Skip to main content

Nachrichten Mecklenburg-Vorpommern

Schachmatt wegen der Dame im Spiel?!: Blick zum Schach

Wolf-Dieter Menkhaus, Vorsitzender des Schachsportclubs Rostock 07 e.V., zur Schach-Entwicklung in Rostock bzw. in M-V

M-V ist nicht nur traditionsreich im maritimen Sport, sondern auch am, über und mit dem Schachbrett. Vor mehr als 100 Jahren, am 31.Januar 1911, erfolgte die Neugründung des „Schweriner Schachklubs“. Der erste „Schach-Verein“ in Schwerin war im Jahr 1859 gegründet worden und löste sich mangels Interessenten wieder auf.

Ein zweiter Schweriner „Schach-Verein“ konstituierte sich am 17.Mai 1878. Auch dieser stellte seinen „Spielbetrieb“ infolge der dürftigen Resonanz unter den Schwerinern wieder ein. Im Jahr 1911 lud Schwerin allerdings dank des Engagements des „SSK“ zum 14.Schachkongreß in Mecklenburg ein.

Aber auch die Rostockerinnen und Rostocker können über das Schachbrett dribbeln. Im Jahr 1878 gründete sich in der Hanse- und Universitätsstadt der erste Schachclub.

Ansonsten ist Schach in ganz MV populär. Hier sind fast 1200 aktive Schachspieler in rund 50 Schach-Vereinen organisiert.

Wie ist die schachsportliche Situation nun beim Schachsportclub Rostock 07 e.V.?!

Nachgefragt beim Vereinsvorsitzenden Wolf-Dieter Menkhaus

Wolf-Dieter Menkhaus zur Schach-Entwicklung in Rostock bzw. in M-V, vergangene sowie kommende Turniere, die Nachwuchs-Situation beim SSC 07 und die Ambitionen des SSC 07

„Die Vereine werden zunehmend aktiver…“

Frage: Nach dem Abstieg aus der zweiten Liga… Wie läuft es zur Zeit beim SSC 07?!

Wolf-Dieter Menkhaus: Der SSC07 hat im vorigen Jahr in der 2. Bundesliga Staffel Nord den 2.Platz belegt. Der freiwillige Abstieg wurde beantragt, da wesentliche Leistungsträger den Verein am Ende der Saison verlassen hatten.

Mit dem Ergänzen der Mannschaft durch einige junge, aber noch nicht voll ausgebildete Schachspieler aus dem eigenen Nachwuchs hofften wir, für die Oberliga eine konkurrenzfähige Mannschaft für einen Mittelplatz zu haben. Das hat sich bisher nicht gezeigt.

Dies hat natürlich auch Auswirkungen auf die Brettbesetzungen und Ergebnisse der anderen Mannschaften. Das Vereinsleben ist jedoch intensiver geworden. Gerade durch einige Zugänge im Erwachsenenbereich. Die Mitgliederanzahl ist stabil.

In diesem Jahr wurde die zweite Clubmeisterschaft durchgeführt. Großes Engagement gibt es im Seniorensport mit zwei Mannschaften im Landesmaßstab. Weiter ist der SSC 07 stark vertreten im jüngeren Nachwuchsbereich, aber auch mit zwei Landesmeistertiteln U18.

In Vorbereitung befindet sich die Organisation des 16. Internationalen Schach OPEN 2017 vom 26. bis 30. Juli im Mehrgenerationenhaus Rostock Lütten-Klein (siehe auch bei www.ssc07.de unter Ausschreibungen !).

Frage: Welche Ziele hat der SSC 07 für 2017 und darüber hinaus?

Wolf-Dieter Menkhaus: Das Sportjahr und auch das Wirtschaftsjahr des Vereins läuft jeweils vom 1.Juli eines Jahres bis zum 30.Juni des Folgejahres. Konkrete Ziele beziehen sich im allgemeinen auf diese Zeitabschnitte. Die grundsätzlichen Ziele der Vereinsarbeit leiten sich aus dem Zweck des Vereins laut Satzung her.

Sehr kurz gesagt ist es die gemeinnützige Förderung des Schachsports in den Bereichen Nachwuchs, Talenteförderung, Schachspiel auf Breitenebene, leistungsorientiertes Schach und die Durchführung schachsportlicher Veranstaltungen.

Die Ziele für 2016/17 haben wir auf unserer Mitgliederversammlung im September des vorigen Jahres gemeinsam beraten. Dazu zählten konkret, die Nachwuchsarbeit weiter aufrecht zu erhalten und möglichst weiter zu intensivieren, den Nachwuchsspielern und den Erwachsenen Wettkampfmöglichkeiten zu bieten, neue Mitglieder zu gewinnen, die erste Mannschaft in der Oberliga zu halten und das vorgenannte OPEN durchzuführen. Die Ziele über diesen Zeitraum hinaus werden sich weiter nach unserer satzungsmäßigen Zweckbestimmung richten.

Frage: Wie ist der Zuspruch der jungen Talente zum SSC 07?

Wolf-Dieter Menkhaus: Nur zwei von fünf Schachvereinen – darunter der SSC Rostock 07 –  bieten dem Nachwuchs in Rostock schachliche Übungs-, Trainings- und Wettkampfmöglichkeiten an.

Ein Drittel unserer Mitglieder sind Mädchen und Jungen im Alter von acht bis achtzehn Jahren. Zurzeit ist der Zulauf der Jüngeren (8 – 12 Jahre) gut. Im Alter von 15 Jahren verlassen die Jungendlichen häufig den Verein. Die Gründe sind sehr vielfältig und lassen sich nicht allein auf Schachliches reduzieren.

Junge Talente mit schachlicher Vorbildung kommen sehr, sehr selten mit dem Zuzug von Eltern zum Verein. Talente erkennt man erst nach einer gewissen Zeit der Heran- und weiteren Ausbildung. Wenn sie da sind, werden sie gesondert gefördert. Hier sind dann insbesondere auch die Eltern gefragt, denn Schachtraining ist nach der Erlern-Phase neben praktischen Trainings- und Wettkampfpartien in Anleitung und Betreuung von Übungsleitern vor allem häusliches Studium der Schachliteratur, Lernen aus Schachdatenbanken und das Spielen von Schachpartien über das Internet.

Frage: Wie beurteilen Sie die Entwicklung des Schachsportes in M-V in den letzten Jahren?

Wolf-Dieter Menkhaus: Die Entwicklung des Schachsports in MV kann ich aus unterer Ebene nicht allgemein beurteilen. Konkrete Aussagen zur Arbeit das Landesschachverbandes sind in den Materialien zur letzten Mitgliederversammlung am 17.Juli 2016 zu finden. Persönlich ist mir die seit Jahren zunehmende Professionalität der Verbandsarbeit aufgefallen.

Auch die vielseitigen Angebote an schachlichen Veranstaltungen, Weiterbildungsmaßnahmen und das Bemühen um eine weitere Förderung des Frauenschachs sind spürbar.

Großen Raum in den Aktivitäten des Landesschachverbandes nehmen auch die Schachjugend Mecklenburg-Vorpommern als Teil des Landesschachverbandes und das Seniorenschach ein.

Aber auch die Vereine selbst werden zunehmend aktiver. das drückt sich vor allem in mehren kleinen oder wenigen größeren Turnierdurchführungen aus. Besonders ist dies außer unserem Internationalen OPEN in den Schachzentren Schwerin, Neubrandenburg und Greifswald zu beobachten, aber nicht nur dort.

Vielen Dank, weiterhin bestes schachliches Engagement und maximale Erfolge!

Weitere Informationen unter www.ssc07.de, www.lsvmv.de und www.fide.com .

Exkurs: Aktuelle Schach-Weltmeisterin aus China und aktueller Schach-Weltmeister aus Norwegen

Seit 2013 ist Magnus Carlsen aus Norwegen Schach-Weltmeister. Im letzten Jahr, vom 11.November 2016 bis 30.November 2016, verteidigte er seinen Titel gegen Sergei Karjaktin aus Russland in New York mit 9:7. Im Jahr 1886 wurde der erste offizielle Schach-Weltmeister gekürt. Damals war der gebürtige Prager Wilhelm Steinitz die Nummer eins in der Schach-Welt.

Des Weiteren wurde im letzten Jahr, 2016, die Schach-Olympiade in Baku ausgetragen. Im offenen Turnier (zumeist Herren, aber Frauen können dort ebenfalls starten) gewannen die USA vor der Ukraine, Russland bzw. Indien. Beim Frauen-Turnier setzte sich China vor Polen, der Ukraine und Russland durch.

Aktuell, vom 10.Februar 2017 bis 5.März 2017, gab es die Schach-Weltmeisterschaften für Frauen in Teheran, die von einigen Spielerinnen – aus den unterschiedlichsten Gründen – boykottiert wurden. Letztendlich siegte die Chinesin Tan Zhongyi gegen die Ukrainerin Anna Musytschuk mit 3,5:2,5.

Tan Zhongyi ist damit die fünfte Chinesin, die den Schach-WM-Titel bei der Frauen errang. Vor ihr waren Xie Jun (1991-1996, 1999-2001), Zhu Chen (2001-2004), Xu Yuhua (2006-2008) und Hou Yifan (2010-2012, 2013-2015 und 2016-2017) Schach-Weltmeisterinnen aus China.

Erstmal offiziell wurde der WM-Titel im Schach für Frauen 1927 vergeben. Vor 90 Jahren erkämpfte die gebürtige Moskauerin Vera Menchik die WM-Krone im Schach für Frauen.

Marko Michels

 

 


Ähnliche Beiträge