Schwimmerisch mit Synchronität, Anmut und viel Kunst

Das olympische Synchronschwimmen im Fokus

Inzwischen ist es ja nun amtlich, dass die russischen Synchronschwimmerinnen ebenfalls bei den Spielen 2016 in Rio starten dürfen, was eigentlich kein Diskussionsthema sein sollte, denn „Drugs and Crime“ helfen bekanntlich im künstlerischen Schwimmsport kaum.

Entweder „frau“ hat ein künstlerisches Talent oder „frau“ muß sich alternativ im Becken-Schwimmen oder Langstrecken-Schwimmen versuchen, wobei die Männer ja das Synchronschwimmen inzwischen auch für sich entdeckten.

Olympische Konkurrenzen im Synchronschwimmen ohne Russinnen wären ohnehin ein sportliches NO GO gewesen, hatte Russland vor Jahresfrist doch allein acht der neun damaligen WM-Wettkämpfe 2015 in Kazan gewonnen.

Globale Wettkämpfe im Synchronschwimmen seit 43 Jahren

Seit 43 Jahren gibt es inzwischen globale Entscheidungen im Synchronschwimmen. Den Anfang machten die Welt-Titelkämpfe 1973 in Belgrad. Zwischen 1973 und 1994 beherrschten US-Amerikanerinnen, Kanadierinnen und Japanerinnen das Synchronschwimmen bei WM ziemlich eindeutig. Teresa Andersen aus Santa Clara wurde 1973 in Belgrad dreifache Weltmeisterin. 1978, im Westteil Berlins, schaffte erstmals eine Nicht-US-Amerikanerin WM-Gold – die Kanadierin Helen Vanderburg war vor 35 Jahren gleich zweimal erfolgreich.

Weltcups ab 1979

Ab dem Jahr 1979 wurden zudem Weltcup-Wettbewerbe im Synchronschwimmen organisiert, die bis 2014 dreizehnmal zur Austragung kamen. Die erfolgreichsten Nationen waren die USA (sechs Gesamt-Erfolge), Russland (vier Gesamt-Erfolge), China (zwei Gesamt-Erfolge) und Kanada (ein Gesamt-Erfolg). China gewann die letzte Gesamt-Wertung im Jahr 2014.

Seit 32 Jahren olympisch

Im Jahr 1984 in Los Angeles wurde das Synchronschwimmen auch olympisch, wobei die Goldmedaillen an Tracie Ruiz im Einzel und Candy Costie bzw. Tracie Ruiz im Duett gingen. An den ersten olympischen Entscheidungen im Synchronschwimmen – Solo und Duett – nahmen seinerzeit insgesamt 50 Sportlerinnen aus 21 Ländern teil. Aus deutscher Sicht wurde Gudrun Hänisch (DJK St.Tönis) Sechste im Solo-Wettbewerb und zusammen mit Gerlind Scheller (auch DJK St.Tönis) zudem Neunte im Duett-Wettkampf.

Noch während der Spiele in  Los Angeles 1984 gab es einige Diskussionen zum Verbleib des Synchronschwimmens im olympischen Programm, aber die Kritiker setzten sich glücklicherweise nicht durch…

Zwei Jahre später, bei den WM 1986, konnte erstmals eine Europäerin, die Französin Muriel Hermine, eine weltmeisterliche Medaille im Synchronschwimmen mit Bronze erringen.

Die große „Wachablösung“ im Synchronschwimmen erfolgte indes vor 18 Jahren, bei den WM 1998 in Perth. Russland holte alle drei WM-Titel – dank der überragenden Olga Sedakowa.

Bei den Folge-WM von 2001 bis 2015 war jedes Mal Russland die Nummer eins im Synchronschwimmen. Bei den vorerst letzten WM, 2015 in Kazan, gingen fast alle Titel an das russische Team. Die russischen Starterinnen und Starter jubelten über achtmal Gold, einmal Silber – die Spitzenposition in dieser Sportart in Kazan. China erreichte sechsmal Silber, einmal Bronze und die USA freute sich über einmal Gold, einmal Silber.

Beeindruckendes russisches Duo

Swetlana Romaschina fügte ihrer sensationellen Medaillen-Sammlung weitere vier Goldmedaillen hinzu. Ihre Bilanz lautet mittlerweile: dreimal Olympia-Gold 2008-2012, 19 x WM-Gold zwischen 2005 bzw. 2015 sowie siebenmal EM-Gold (2006-2014). Die Ausbeute ihrer Landsfrau Natalja Istschenkow ist nicht minder spektakulär, auch dreimal Olympia-Gold 2008-2012, neunzehnmal WM-Gold 2005-2015 und neunmal EM-Gold (2006-2012). Stark präsentierte sich in Kazan 2015 auch unter anderem ebenfalls Wlada Tschigirewa mit dreimal Gold.

Olympisches Faktentum zum Synchronschwimmen

Bei Olympischen Spielen standen zwischen 1984 in Los Angeles und 2012 in London bislang 16 Entscheidungen im Synchronschwimmen auf dem Programm. Die russischen Teilnehmerinnen gewannen achtmal Gold. Dahinter folgen die USA mit 5 x Gold, 2 x Silber, 2x Bronze und Kanada mit 3 x Gold, 4 x Silber, 1 x Bronze.

Japanische Synchronschwimmerinnen sammelten bei olympischen Konkurrenzen im Synchronschwimmen bis 2012 die meisten Medaillen – zwölf. Olympischen Edelmetall errangen zudem Spanien (vier), China (drei) und Frankreich (eine).

Bis dato nahmen von 1984 bis 2012 insgesamt 489 Synchronschwimmerinnen aus 46 Ländern an den olympischen Konkurrenzen teil. Deutsche Synchronschwimmerinnen qualifizierten sich 1984, 1988 und 1992 für die Spiele.

Bei den letzten Olympischen Spielen 2012 in London setzten sich im Duett und im Team jeweils Russland dank Swetlana Romaschina und Natalja Istschenkow durch.

In Rio 2016 werden 104 Synchronschwimmerinnen aus 24 Ländern um die sechs Medaillen, darunter zwei Goldene, in den Konkurrenzen „Duett“ und „Mannschaft“ künstlerisch schwimmen.

Mögen die Besseren gewinnen.

Weitere Informationen auch zum olympischen Synchronschwimmen unter www.fina.org .

Marko Michels