Besucher als Teil einer künstlerischen Installation

Die geplante Raumsituation der Installation „Schrittmuster“.
Quelle: Hochschule Wismar

Im St. Annen Museum der Hansestadt Lübeck wird von Freitag, dem 8. Juni, bis Sonntag, dem 10. Juni 2018, eine künstlerische Installation der Fakultät Gestaltung der Hochschule Wismar gezeigt, um den aktuellen Trend in der Gesellschaft zur Vernetzung und Konnektivität darzustellen. Die Kunstinstallation ist ein Programmteil des Hanse Kultur Festivals 2018.

Eintritt und Auftritt

Drei Tage lang wird das Foyer des St. Annen Museums der Hansestadt Lübeck im doppelten Sinne begehbar, denn die Besucher haben die Chance zum Bestandteil der künstlerischen Installation „Schrittmuster“ zu werden. Auf einer 5 mal 5 Meter großen markierten Fläche werden die Besucher mit einer unter der Decke installierten Kamera erfasst.

Das so aufgezeichnete Bild wird unmittelbar in eine abstrakte Grafik umgewandelt, die an ein Schnittmuster erinnert. Aus vielen einzelnen Schritten wird auf diese Weise das gesamte „Schrittmuster“ erzeugt. Anlass für diese Kunstinstallation war eine Anfrage der Museumsleiterin Dr. Dagmar Täube an die Fakultät Gestaltung  der Hochschule Wismar. Das Kunstwerk bietet nun drei Tage lang einen ganz besonderen Zugang zur Ausstellung „Chanel, Dior, Pucci …“ , die Modemythen der 50er bis 70er Jahre präsentiert.

Funktionsweise und Ablauf

Jedem Akteur wird beim Betreten der Fläche per Zufallsgenerator ein Linientyp zugeteilt. Mittels Liveübertragung wird die generierte Linie auf die Wand projiziert, sodass der Schreitende sein Schaffen direkt betrachten und bewusst steuern kann. Durch das Zusammenwirken vieler Besucher entsteht aus den individuellen Handlungen ein zusammenhängendes, in sich verstricktes Muster, da jegliche Bewegungen eine Spur hinterlassen und dokumentiert werden.

Jede Spur bleibt jedoch – so wie jeder Mensch – ein Unikat und ist unmittelbar an seinen Urheber gebunden.

Nach einer festgelegten Zeit werden Postkarten mit den entstandenen Schrittmustern in der Anzahl der teilnehmenden Akteure ausgedruckt, gestempelt und ausgegeben. So erhält jeder Besucher einen Abzug des temporären Gesamtzustandes und zugleich eine besondere Erinnerung an den Museumsbesuch.

Intentionen

Die gesammelten Momentaufnahmen wiederum fungieren als Spiegel des Besucherverhaltens während der drei Tage Ausstellungszeit. Die grafische Abstraktion greift dabei Aspekte des Zeitgeschehens auf und illustriert Effekte sozialer Medien: gemeinsames Schaffen, individuelles und kreatives Auftreten, Teamarbeit unter ständiger Beobachtung und Dokumentation.

Beteiligte und Dokumentation

An der Konzeption der künstlerischen Installation waren unter gemeinsamer Leitung des Professors Dipl.-Ing. Oliver Hantke und der Mitarbeiter Swen Hellmich und Richard Stickel folgende Studierende aus dem Studiengang Innenarchitektur beteiligt: Lea Becker, Sarah Busching, Susanne Hoffann, Jessica Jung, Emma Karamnow, Jasmin Kölle, Lena Muck, Marrin Nissen, Celine Richter, Tabitha Stephani, Taiska Viehweg.

Die Umsetzung und Programmierung erfolgte am Bereich Elektrotechnik und Informatik der Fakultät für Ingenieurwissenschaften unter Leitung von Prof. Dr. rer. nat. Herbert Litschke durch den Studenten der Angewandte Informatik – Multimediatechnik, Paul Brandt.

Pressemitteilung / Hochschule Wismar