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Nachrichten Mecklenburg-Vorpommern

Sellering: Merkel muss Worten jetzt Taten folgen lassen

Maritime Industrie hat Krise noch nicht überstanden

Ministerpräsident Erwin Sellering hat Bundeskanzlerin Angela Merkel aufgefordert, sich persönlich für die maritime Wirtschaft in Deutschland stark zu machen: „Anders als für andere Branchen ist die Krise für die maritime Wirtschaft noch nicht vorbei. Die Werften und ihre Zulieferer brauchen alle Unterstützung.“

Wichtig sei vor allem eine Verlängerung des Deutschlandfonds. „Ich finde es gut, dass sich die CDU/CSU-Bundestagsfraktion auf ihrer heutigen maritimen Konferenz hinter diese Forderung gestellt hat. Nun muss die Kanzlerin diesen Worten auch Taten folgen lassen. Sie muss die Entscheidung des Bundeswirtschaftsministers aufheben, den Deutschland-Fonds Ende des Jahres auslaufen zu lassen“, forderte Sellering und unterstütze damit die Position der IG-Metall Küste.

Bisher verweigerte die Bundesregierung allerdings die Unterstützung der Werften, sodass mehrere hundert Schiffbauer ihre Arbeit verloren und der Hauptwirtschaftszweig der Ostseeregion – neben dem Tourismus – nahe am Zusammenbruch steht. Die Linke äußert hingegen in weitaus schäferem Ton: „Wir wollen die Konkurrenz der norddeutschen Häfen untereinander beenden und setzen dabei auf Kooperation und strukturierte Arbeitsteilung der norddeutschen Seehäfen. Die von der CDU verkündeten wohlklingende Absichtserklärungen stehen im krassen Widerspruch zur realen Politik und zum Schaden des maritimen Wirtschaftsstandortes an der Küste in MV.“

Ministerpräsident Sellering hat bereits in der vorletzten Woche in einem Brief an die Bundeskanzlerin für eine Verlängerung des Deutschlandfonds und weitere Unterstützung für den Schiffbau plädiert. Bislang ohne Antwort.

Gegenwärtig beschäftigt die maritime Industrie in Mecklenburg-Vorpommern noch rund 12.400 Arbeitnehmer in 360 Unternehmen. Mit einem Umsatzanteil von rund 14 Prozent (2008) gehört sie zu den wichtigsten Branchen des Verarbeitenden Gewerbes in M-V. Dazu äußerte sich Wirtschaftsminister Jürgen Seidel: „Die Spielräume der vorhandenen Instrumentarien der Schiffsfinanzierung müssen weiter voll ausgeschöpft werden können. Dass die Krise im Schiffbau noch nicht beendet ist, zeigen die nach wie vor bestehenden Finanzierungsschwierigkeiten.“


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