Wanderausstellung mit erster Station in Dersekow

In der Winterkirche der Dersekower Dorfkirche probiert Pastor Irmfried Garbe eine der Stationen der Hörstraße aus. Foto: PEK / Sebastian Kühl

Die von Schülern der Greifswalder Martinschule für das Reformationsjubiläum geschaffene „Hörstraße: Luthers Erkenntnisse – heute noch aktuell?“ sorgte im Sommer des vergangenen Jahres für große Aufmerksamkeit im Greifswalder Dom. Nun wurde die multimediale Schau zu einer Wanderausstellung umgestaltet, erste Station ist derzeit die Dorfkirche in Dersekow.

„Besonders hat uns bei der Vorbereitung die Frage beschäftigt, ob diese für den Greifswalder Dom konzipierte Ausstellung auch in einer kleinen Dorfkirche funktioniert“, sagt Pastor Irmfried Garbe, während er in der Winterkirche der Dersekower Kirche zwischen hell erleuchteten Holzrahmen steht, in denen farbenfrohe Bildkunstwerke zu sehen sind. Die Bilder sind Teil der Ausstellung „Hörstraße: Luthers Erkenntnisse – heute noch aktuell?“. Die Schau verbindet Hörspiele mit Kunstwerken und wurde anlässlich des Reformationsjubiläums im vergangenen Jahr von 95 Schülerinnen und Schülern der Klassenstufen 6 bis 8 und 12 der Greifswalder Martinschule gestaltet und im Greifswalder Dom ausgestellt. „Wie sich nun zeigt, wirkt die Hörstraße auch im kleineren Rahmen hervorragend“, ist Irmfried Garbe begeistert. Bereits mehrere Jugendgruppen hätten sich die Ausstellung im wenige Kilometer südwestlich von Greifswald gelegenen Dersekow angesehen. Und auch bei Touristen, vor allem durchreisenden Radfahrern, komme die Hörstraße gut an. In erster Linie richte sie sich an junge Menschen.

Intensität steckt Besuchende an

„Nicht nur die begleitenden Tonfiguren und Gemälde wurden von Jugendlichen geschaffen, auch die Hörspiele haben sie verfasst und selbst unter professioneller Hilfe des Theaters Vorpommern und des Medientrecker Hörfunks eingesprochen“, so der Dersekower Pastor. Die verwendete Sprache kommt bei den Jugendlichen an, weil es ihre eigene Sprache ist, wie Irmfried Garbe selbst bei einem Besuch der Ausstellung mit Konfirmanden erlebte. „Ursprünglich hatte ich eine halbe Stunde für den Besuch eingeplant, doch die Konfirmanden waren so begeistert, dass sie deutlich länger bleiben und sich mit der Ausstellung beschäftigen wollten.“ Das sei eine äußerst spannende Erfahrung gewesen, zu erleben, wie sich die Intensität der Hörstraße auf die Konfirmanden übertragen habe. „Was ist eigentlich Freiheit?“, sei eine der zentralen Fragen, mit der sich die Hörstraße auseinandersetze. Dabei wirken die Hörspiele durch die Visualisierung der umgebenden Bilder, die den jeweiligen Inhalt aufgreifen, besonders stark.

Themen der Reformation ins Heute übersetzt

Weitere Themen der einzelnen Hörstationen sind Obrigkeit, Gewissen, Bindung und Verantwortung. Die Jugendlichen haben diese Begriffe, mit denen sich einst auch Martin Luther beschäftigte, in die heutige Zeit übertragen. Sinnbildlich dafür steht der Flyer der Ausstellung, der ein Lutherporträt zeigt, auf dem der Reformator Kopfhörer trägt. Die insgesamt sieben Hörstationen sind mit ähnlichen Kopfhörern sowie einer Texttafel ausgestattet. Per Knopfdruck können an jeder Station einleitende Worte, die thematischen Hörspiele und Musikstücke abgespielt werden. „Die Ausstellung, die von Eva Stattaus vom Pädagogisch-Theologischen Institut der Nordkirche und Johanna Hertzsch vom Evangelischen Schulzentrum Martinschule Greifswald initiierte wurde, ist bis zum 22. Juli bei uns in der Dersekower Kirche zu sehen, danach kann sie in weiteren Dorfkirchen gezeigt werden“, so Irmfried Garbe, der besonders alle interessierten Jugendgruppen einlädt, die kostenfreie Ausstellung in Dersekow zu besuchen. Geöffnet ist sie täglich in der Zeit von 9 bis 17 Uhr.

Pressemitteilung / Sebastian Kühl, Pressesprecher und Beauftragter für Öffentlichkeitsarbeit / Projektstelle „Spiritueller Sommer in Pommern“