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Nachrichten Mecklenburg-Vorpommern

Studie bestätigt Potential der Offshore-Windenergieindustrie für MV

Seidel: Gute Voraussetzungen für Windenergie- und Offshore-Bereich – Häfen sollen sich weiter profilieren

In Mecklenburg-Vorpommern hat sich die Windenergie-branche in den letzten Jahren mit einer beeindruckenden Dynamik weiterentwickelt. Ein hoher Vernetzungsgrad zwischen Wirtschaft und Wissenschaft, vorhandene Flächen und gute Produktions- und Testbedingungen in Hafennähe haben MV zu einem aufstrebenden Bundesland in der Windenergienutzung werden lassen. Vor diesem Hintergrund beauftragten die Landeswirtschaftsfördergesellschaft „Invest in MV“ Wind Energy Network Rostock e.-V. und die Logistikinitiative Mecklenburg-Vorpommern e.V. den international renommierten Dienstleister GL Garrad Hassan, das Thema Logistik und Offshore-Windenergieindustrie für das Land Mecklenburg-Vorpommern zu analysieren.

„Die Ergebnisse der Studie bestätigen, dass das Land in diesem Wirtschaftsbereich langfristig gute Perspektiven hat.  Uns geht es insbesondere darum, Mecklenburg-Vorpommern als Produktionsstandort für Windkraft weiter auszubauen und die Schaffung von innovativen Industriearbeitsplätzen zu unterstützen“, sagte  Wirtschaftsminister Jürgen Seidel. „Gerade für den Offshore-Bereich sind die Häfen in Mecklenburg-Vorpommern geeignete Produktions- und Investitionsstandorte.“

Die über 160 Seiten umfassende Studie geht davon aus, dass das dynamische Wachstum im Bereich des Offshore-Windmarktes generell anhält. Eine erheblich verstärkte Nachfrage wird in den nächsten Jahren überdies aus China erwartet.

Ein Ziel der Studie war es, ein detailliertes Profil für die Seehäfen Rostock, Wismar, Sassnitz und Lubmin zu erstellen und diese insbesondere hinsichtlich ihrer jeweils spezifischen Eignung für die unterschiedlichen Produktionsstufen von Offshore-Windkraftanlagen zu bewerten (z. B. Installations¬basis für Fundamente, Produktion von Turm, Gondel, Rotoren, Umspannwerke, etc.). Diese so ge¬nannten Stärke-Schwächen-Profile lassen nun erstmals erkennen, wo bei den einzelnen Häfen in MV noch Handlungsbedarf besteht, um die jeweilige Wettbewerbssituation zu verbessern. Die Profile zeigen potentiellen Investoren die schon jetzt vorhandenen guten Voraussetzungen für ein Investment auf.

Allein nach dem Nationalen Aktionsplan für Erneuerbare Energien (NAP) sollen bis 2020 zehn Giga-Watt Offshore-Windenergieanlagen vor Deutschlands Küsten in Betrieb gehen. Dies entspricht einem Investitionsvolumen von 30 Mrd. Euro innerhalb der nächsten 10 Jahre. Hierdurch werden eine Vielzahl neuer Arbeitsplätze für hochqualifiziertes Personal als auch neue Berufsbilder wie z. B. im Bereich von Service und Wartung von Offshore-Windparks entstehen.

In einem Kostenmodell vergleicht der Gutachter die Bau- und Logistikkosten für einen Offshore-Windpark in der Irischen See (weiteste Entfernung zwischen Produktion und Errichtung) aus dem Blickwinkel der unterschiedlichen Produktionsstandorte in MV (Häfen in Rostock, Wismar, Sassnitz und Lubmin) bzw. der deutschen Nordsee und der Ostküste Großbritanniens. Im Ergebnis wurde deutlich, dass die vermeintlich höheren Logistikkosten durch die Lage an der Ostsee im Verhältnis zu den Gesamtprojektkosten relativ gering sind. Vielmehr sorgen die in Mecklenburg-Vorpommern bereits vorhandene Zuliefererstruktur sowie moderate Flächenpreise und Hafengebühren für aussichtsreiche Wettbewerbsvorteile.

Insbesondere den Häfen des Landes wird empfohlen, sich um die Ansiedlung von neuen Produktionsstätten zu bemühen und noch mehr ausreichend große Flächen für derartige Ansiedlungen zur Verfügung zu stellen. Viele Arbeiten für Windparks könnten direkt vom Gelände der Hersteller ausgeführt werden.

Da Offshore-Windkraftanlagen zukünftig verstärkt im Tiefwasserbereich errichtet werden, steigt die Nachfrage  nach anspruchsvolleren Gründungsstrukturen, den sog. „Jackets“ (vierbeinige, stählerne Fachwerkskonstruktionen statt bislang einer Röhre). Unternehmen in diesem Bereich sollten eine Zusammenarbeit anstreben und konkurrierende Produktionsanlagen vermeiden.

Eine Zusammenfassung der Studie „Potentiale der Offshore-Windenergieindustrie für Mecklenburg-Vorpommern“ kann bei der Landeswirtschaftsfördergesellschaft „Invest in MV“ abgefordert werden.

Quelle: Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus MV


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