen Idyll: Das Landgut und ehemalige Kloster Stolpe war ein Geschenk der schwedischen Königin Christine an Graf Steenbock, Generalmajor von Schwedisch-Pommern, nachdem am Ende des Dreißigjährigen Krieges Pommern zum schwedischen Königreich gehörte.

Die Gründung des Klosters geht auf eine kurze, eher blutrünstige Episode aus dem Mittelalter zurück: Im Jahre 1136 ermordete in einem bis dahin niemals urkundlich erwähnten Ort namens Stolpe ein wendischer Edelmann den zum Christentum übergetretenen Herzog Wartislaw I. Man erkor den Toten zum Märtyrer und errichtete zu seinem Gedenken ein Kloster, das später in den Wirren des Dreißigjährigen Krieges bis auf die Grundmauern niederbrannte.

Letzte Überreste davon sind bis heute auf dem Gutsgelände zu besichtigen. 1720 ging das Gut an den Preußenkönig Friedrich Wilhelm I., 1807 übernahm es der preußische Staat, später wurde es bülowscher Besitz. 1926 heiratete Ursula Bülow-Maltzan Kurt Stürken und wurde sechsfache Mutter. Die Familie floh 1945 nach Hamburg – das Gut wurde zum Volkseigenen Gut (VEG) Saatbau Stolpe. 1994 erwarb Kurt Stürken, der zweitjüngste Sohn der ehemaligen Besitzer, das Gut zurück und baute es zu einem stilvollem Landhotel mit 36 Zimmern und Suiten um.

Heute kann man im Park des Gutshaus Stolpe unter Kastanien, Eichen und Rotbuchen die ländliche Ruhe genießen, im Restaurant auf höchstem Genuss speisen oder im rustikalen Gasthaus Stolper Fährkrug, in dem schon Fritz Reuter gerne saß, den Verkehr auf der Peene beobachten. Viel Geschichte – mit Happy End! Die Haferscheune eignet sich dank seiner Akustik und der Atmosphäre besonders für symphonische Konzerte und größere Veranstaltungen der Festspiele Mecklenburg Vorpommern.

Dr. Ina Voigt, Leitung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Festspiele Mecklenburg-Vorpommern gGmbH

 


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