25. Papierbrückenwettbewerb M-V mit über 80 Brücken

Egal ob schlichte Konstruktion oder mit raffinierten Origami-Verzierungen versehen, jede der über 80 zum Wettbewerb eingereichten Papierbrücken musste sich dem selben Belastungstest stellen.
Quelle: Hochschule Wismar/Kerstin Baldauf

Mehr als 80 Papierbrücken von Schülern aus Graal-Müritz, Neukloster, Ribnitz-Damgarten, Rostock, Sternberg und natürlich Wismar wurden heute, am 29. Juni 2018, im Prüflabor des Kompetenzzentrums Bau Mecklenburg-Vorpommern (KBauMV) einem Belastungstest unterzogen, um die Sieger in zwei Altersklassen ermitteln zu können.

Die Auszeichnung der Sieger erfolgte im Rahmen des Tages der Technik des VDI M-V im Phantechnikum. Zwei Schülerinnen und ein Schüler, Helena Trojan, Alexandra Schröder und Maximillian v. Erffa, teilen sich den ersten Preis in der Gruppe der Schüler bis zur 8. Klasse. Gemeinsam haben die Gymnasiasten aus Neukloster eine 147,1 Gramm leichte Brücke gebaut, die einer Belastung bis 92,66 Kilogramm standgehalten hat. In der Gruppe der Schüler ab der 9. Klasse siegte Johann Zierke vom Richard-Wossidlo-Gymnasium in Ribnitz-Damgarten.

Bei seiner 151,8 Gramm schweren Brücke konnte eine Tragkraft von 175,89 Kilogramm nachgewiesen werden. Der Preis für die schönste Brücke ging an Giulio Weiß vom Gymnasium Am Sonnenkamp in Neukloster.

Ein Erlebnis für Schüler und Lehrer

Zum 25-jährigen Jubiläum des Papierbrückenwettbewerbes hatten die Ingenieurkammer M-V und der Verband Deutscher Ingenieure (VDI) M-V die Preisgelder erhöht – von bisher 480 Euro auf nun 580 Euro. Aber nicht nur darüber haben sich die Preisträger gefreut.

Denn die besondere Spannung während des Wettbewerbes, ob die umgesetzte eigene Idee tatsächlich tragfähig ist, und ob die Jury durch die Extravaganz und Schönheit der Bauwerke überzeugt werden kann, ist ebenso Antrieb wie die Umsetzung theoretischer Kenntnisse in eine spezielle praktische Anwendung. Mancher Lehrer hatte die Aufgabe zum Bau einer Papierbrücke in seinen Unterricht oder Wahlpflichtkurs eingebaut.

So fieberte zum Beispiel auch die stellvertretende Schulleiterin des Gerhart-Hauptmann-Gymnasiums, Bärbel Madeia, mit, als sieben Schülerinnen und Schüler der Regionalschule „Bertolt Brecht“ Wismar ihre Brücken zum Testen gaben. Einmal wöchentlich unterrichtet sie die Fünft- und Sechstklässler der Regionalschule am Gymnasium in Mathematik. „Da lag es nahe das Thema „Dreieck“ mit dem praktischen Brückenbau zu verbinden“, so Madeia.

Regeln und Preise

Die Teilnehmer mussten aus handelsüblichem Zeichenkarton oder Papier sowie Papierleim eine Brückenkonstruktion fertigen, die maximal 150 Gramm wiegen darf und eine möglichst hohe Belastung aushalten muss. Toleriert werden maximal zehn Prozent mehr Gewicht, das heißt bis zu 165 Gramm. Dann jedoch wird die gemessene Tragkraft anteilig abgemindert.

Zum Prüfen werden die Papierbrücken in einer speziellen Vorrichtung platziert. Wenn die Belastbarkeit getestet wird, bedeutet das nicht nur die Bestimmung eines exakten Wertes, sondern auch, dass die akribisch konstruierte Brücke letztendlich deformiert wird. Zum Sieger werden schließlich die Teilnehmer gekürt, deren Brücken der höchsten Belastung widerstanden haben.

Die Organisatoren des Wettbewerbs, das KBauMV als zentrale wissenschaftliche Einrichtung der Hochschule Wismar, die Ingenieurkammer M-V und das Landesamt für Straßenbau und Verkehr M-V, vergeben die Preise in drei Kategorien. Neben dem Spaß und der Anspannung erwarten die Schüler Prämierungen mit Gutscheinen in Höhe von 120 Euro für den 1. Preis, 90 Euro für den 2. und 60 Euro für den 3. Preis. Der Sonderpreis für die schönste Brücke in Höhe von 40 Euro wird einmalig, das heißt unabhängig vom Alter der Teilnehmer, vergeben.

Preisträger

Bei den Schülern ab Klassenstufe 9 folgte die Brückenkonstruktion von Nico Engelmann und Jonas Göser aus der 10. Klasse der KGS Sternberg mit einem Abstand von rund 14 Kilogramm Tragfähigkeit (161,2 kg) auf die der Siegerbrücke von Johann Zierke.

Die beiden Jungs konnten sich ebenso der Unterstützung ihrer 16 Mitschüler erfreuen, die selbst keine Papierbrücke gebaut hatten und zum Wettbewerb sowie zum Tag der Technik angereist waren, wie Carl Baustian und Hannes Jolitz als Drittplatzierte. Platz 3 hatten sie mit 123,82 Kilogramm Tragfähigkeit bei 134,9 Gramm Eigengewicht erreicht.

Für Schüler bis zur 8. Klasse wurden Gutscheine an das Siegerteam des Gymnasiums Neukloster, Helena Trojan, Alexandra Schröder und Maximillian v. Erffa überreicht. Auch Florian Genzen und Johannes Haentschke vom Richard-Wossidlo-Gymnasium Ribnitz-Damgarten konnten sich wie der Drittplatzierte Darius Genkinger, 6. Klasse der Regionalschule „Bertolt Brecht“ in Wismar, über einen Gutschein freuen.

Die zweitplatzierte Papierbrücke war rund 7 Gramm leichter als die Siegerbrücke und konnte trotzdem bei der gemessenen Tragfähigkeit mit 91,52 Kilogramm ganz dicht hinter der der Erstplatzierten bleiben. Die drittplatzierte Brücke widerstand einer Belastung von 51,41 Kilogramm und wog 137,6 Gramm.

Der Preis für die schönste Brücke ging an Giulio Weiß vom Gymnasium Am Sonnenkamp in Neukloster.

Pressemitteilung der Hochschule Wismar