Pflegeberufe müssen gestärkt werden


Sozialministerin Birgit Hesse hat am Mittwoch den Sozialbericht des Landes vorgestellt. In diesem Jahr stand dabei die Situation der Pflegeberufe in Mecklenburg-Vorpommern im Mittelpunkt der Berichterstattung. „Die Ergebnisse des Berichtes sind eindeutig“, sagte Ministerin Hesse bei der Vorstellung. „Wenn wir in den kommenden Jahren den wachsenden Bedarf an Pflegekräften befriedigen wollen, muss das Berufsbild deutlich aufgewertet werden. Das beginnt bei der Bezahlung und beinhaltet aber auch Fragen des Images des Berufs.“

„Hier sind die Arbeitgeber gefragt. Fachkräfte sind nur für ein gutes Gehalt zu bekommen. Wer motiviertes und qualifiziertes Personal will, muss gute Arbeitsbedingungen schaffen“, so Hesse. „Gleichzeitig müssen die Arbeitszeiten auch für Teilzeitbeschäftigte ausgeweitet und ein familienfreundliches Arbeiten gewährleistet werden. Die Befragung hat auch ergeben, dass die beschäftigten sich mehr gesundheitsfördernde Maßnahmen durch ihre Arbeitgeber wünschen.“

In Mecklenburg-Vorpommern arbeiteten im Jahr 2013 rund 29.500 Beschäftigte im Pflegebereich. Die Zahl der Fachkräfte in der Branche steigt kontinuierlich. Gleichzeitig ist in den kommenden Jahren aufgrund der Bevölkerungsentwicklung auch ein Anstieg der Zahl der Pflegebedürftigen zu erwarten. Zusätzliches Personal für die Pflege wird deshalb benötigt.

„Es gibt Reserven, die wir aktivieren müssen“, so Hesse. „Der Anteil der Männer in der Altenpflege ist immer noch äußerst gering. Im stationären Bereich liegt er bei 14 Prozent, im ambulanten bei lediglich neun Prozent. Ebenso gibt es viele Fachkräfte, die den Beruf des Altenpflegers vor Jahren erlernt haben, inzwischen aber aus den unterschiedlichsten Gründen den Beruf gewechselt haben. Auch hier sehe ich großes Potenzial.“ Ebenso kann die Anwerbung von ausländischen Fachkräften zu einer Bedarfsdeckung führen.

An der repräsentativen Befragung, die durch das Zentrum für Sozialforschung Halle e.V. durchgeführt wurde, beteiligten sich 854 Beschäftigte aus Pflegeberufen in Mecklenburg-Vorpommern.

Foto und Pressemitteilung / Ministerium für Arbeit, Gleichstellung und Soziales M-V

Übrigens (red.): Wie das Sozialministerium M-V weiter mitteilte, machte Ministerin Hesse noch einmal auf den Beginn der Aktionswoche „Menschen mit Behinderung“ aufmerksam. „Leider profitieren Menschen mit Behinderungen noch nicht in gewünschter Weise von der Erholung auf dem Arbeitsmarkt“, so Hesse. „Ich fordere alle Arbeitgeber auf, zu hinterfragen, welche Möglichkeiten sie haben, in ihren Betrieben Menschen mit Behinderungen zu beschäftigen. Menschen mit Handicap zeichnen sich in vielen Fällen durch eine besonders hohe Motivation aus.“
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Bundesagentur für Arbeit werden in dieser Woche unter anderem Unternehmen besuchen und für die Beschäftigung von Menschen mit Behinderung werben…