Skip to main content

Nachrichten Mecklenburg-Vorpommern

Parchimer Sommercamp für Förderschüler und junge Migranten

Immer mehr Unternehmen beteiligen sich

Immer mehr Unternehmen der Region unterstützen das Sommercamp des Jugendfördervereins Parchim/Lübz in Parchim. „Ein direkter und rechtzeitiger Kontakt mit den Schülern kann dazu beitragen, dass bestehende Vorbehalte gegen eine Ausbildung abgebaut und berufliche Neigungen entdeckt werden“, sagte Wirtschaftsstaatssekretär Rüdiger Möller am Freitag in Schwerin.

Bereits zum dritten Mal führt der Parchimer Trägerverein eine vielseitige Sommerfreizeit für Förder- und Hauptschüler sowie für junge Migranten durch. Das vor zwei Jahren gestartete Sommercamp wird aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) in Höhe von 23.360 Euro als Maßnahme der Berufsfrühorientierung unterstützt. Erstmals standen verstärkt Aspekte der gesunden Ernährung und sportlichen Bewegung auf dem abwechslungsreichen Programm.

Beim Sommercamp handelt es sich um eine gemeinsame Initiative des Wirtschaftsministeriums Mecklenburg-Vorpommern, der Agentur für Arbeit Schwerin und des Allgemeinen Verbandes der Wirtschaft Norddeutschlands e. V. Zahlreiche etablierte Firmen wie die Agrargenossenschaft Rom/Mecklenburg e. V., die Kastanienhof KG Schlieven, der Zoologische Garten Schwerin, die WAG Wasserversorgungs- und Abwasserentsorgungsgesellschaft Schwerin, die Gärtnerei Wonglorz u. Sohn OHG Mestlin, Gartenbau und Baumschule Rom, die OHG NETTO Stavenhagen, Elde Konserven Tessenow, die DBL Textil-Service Mecklenburg GmbH & Co. Parchim sowie das Van der Valk Landhotel Spornitz, die Hydraulik Nord Fluidtechnik GmbH & Co. KG Parchim und die Nordic Yards Wismar GmbH beteiligen sich aktiv am Sommercamp. Dort erhalten jedes Jahr 64 Jugendliche aus Westmecklenburg die Gelegenheit, in verschiedene Berufe und Firmen reinzuschnuppern, Berufsbilder mit den dazugehörenden Anforderungen kennen zu lernen und sich gezielt auf ihren Berufsstart vorzubereiten. Das Angebot richtet sich insbesondere an lernschwächere Schüler und junge Einwanderer im Alter von 14 bis 16 Jahren. Für alle Teilnehmer ist der jeweils dreiwöchige Durchgang kostenfrei.

Der Berufsfrühorientierung wird vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung und dem zunehmenden Fachkräftemangel im Wirtschaftsministerium eine besondere Bedeutung beigemessen. Drängten im Jahr 1996 noch rund 30.000 Schulabgänger auf den Ausbildungsmarkt, so waren es im vergangenen Jahr nur noch etwa 13.000. In diesem Jahr werden nochmals weniger, ca. 11.600 Jugendliche mit Ausbildungswunsch, erwartet. Fehlten in früheren Jahren betriebliche Ausbildungsstellen, so mangelt es heute an Bewerbern in allen Bereichen und Branchen. Bislang haben sich 8.176 Mädchen und Jungen (Stand Juni) auf 9.284 betriebliche Stellen gemeldet. „Dies ist zugleich ein Indiz dafür, dass die Ausbildungsbereitschaft der Unternehmen in unserem Land bis hin zum Handwerk nach wie vor sehr hoch ist“, unterstrich Möller. „Wir dürfen Schulabsolventen, die aus sozial schwächeren Familien kommen und Lernprobleme aufzeigen nicht aus den Augen verlieren. Auch für diese Jugendlichen muss es gelingen, einen Ausbildungsplatz entsprechend ihrer Fähigkeiten zu vermitteln, da sie ohne Berufsabschluss wesentlich schlechtere Startchancen haben“, so Möller.

Untergebracht sind die Jugendlichen in der internationalen Freizeit- und Bildungsstätte „lütt pütt“ unter der Trägerschaft des Jugendfördervereins Parchim/Lübz e. V. (JFV). Es werden die Außenanlagen für verschiedene Aktivitäten wie Kanufahrten, Klettern, Schwimmen, Fußball und Volleyball genutzt. Zur Verfügung stehen ebenfalls die Ausbildungswerkstätten und die Freizeiteinrichtungen des JFV. Bei einer Vielzahl an sportlichen, kulturellen und kreativen Aktivitäten sowie auf Ausflügen können die Jugendlichen ihren Interessen nachgehen.

Weitere Informationen unter:
www.jfv-pch.de
www.arbeitsagentur.de
www.agvnord.de


Ähnliche Beiträge