Mecklenburg-Vorpommern setzt im Tourismus bundesweit Maßstäbe.
„Mit Zuwachsraten von über sieben Prozent im ersten Halbjahr ist Mecklenburg-Vorpommern weiter auf Wachstumskurs“, sagte Wirtschaftsminister Jürgen Seidel am Mittwoch bei der Vorstellung des Sparkassen-Tourismusbarometers in Stralsund. „Jetzt gilt es, die Erfolge zu festigen und die richtigen Entwicklungen für die nächsten Jahrzehnte einzuleiten. Die Herausforderungen liegen dabei  vor allem im demografischen Wandel und im Arbeitsmarkt.“

Das Sparkassen-Tourismusbarometer analysiert jährlich die touristische Entwicklung in den ostdeutschen Bundesländern, Niedersachsen, Schleswig-Holstein, dem Saarland und Rheinland-Pfalz. Es soll auf Erfolge und Misserfolge sowie auf wichtige Veränderungen der Tourismusentwicklung aufmerksam machen. Weiterhin dient es als Frühwarnsystem für problematische Entwicklungen und zur Identifizierung notwendiger Handlungsbedarfe.

„Mecklenburg-Vorpommern verfügt über eine sehr leistungsfähige Beherbergungsstruktur mit hochwertigen Hotels, Ferienanlagen und Wohnungen, aber auch modernen Campingplätzen“, sagte Seidel. Während das Bettenangebot in Ostdeutschland seit einem Hoch 2002 (495.100) auf annähernd gleichem Niveau (2007: 493.100) blieb, wurden die Beherbergungskapazitäten in Mecklenburg-Vorpommern kontinuierlich ausgebaut. Seit 2006 stiegen die angebotenen Betten um rund 8.000 auf fast 180.000. Trotz der Kapazitätsausweitungen haben alle Reisegebiete in Mecklenburg-Vorpommern 2007 die Vorjahresauslastung übertroffen, 40,4 Prozent aller angebotenen Betten wurden genutzt.

Die durchschnittliche Betriebsgröße liegt in Mecklenburg-Vorpommern bei 65 Betten (Schleswig-Holstein: 45).  Das Land bleibt damit Spitzenreiter im Barometer, allerdings hat sich die Betriebsgröße seit 1999 praktisch nicht mehr erhöht. „Die Investitionen in den Tourismus zahlen sich aus. Besonders die saisonverlängernden Angebote im Wellnessbereich, aber auch zusätzliche Veranstaltungen, Ausstellungen und Angebote im Erlebnisbereich tragen dazu bei“, sagte Seidel.

Auch im Campingtourismus hat Mecklenburg-Vorpommern mit  3,6 Millionen Übernachtungen vor Niedersachsen mit 3,1 Millionen Übernachtungen und Schleswig-Holstein mit 2,6 Millionen Übernachtungen die Führungsrolle übernommen. Im Segment Camping wird in Mecklenburg-Vorpommern jede 8. Übernachtung registriert.

Von der deutlich gestiegenen Beliebtheit und Bekanntheit Deutschlands im Ausland profitieren vorrangig die Städte und Reisegebiete im Westen, wo die Zahl der Ausländerübernachtungen erneut deutlich zunahmen. MV war mit einem Plus von 9,7 Prozent in Ostdeutschland am stärksten (Bundesdurchschnitt +3,7 Prozent). „Aber auch Städte wie Wismar und Stralsund können als Weltkulturerbe und mit internationalen Attraktionen wie dem Ozeaneum deutlich punkten“, sagte Seidel.

Insgesamt haben die Reisegebiete an der Küste (Mecklenburgische Ostseeküste, Rügen, Vorpommern) ihre Markenposition stark ausgebaut und Höchstmarken gesetzt.

Seitens der touristischen Nachfrage und angesichts einer zu erwartenden anhaltend hohen Reiseintensität wird ein weiteres Wachstum für Ostdeutschland als möglich erachtet. Dabei spielen Senioren als Wachstumsmotor im Tourismus eine zentrale Rolle. „Hinzu kommt die Erschließung neuer touristischer Angebote in den Bereichen Landurlaub, Wandern und Radfahren“, sagte Seidel.

Der touristische Arbeitsmarkt steht in Ostdeutschland vor besonderen Herausforderungen. Eine rückläufige Zahl der Erwerbspersonen und Defizite in der Grundqualifikation stehen hier einem steigenden Bedarf an Fachkräften gegenüber. „Schon heute fehlen Arbeitskräfte und das Potenzial älterer Arbeit­nehmer bleibt vielfach ungenutzt“, sagte Seidel. „Der Wettbewerb um Fachkräfte hat begonnen und wird schnell schärfer. „