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Nachrichten Mecklenburg-Vorpommern

„Setzten ein Zeichen gegen Rassismus und für Toleranz auf Usedom…“

Nachgefragt bei Georg Kurze vom Förderverein Kleinkunst Usedom e.V.

Heringsdorf – auch ein kultureller Ort… M.M.

Sommerzeit ist in M-V eine ausgeprägte Kulturzeit. Überall locken Festivals, Stadtfeste und weitere Events. Ende Juni starteten bzw. starten bereits die die Festspiele M-V, Schlossfestspiele in Schwerin, die Störtebeker-Festspiele in Ralswiek, das Piraten Open Air in Grevesmühlen, die Müritz-Saga in Waren/Müritz oder die Vineta-Festspiele in Zinnowitz.

In Heringsdorf auf Usedom ist es 2018 nicht anders. Über Pfingsten (18.-21.Mai) fand dort das 19.Internationale Kleinkunstfestival statt. Anfang August folgen die „Heringsdorfer Kaisertage“.

Nachgefragt bei Georg Kurze vom Förderverein Kleinkunst Usedom e.V.

Georg Kurze über das vergangene Kleinkunstfestival, dessen Entstehung, die Entwicklung in den letzten fast 20 Jahren, Herausforderungen bzw. Probleme, die Jubiläumsveranstaltung 2019 und die „Heringsdorfer Kaisertage“ Anfang August

„Setzten ein Zeichen gegen Rassismus und für Toleranz auf Usedom…“

Frage: Ein Markenzeichen von Heringsdorf ist das Internationale Kleinkunstfestival, das über Pfingsten 2018 zum 19.Mal stattfand. Wie lautet Ihr Resümee zur diesjährigen Veranstaltung?

Georg Kurze: Mit ganz vielen Sachen bin ich sehr zufrieden, so hatten wir über 260 Bewerbungen von Künstlern aus aller Welt. Davon haben wir 27 Teilnehmer bzw. Gruppen aus 22 Ländern und 4 Kontinenten ausgesucht. Zudem gab es eine hervorragende Fachjury, eine aufmerksame Schülerjury, hochkarätige Moderatoren und eine hervorragende Regie für unsere beiden Varietés.

Uns unterstützte ebenfalls ein sehr arrangiertes Team von über 30 Schülern, Studenten, Helfern die sich rund um die Uhr kümmerten und alles im Griff hatten.

Es waren ja einige Herausforderungen zu meistern, so der Aufbau der Veranstaltung, die Begrüßung der Teilnehmer, die Verteilung auf die einzelnen Unterkünfte, das Catering, die Eröffnungsveranstaltung, 14 Gastspiele auf der gesamten Insel, 3 Tage Wertungsauftritte, 2 Varietés, die Preisverleihung, Abschlussveranstaltung und der Abbau der Veranstaltung. Also es musste eine Menge geschultert werden.

Dazu kam jedoch eine große personelle Unterstützung aus dem Eigenbetrieb der Kaiserbäder.

Mein Resümee: Wir hatten vier Tage ein recht beeindruckendes Flair auf den Promenaden von Usedom – zwischen Karlshagen und Swinemünde.

Ein Verdienst der Künstler, Organisatoren und der zahlreichen Helfer… Wir konnten Tausenden von Besuchern und Einheimischen die Vielfältigkeit der großen Welt der Kleinkunst präsentieren.

Viele Gäste bedankten sich bei uns und sehr viele verbanden den Besuch beim Festival mit einem Urlaub auf unserer Insel Usedom.

Es war uns nicht zuletzt eine Herzensangelegenheit, dass wir mit unserem Festival ein Zeichen gegen Rassismus und für Toleranz auf dieser Insel und in Mecklenburg – Vorpommern  setzen konnten.

Allerdings gibt es auch Dinge, die mich traurig stimmen: Wir haben zwar in jedem Jahr Unterstützer und Spender für die Veranstaltung, aber es waren vor einigen Jahren mehr! Auch nach 19 Jahren müssen wir immer noch um die Akzeptanz und um die Daseinsberechtigung bei den einheimischen Geschäftsleuten kämpfen.

Die Zusammenarbeit mit Ämtern und Behörden wird ebenfalls immer komplizierter, aufwendiger bzw. bürokratischer – und ist von einem ehrenamtlichen Verein nicht mehr zu stemmen. Mir wird oft unterschwellig vermittelt, dass wir hier als Verein nur unsere „Privatveranstaltung“ durchziehen wollen und sich viele nur genötigt fühlen, uns zu unterstützen. Aber wie heißt ein Sprichwort: Der Prophet gilt nichts im eigenen Land.

Frage: Wer hatte eigentlich einst die Idee zu diesem Festival?

Georg Kurze: Etwas Interessantes, Neues – ja etwas, was im Norden noch keiner kennt, sollte entstehen. So saßen wir 1999 zusammen. Der Bürgermeister Jürgen Merkle, Ingbert Völker  und ich. Ich war am Bodensee unterwegs (Österreich/Deutschland), hatte Straßenkunstfestivals erlebt und brachte die Idee mit in die Runde.

Mit viel Mut und Hilfe der Kommune entstand die erste Veranstaltung. Nach dem ersten erfolgreichen Festival wurde im September 2000 der „Förderverein Kleinkunst Insel Usedom“ gegründet, in dem Kersten Fubel  zur Vorsitzenden gewählt worden ist.

Frage: Das Internationale Kleinkunstfestival wird vom Förderverein Kleinkunst Insel Usedom e.V. veranstaltet. Welchen weiteren Veranstaltungen widmet sich der Verein?

Georg Kurze: Die „Heringsdorfer Kaisertage“ waren in der ähnlichen Runde ein Jahr vorab entstanden. Es sollte ein etwas andere Sommerfest werden, mit einemAugenzwinkern. Im Flair der Zeit sollten dabei Szenen nachgespielt werden, wie sie sich zugetragen haben könnten.

Dieses Straßenfest ist mittlerweile zur größten Open Air-Veranstaltung der Insel herangewachsen. Da wir das als kleiner Verein nicht mehr allein bewältigen können, haben wir die Federführung dem Eigenbetrieb der Kaiserbäder übergeben und kümmern uns um die Gestaltung des Festumzuges, die Badeszene, den kaiserlichen Frühschoppen, die Kaffeetafel mit dem „Kaiserpaar“ und vieles andere mehr. Zu erleben ist diese Veranstaltung immer am ersten August-wochenende in den Kaiserbädern – in diesem Jahr vom 2.August bis 5.August mit der 21.Auflage!

Letzte Frage: Steht auch schon der genaue Termin für das 20.Internationale Kleinkunstfestival 2019?

Georg Kurze: Ja, natürlich. Es ist ja immer zu Pfingsten. Also vom 7.Juni bis 10. Juni 2019.

Vielen Dank und weiterhin bestes kulturelles Engagement auf bzw. für Usedom!

M.Michels

 

 


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