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Nachrichten Mecklenburg-Vorpommern

Recht auf soziale Sicherheit in Europa

Öffentlicher Gastvortag des finnischen Sozial-Professors Laurinkari

Wismar. Am Donnerstag, dem 16. Dezember 2010, um 18:00 Uhr lädt die Fakultät für Wirtschaftswissenschaften zu einem öffentlichen Vortrag an die Hochschule Wismar ein. Im Hörsaal 101 wird Professor Dr. Dr. Juhani Laurinkari – einer der renommiertesten Sozialpolitiker Finnlands und Mitglied der Europäischen Akademie der Wissenschaften – einen Vortrag zum Thema „Soziale und wirtschaftliche Ausgrenzung und Integration im sich vereinigenden Europa“ halten. Der Eintritt ist frei. Der Vortrag wird auf Deutsch gehalten.

Prof. Laurinkari lehrt an der University of Eastern Finland in Kuopio und ist auch auf dem Wismarer Campus kein Unbekannter. Unter seiner Leitung fand im Juni dieses Jahres das erste finnisch-deutsche Doktorandenseminar an der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften und die Gründung einer gemeinsamen Doktorandenschule statt. Berichteten seitdem Doktoranden über ihre Forschungsthemen und stellten ihre Thesen zur Diskussion, wird nun der Professor ein aktuelles Thema der Öffentlichkeit vorstellen. Dies geschieht vor dem Hintergrund, dass zurzeit in Finnland über den Grundrechtscharakter der sogenannten WSK-Rechte diskutiert wird. WSK steht dabei für die wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Rechte. „Obwohl das Recht auf soziale Sicherheit ein Menschenrecht ist, hat es bis heute kaum Eingang in die europäischen Grundgesetze gefunden“, so Prof. Laurinkari. Während Millionen Menschen in der Europäischen Union arbeitslos sind oder Gefahr laufen, arbeitslos zu werden und die Ungleichheit in der Gesellschaft zunimmt, ist es angebracht, eine nationale und europäische Diskussion darüber zu führen, worauf man die Gesellschaft in Zukunft aufbauen will.

Aus Sicht des finnischen Professors fehlen insbesondere klare Hinweise darauf, wie die Sozialpolitik weiterentwickelt werden könnte. Darüber hinaus bleibt die Frage, warum die ökonomische Zielbestimmung der Europäischen Union trotz relativierender Ansätze immer noch einen dominierenden Charakter hat. „Offensichtlich ist man sich noch nicht über die zukünftige Richtung der Sozialpolitik in der Europäischen Union im Klaren“, führt der Gast der Wismarer Hochschule aus. So empfindet der einzelne Bürger die zentralen sozialpolitischen Maßnahmen nach wie vor als halbherzig und für die Politik in der Europäischen Union lediglich von sekundärem Interesse. Nichts desto trotz kann festgestellt werden, dass die EU in den letzten Jahren ein wachsendes Interesse gegenüber der Verhinderung von Arbeitslosigkeit und somit auch der Eliminierung ihrer Folgeerscheinungen gezeigt hat. Im Hintergrund scheint jedoch hauptsächlich die Sorge um die Wahrung der Wettbewerbsfähigkeit und die Vermeidung von gesellschaftlichen Konflikten zu stehen.

Interessenten sind nicht nur zum Vortrag herzlich eingeladen. Der Referent erwartet ab 19:30 Uhr eine interessante Diskussion des komplexen Themas.

Quelle: Hochschule Wismar


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