Zweites Mai-Wochenende im Zeichen der Leichtathletik, des Triathlons und des Turnens

„Ja, wo laufen sie denn?!“, meinte einst schon Loriot. … Natürlich in Schwerin und Rostock … . Deshalb hieß es an diesem zweiten Mai-Wochenende sowohl in der „Stadt der Ochsenköppe“ als auch in der „Stadt der Fischköppe“:  „Nicht viel snacken, Kopp in Nacken!“ – beim Schweriner Nachtlauf, beim Rostocker Citylauf oder beim Ostseepokal ebenfalls in Rostock.

Und erfolgreich läuferisch unterwegs sind die Mecklenburgerinnen und Mecklenburger ohnehin, haben sie doch schon erfolgreiche Läuferinnen/Läufer bei Olympia, WM und EM hervorgebracht.

Hansjörg Kunze (SC Empor Rostock) der olympische Bronze-Junge von Seoul 1988  über 5000 Meter etwa oder sogar – ganz goldig – Marita Koch (SC Empor Rostock), doe 400 Meter Olympiasiegerin von 1980, Brigitte Rohde (SC Neubrandenburg), die 4 x 400 Meter-Olympiasiegerin von 1976, oder Sigrun Wodars (SC Neubrandenburg), die Olympiasiegerin über 800 Meter von 1988 (vor Christine Wachtel/SC Neubrandenburg) – ein paar olympische Beispiele von vielen. Vor 6 Jahren sorgte gar Ulrike Maisch (1.LAV Rostock) mit EM-Gold 2006 für eine Marathon-Sensation.

Dass jedoch nicht nur die leistungssportlich orientierten Läuferinnen und Läufer hierzulande regelmäßig „oben auf“ sind, bewiesen die Teilnehmerzahlen beim City-Lauf in Rostock bzw. beim Nachtlauf in Schwerin am zweiten Mai-Wochenende 2012. Gingen in Rostock am 13.Mai 2600 junge und reifere Lauf-Enthusiasten an den Start, so waren es in Schwerin am 12.Mai zu später Stunde rund 1400 Aktive.

Begeistern konnten und durften auch die jungen Turnerinnen bzw. Turner, Akrobaten bzw. Akrobatinnen oder Gymnastinnen beim dritten Landesturnfest in Güstrow, an dem mehr als 1200 Athletinnen und Athleten zwischen Schönberg und Usedom bzw. zwischen Kap Arkona und Ludwigslust teilnahmen.

Laufend und zahlreich unterwegs waren Mitte Mai zudem auch die Triathletinnen und Triathleten aus aller Welt beim Ironman auf Mallorca, bei dem der Rostocker Michael Raelert triumphierte.

Ansonsten richten sich die Blicke allerorten auf Olympia und Paralympia. Aus M-V-Blickwinkel haben die Qualifikation bereits Rad-Ass Stefan Nimke (Schwerin), die Judo-Schwestern Ramona bzw. Carmen Brussig (Schwerin), Ruderer Felix Drahotta (Rostock) und Triathletin Anja Dittmer (Neubrandenburg) bereits geschafft.

Guter Dinge können und dürfen auch die paralympischen Leichtathletinnen Jana Schmidt (1.LAV Rostock) sowie Vanessa Low (gebürtige Schwerinerin) sein.  Olympische Chancen besitzen außerdem Kugelstoß-Recke Ralf Bartels (Neubrandenburg), Hürdenläufer Willi Mathiszik (gebürtiger Rostocker), Siebenkämpferin Julia Mächtig (Neubrandenburg) oder Speerwerfer Mark Frank (1.LAV Rostock). Stabhochspringerin Martina Strutz (Neubrandenburg) präsentierte sich beim Leichtathletik-Meeting in Eisenburg bereits in guter Form und überquerte 4,50 Meter.

Und vielleicht gelingt ja dem einen oder anderen leichtathletischen Nachwuchsathleten, z.B. Diskuswerferin Anna Rüh (Neubrandenburg), auch noch die Quali für Olympia.

Die Rostocker Ruder-Fraktion um Stephan Krüger, Ulrike Sennewald, Julia Lepke, Nadja Drygalla sowie Marie-Louise Dräger darf sich außerdem berechtigte Chancen auf London machen – zusammen mit dem paralympischen Ruderer Marcus Klemp aus Ribnitz-Damgarten und Neubrandenburgs Kanu-Olympiasieger von 2008 Martin Hollstein.

Ja, Olympia und Paralympia setzen bekanntlich zusätzliche Kräfte, Anstrengungen und Motivationen frei. Leider gilt das nicht für die Mannschaftsspielsportarten „Made in Germany“. London wird ohne die deutschen Teams im Wasserball, Fußball Handball, Basketball und Frauen-Volleyball auskommen müssen. Auch die Volleyballer aus Deutschland haben nur noch geringe Chancen auf die olympischen Ringe.
Lediglich die Feldhockeyspielerinnen und –spieler werden die deutsche Fahne in den Mannschaftsballsportarten in London hoch halten – eine ziemliche Enttäuschung.

Da passt es auch ins Bild, dass für die deutschen Eishockeyspieler nach der 4:12-Klatsche gegen Norwegen bereits nach der Vorrunde bei der Eishockey-WM in Schweden und Finnland Endstation ist.

Tja, viele gute Individual-Spielerinnen und –Spieler bilden eben noch lange kein Team. Immer dort, wo gesamt-gesellschaftlich nur noch Egoismus und Ellenbogen statt gesunder, teamorientierter Individualität gefragt sind, geht es ebenfalls mit den Team-Sportarten bergab.

Und in Sachen Ballsport haben sich die traditionsreichen M-V-Vereine auch nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Die TSG-Handball-Damen aus Wismar werden aus Liga zwei absteigen, die Handball-Herren von Post Schwerin und Empor Rostock kämpfen ebenfalls gegen den Abstieg aus Liga zwei und der Hansa Rostock hat diesen schon „erreicht“.
Lediglich die Volleyball-Damen des SSC beweisen, dass es hierzulande deutlich anders geht – deutscher Meister und Pokalsieger 2012! Leider nur eine Ausnahme …

Marko Michels