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Nachrichten Mecklenburg-Vorpommern

Propellernabe, Schipper Hus und E-Gitarren-Schlagbrett

Vier Wismarer Studierende mit drei Innovationspreisen 2016 ausgezeichnet

Am Abend des 23. November 2016 wurden Shannon Mesing, Anja Gaedcke, Stephan Loewe und Niklas Läsche mit dem Innovationspreis 2016 des Förderkreises der Hochschule Wismar ausgezeichnet.

Der Förderkreis möchte damit nicht nur die durch viel persönliches Engagement und die gute Ausbildung entstandenen Innovationen fördern, sondern auch die wirtschaftliche Entwicklung des Landes Mecklenburg-Vorpommern vorantreiben.

Deshalb legte er bei der Bewertung der Arbeiten durch die Jury den Fokus auf die Zusammenarbeit mit regionalen Unternehmen und technologieorientierten Einrichtungen oder eine zu erwartende wirtschaftliche Verwertbarkeit.

Innovationspreis Stufe 1
Den Innovationspreis der ersten Stufe, dotiert mit 1250 Euro, erhielt Shannon Mesing (25), Absolventin des Bachelorstudienganges Maschinenbau an der Fakultät für Ingenieurwissenschaften. Im Ergebnis ihrer Bachelorarbeit zum Thema „Konzeptionelle Untersuchung von Verstellprinzipien für eine Propellernabe mit Segelstellung“ konnten durch eine veränderte Konstruktion kleinere Verstellkräfte für die Flügel eines verstellbaren Schiffspropellers erzielt werden. Das wiederum war die Grundlage für eine Kostensenkung durch Energieersparnis, sowie Material- und Masseeinsparung von rund 16 Prozent. Diese Erkenntnisse flossen in die Entwicklung des ECOPellers der Firma Schottel ein, der im April 2016 mit dem Marine Fuel Efficiency Award prämiert wurde. Damit überzeugte Shannon Mesing nicht nur ihren Betreuer an der Hochschule Wismar, Prof. Dr.-Ing. Henrik Schnegas, und den Betreuer vom Praxispartner Schottel GmbH in Wismar, Dr.-Ing. Michael Potts, sondern auch die Innovationspreisjury. Die gebürtige Lübeckerin lebt gemeinsam mit ihrem Mann und ihrer 2-jährigen Tochter in Wismar, wo sie seit März 2016 im Masterstudiengang „Energie- und ressourceneffiziente Technologien und Verfahren“ studiert.

Innovationspreis Stufe 2
Der Innovationspreis der Stufe 2 und damit 750 Euro wurde Anja Gaedcke (26) überreicht. Sie studiert derzeit an der Fakultät Gestaltungim Masterstudiengang Innenarchitektur und hatte sich mit ihrer Bachelorarbeit mit dem Titel „Dat Schipper Hus – Emma K Vogels Warte Prerow“ um den Innovationspreis beworben. Als Betreuerin fungierten an der Hochschule Wismar Professorin Bettina Menzel und beim Praxispartner, dem Ostseebad Prerow, der Bürgermeister René Roloff. Mit dieser Abschlussarbeit liegt ein Entwurf vor, der die Identität des Ortes in den Vordergrund stellt und somit Tradition, Geschichte, Seefahrt und Handwerk sichtbar, erfahrbar und erlebbar macht. Das „Schipper Hus“ ist ein Ort der Inspiration, des Austauschs sowie der Eröffnung neuer Horizonte und kann Einwohner sowie Touristen Generationenübergreifend anziehen. Als eine mögliche Idee will der Prerower Förderkreis diesen Entwurf nutzen, um das Gebäude weiterzuentwickeln und neu zu beleben.

Innovationspreis Stufe 3
Der Innovationspreis dritter Stufe, dotiert mit 500 Euro, wurde sowohl an den Studenten des Diplomstudienganges Kommunikationsdesign und Medien, Stefan Loewe (30), als auch an den Studenten des Dualen Bachelorstudienganges Mechatronik, Niklas Läsche (23), übergeben. Sie überzeugten die Innovationspreisjury mit der gemeinsamen Fakultätsübergreifenden Projektarbeit „Intermediale Randgebiete – Pickguard = Touchcontroller“. Während Stefan Löwe an der Fakultät Gestaltung von den Professoren Olaf Fippinger und Henning Schellhorn betreut wurde, hatte für Niklas Läsche an der Fakultät für Ingenieurwissenschaften Dr.-Ing. Olaf Hagendorf diese Aufgabe übernommen. Im Ergebnis der Projektarbeit ist ein Prototyp entstanden, der die Nutzung des Schlagbretts einer E-Gitarre – Pickguard genannt – als Touchcontroller ermöglicht. Dabei gibt es weder Beeinträchtigungen des ursprünglichen Klangs noch störende Zusatzelemente an der Gitarre, da ein bisheriges Schmuckelement auf innovative Art zu einem Bedienelement umfunktioniert wurde. Die beiden studentischen Entwickler sehen Möglichkeit der Kooperation mit Unternehmen, die Effektpedale vertreiben, sowie der Finanzierung über eine Crowdfunding-Kampagne.

Begrüßung, Vorstellung und Auszeichnung
Bevor die Preisträger Urkunden und Preise überreicht bekamen, wurden sie sowie die zahlreichen Gäste von der Vorsitzenden des Förderkreises der Hochschule Wismar, Dr. Meike Quaas, und dem Sprecher der Mittwochsrunde zu Wismar, Uwe Steinhagen, gemeinsamen begrüßt. Beide richteten ihren besonderen Dank an die Stifter des Preisgeldes – die Hansestadt Wismar und die Stiftung der Sparkasse Mecklenburg-Nordwest. Uwe Steinhagen nutzte außerdem die Gelegenheit, um dem Förderkreis einen Scheck über 200 Euro zu überreichen.

Der Rektor der Hochschule Wismar, Prof. Dr. jur. Bodo Wiegand-Hoffmeister, hatte in einer Laudatio die hervorragenden Leistungen der ausgezeichneten Absolventen gewürdigt. In seiner Rede zeigte er sich erfreut, dass die Hochschule Wismar eine Vielzahl hervorragender Abschlussarbeiten vorzuweisen vermag. Im Anschluss an die Laudatio präsentierten die Preisträger dem interessierten Publikum ihre Arbeiten in kurzer und auch dem Nichtfachmann verständlicher Form.

Ein besonderer Programmpunkt war der Beitrag von Professor Dr.-Ing. Kersten Latz. Er hatte am Bereich Bauingenieurwesen der Fakultät für Ingenieurwissenschaften die Arbeit der Innovationspreisträgerin des vergangenen Jahres, Hannah Klinner, betreut. Auf unterhaltsame Weise wusste Professor Latz über den steinigen Weg von der Idee zur Umsetzung zu berichten, natürlich am Beispiel des in der preisgekrönten Bachelorarbeit entwickelten Schwingungstilgers für Lärmschutzwände.

Für den musikalischen Rahmen sorgten die beiden Innovationspreisträger Stefan Loewe und Niklas Läsche mit ihren E-Gitarren.

Tradition, regionale Verbundenheit und Zukunftsorientiertheit
Seit 1996 werden jährlich Studierende und junge Absolventen der Hochschule Wismar, die mit ihren bisher präsentierten Arbeiten auf weitere Höchstleistungen hoffen lassen, mit dem Innovationspreis ausgezeichnet. Grundlage für die Ehrungen sind Abschluss- und Studienarbeiten, die sich bei der Entwicklung neuer Produkte, Technologien, Dienstleistungskonzepte, Gestaltungsergebnisse oder anderer innovativer Lösungen ausgezeichnet haben.

Mehr als ein Jahrzehnt war die Preisverleihung fester Bestandteil der öffentlichen Jahresvollversammlung des Förderkreises der Hochschule Wismar und fand im Zentrum der Hansestadt – im Bürgerschaftssaal des Wismarer Rathauses oder im Zeughaus – statt. Seit dem vergangenen Jahr kommen interessierte Wismarer – allen voran die Wismarer Mittwochsrunde – auf den Campus in das Foyer des Hauses 7a. Und auch im zwanzigsten Jahr der Innovationspreisverleihung spiegeln die preisgekrönten Abschlussarbeiten nicht nur die große Leistungsbereitschaft und -fähigkeit der Ausgezeichneten, sondern auch das Leistungsspektrum, den Erfahrungsaustausch untereinander und die Vernetzung mit der Region wider. Lösungen und fundierte Ideenansätze lieferten in diesem Jahr die Innovationspreisträger auf solch unterschiedlichen Fachgebieten wie dem Maschinen- und Anlagenbau, der Architektur und Innenarchitektur sowie der Mechatronik und dem Produktdesign.

Weitere Informationen zum Förderkreis der Hochschule Wismar e.V. finden Sie im Internet unter www.hs-wismar.de/foerderkreis.

Pressemitteilung der Hochschule Wismar

 


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