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Nachrichten Mecklenburg-Vorpommern

Sechs Jahre Pommersches Landesmuseum

Zahlreiche Veranstaltungshöhepunkte in den letzten Jahren

Greifswald bietet kulturell sehr viel Herausragendes, sei es das Theater Vorpommern, das Landesarchiv, die Stadthalle mit ihren Angeboten, das Caspar-David-Friedrich-Zentrum, das Sozio-Kulturelle Zentrum Sankt Spiritus, das Koeppenhaus, natürlich die Ernst-Moritz-Arndt-Universität oder auch den Tierpark.

Doch wie ist der „Stand der Dinge“ am Pommerschen Landesmuseum? Nachgefragt bei Juliane Radike, Mitarbeiterin für Öffentlichkeitsarbeit am Pommerschen Landesmuseum in Greifswald

„Unsere Landesgeschichte wird anhand zahlreicher herausragender Objekte erzählt.“

Juliane Radike über sechs Jahre Pommersches Landesmuseum, die zahlreichen Ausstellungen seit 2005, die Highlights der letzten Jahre und die Höhepunkte 2011

Frage: Vor sechs Jahren, im Jahr 2005, wurde das Pommersche Landesmuseum fertiggestellt, das 14.000 Jahre pommersche Landeskunde dokumentiert. Wie verlief seither die Entwicklung? Was gibt es Neues im Pommerschen Landesmuseum?

Juliane Radike: Im Jahr 1999 eröffnete die Gemäldegalerie. 2005 wurde dann der erste Teil unserer landesgeschichtlichen Ausstellung eröffnet, der die pommersche Geschichte bis zur Zeit der Reformation beleuchtet. Fünf Jahre später, 2010, konnte letztendlich der zweite Teil eröffnet werden. Hier geht es um die spannenden Entwicklungen vom Dreißigjährigen Krieg bis zur Entstehung der Kaiserbäder.
Darüber hinaus zeigen wir jedes Jahr Sonderausstellungen zu verschiedenen Themen.

Frage: Sechs Jahre Pommersches Landesmuseum – was bedeutet für Sie persönlich und das Museum dieser Zeitraum?

Juliane Radike: In den letzten sechs Jahren ist das Museum zu einer wichtigen kulturellen Größe der Region geworden. Durch unsere traditionellen Angebote, wie dem Adventsmarkt, das Filmprogramm, Familiensonntage oder das Museumsfest, stehen wir fest im Veranstaltungskalender vieler Besucher.

Außerdem wächst die Zahl unserer Gäste stetig. Das ist ein toller Erfolg für das Museum und hat natürlich auch viel mit dem persönlichen Engagement unserer Mitarbeiter zu tun.

Frage: Wie viele Ausstellungen wurden eigentlich seitdem gezeigt? Was waren die Highlights?

Juliane Radike: In den letzten Jahren hatten wir sehr viele kleine und einige große Sonderausstellungen. Highlights waren dabei 2007 „Lyonell Feininger. Vom Sujet zum Bild.“, 2008 eine Ausstellung über die Himmelsscheibe von Nebra. „Ein Himmel auf Erden.“, 2009 „Für die Freiheit – gegen Napoleon. Ferdinand von Schill“ und natürlich  2010 „Die Geburt der Romantik. Caspar David Friedrich, Philipp Otto Runge und Friedrich August von Klinkowström.“ – die Ausstellung mit den meisten Besuchern in der Geschichte des Hauses (35.000).

Frage: Was kann der allgemein an pommerscher Kultur Interessierte in Ihrem Museum entdecken?

Juliane Radike: Zu entdecken gibt es Exponate der Erdgeschichte, der Ur- und Frühgeschichte sowie aus 14.000 Jahren Geschichte, etwa von den ersten Siedlern in Pommern oder aus der glanzvollen Epoche der Hanse. Ein Highlight der kurzweiligen und interaktiven Entdeckungsreise ist der Croy-Saal mit den Schätzen der Ernst-Moritz-Arndt-Universität und mit dem berühmten vier mal sieben Meter großen Croy-Teppich aus der Reformationszeit.

Mit einem Paukenschlag rückte Pommern ja im Juli 1630 ins Zentrum des Geschehens: König Gustav II. Adolf von Schweden landete auf der Insel Usedom und begann seinen Siegeszug durch Deutschland. Pommern litt unsagbar unter dem Krieg. Nicht umsonst war das Kinderlied „Pommerland ist abgebrannt …“ in ganz Deutschland bekannt. Das Ende des Dreißigjährigen Krieges bedeutete einen tiefen Einschnitt in der Geschichte Pommerns. Das einheimische Herzogshaus der Greifen war erloschen und Pommern wurde zwischen Schweden und Brandenburg-Preußen geteilt. All das wird interaktiv und anhand von tollen Objekten in der Ausstellung gezeigt.

Die letzte Abteilung der Ausstellung gilt dem Bäderwesen, das die pommersche Küste nachhaltig veränderte. Elegante Berliner mit Badekarren, später in Strandkörben prägten das Bild. Aus kleinen Fischerdörfern wurden mondäne Bäder- und Kurorte mit einer speziellen, noch heute sehr geschätzten Architektur. Sogar der Kaiser mit Familie schaute vorbei. Eine Prachtwand mit Souvenirporzellan aus den Seebädern dokumentiert diese Entwicklung.

Frage: Auf welche Ausstellungsstücke sind Sie besonders stolz?

Juliane Radike: Unsere Landesgeschichte wird anhand zahlreicher herausragender Objekte erzählt. Aber auch unsere Gemäldegalerie ist voller Entdeckungen. Stolz sind wir natürlich auf jene von Caspar David Friedrich als berühmtesten Greifswalder und selbstverständlich auch auf das Gemälde von Vincent van Gogh „Allee bei Arles“, das vermutlich niemand in einem pommerschen Museum vermutet.

Frage: Welche weiteren Highlights dürfen die Besucher 2011 erwarten?

Juliane Radike: In diesem Jahr zeigen wir gleich zwei Sonderausstellungen. Von Mai bis August präsentieren wir „Papierne Schätze“ – Grafiken, Zeichnungen und Aquarelle aus der Sammlung des Pommerschen Landesmuseums. Da die lichtempfindlichen Papierarbeiten der Grafiksammlung immer nur für kurze Zeit präsentiert werden können, bietet die Ausstellung die einmalige Chance einen Einblick in diese Kostbarkeiten des Pommerschen Landesmuseum zu erhalten.

Dabei sind berühmte deutsche Meister wie Cranach d. Ä. und Dürer, Höhepunkte der niederländischen Radierkunst von Rembrandt, Vertreter des Klassizismus oder der Romantik und es gibt Einblicke in das 20. Jahrhundert mit Künstlern wie Paula Modersohn-Becker, Barlach oder Feininger.

Ein weiterer Höhepunkt wird die Ausstellung „Herreinspaziert“. Im Zeitraum September 2011 bis März 2012 veranstaltet das Pommersche Landesmuseum eine Sonderausstellung zum Thema „Pommersche Kinderträume – Spielorte, Fantasieräume und Spielzeugträume“. Zentrales Thema sind fast vergessene pommersche Spieltraditionen und die beliebtesten Spielzeugklassiker von 1850 bis ins frühe 20. Jahrhundert. Gemäß dem Thema der Ausstellung wird auch die Interaktion – das Spielen – von zentraler Bedeutung sein. Eine Vielzahl an „Hands on“–Elementen, Spielangeboten und Spielzeugnachbauten läßt die Ausstellung „lebendig“ werden.

Frage: So kurz zu den Oster-Feiertagen … Wird im April auch eine neue Ausstellung geben? Ist das Pommersche Landesmuseum zu Ostern geöffnet?

Juliane Radike: Im April ist die Ausstellung „Shape“ zu sehen – eine Ausstellung der Caspar-David-Friedrich-Preisträgerin 2010, Denise Winter, von der Hochschule für bildende Künste Dresden. Gezeigt werden Papierarbeiten und Objekte, sowie Arbeiten aus der Fotoserie „Hidden Landscape“ und Originale Camera Obscura Arbeiten der Serie „Landshape“.

Natürlich ist unser Haus ebenfalls zu Ostern geöffnet. Und die Galerie sowie die landesgeschichtliche Ausstellung freuen sich auf zahlreiche Besucher.

Dann weiterhin viel Erfolg!

Weitere Informationen zum Pommerschen Landesmuseum in Greifswald unter: www.pommersches-landesmuseum.de

Marko Michels


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