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Nachrichten Mecklenburg-Vorpommern

Seltsame Diskussionskultur in M-V und darüber hinaus

Zwischen Privatschule, Bildungsmisere und Wahlschlafzeit

Es gibt wieder seltsame Diskussionen in M-V, die vom eigentlich Wesentlichen ablenken sollen.

Diskussionen um den Privatschulbesuch

Da wird plötzlich – und das ist eine schäbige Diskussionskultur – der Wechsel des Sohnes der derzeitigen Ministerpräsidentin auf eine Privatschule zum Politikum, als ob dieses in einem zumindest offiziell freiheitlich-demokratischen Staat nicht eine Privatsache der Erziehungsberechtigten sei. Kinder von Politikern für die politische Auseinandersetzung zu instrumentalisieren, ist inakzeptabel, offenbart nicht gerade Sachlichkeit.

Dass die öffentlich-rechtlichen Schulen in M-V (und nicht nur dort) hinsichtlich Ausstattung, Unterrichtsgestaltung und weiterführenden Unterricht dringend Nachholbedarf haben, hätte man schon längst deutlicher und intensiver kritisieren können. Aber das tat die PDS/Linke insbesondere in den Jahren von 1998 und 2006 kaum, weil sie eben Juniorpartner der SPD war und auch danach blieb die Kritik marginal, schielte man doch stets auf eine Regierungsbeteiligung an der Seite der SPD, die man nicht zu sehr verärgern wollte.

Deutschland und M-V hinken – digital-technologisch betrachtet – der Weltspitze hinterher, daran ist auch die gegenwärtige Bildungspolitik in den Ländern schuld. Noch mag es eine positive wirtschaftliche Gesamt-Entwicklung in Deutschland geben, noch…

Chancengleichheit ist gefragt

Die nächste unsinnige Diskussion ist die Gleichheit der Lebensverhältnisse in Ost und West. Dass 40 Jahre realsozialistischer Verfall in der Ex-DDR nicht in einem Vierteljahrhundert aufgeholt werden können, sollte doch nicht verwunderlich sein. Aber das einmal beiseite. In welchem Land gibt es in den jeweiligen Regionen zu 100 Prozent gleiche Lebensverhältnisse? Genau. In keinem. Nur realitätsfremde Nihilisten kämen auf die Idee, so etwas überhaupt zu fordern.

Was viel wichtiger als das ist: Haben alle die gleichen Lebenschancen? Und diese Frage muss man eindeutig mit NEIN beantworten. Wehe jemand gehört nicht zum politisch-wirtschaftlichen Mainstream, besitzt kein „Vitamin B“, ist gar ein Freidenker, nicht mit dem „goldenen Löffel“ geboren, dann kann er selbigen gleich abgeben, ganz gleich, wie charakterstark, geistreich oder engagiert diese bzw. dieser ist.

Das ist der eigentliche Skandal in diesem Land! Eine Praxis, die sich seit Kaiser, Führer, Staatsratsvorsitzenden bis jetzt fortsetzte. Herkunft und politische Gesinnung sind das Wichtigste… Damit ist der Abstieg Deutschlands vorprogrammiert. Ohne echte Eliten-Auswahl und -Förderung bleiben die selbst ernannten Eliten – real betrachtet – Nieten, ob mit oder ohne Nadelstreifen.

Was passieren kann, wenn die Inkompetenz fröhliche Urständ feiert, kann man beim Berliner Flughafen und anderen Großprojekten besichtigen.

Kein Wahlkampf

Ein wirklicher Wahlkampf findet auch nicht statt. Angesichts des einschläfernden „Duells“ zwischen Merkel und Schulz meinte ein englischer Kommentator, wenn so behutsam miteinander umgegangen wird, muss ja in diesem Land alles in Ordnung sein. Oder: Etwas stimmt nicht an der deutschen Politik und deren Diskussionskultur. Letzteres dürfte wohl der Fall sein…

Kulturkampf in den USA

Ansonsten geht der politische Kulturkampf in den USA weiter: Demokraten versus Republikaner. Ja, wenn linke Politiker eindeutige Wahlniederlagen nicht akzeptieren können… Bleibt nur zu hoffen, dass alles friedvoll bleibt, sofern man angesichts von mehr als 40 Kriegen und kriegerischen Konflikten weltweit von einer friedvollen Welt sprechen mag.

Marko Michels

Foto (Michels): Wer feiert wohl im Schweriner Schloss die politische Bundestagswahlparty?!

 


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