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Nachrichten Mecklenburg-Vorpommern

Olympische Winterspiele wurden feierlich beendet

„Team Germany“ auf Rang zwei im Medaillenspiegel hinter Gastgeber Kanada

Die Winterspiele 2010 sind Geschichte … Doch was bleibt, was wirkt nach ?!

Die Olympischen Winterspiele 2010 – das waren die bislang aufrichtigsten, authentischsten und menschlichsten Winterspiele aller Zeiten. Dabei begannen sieImpression von den ersten offiziellen Landesmeisterschaften von M-V 2010 in Klingenthal. extrem traurig … Der tödliche Trainingsunfall des georgischen Rennrodlers Nodar Kumaritaschwili überschattete die Eröffnungsfeier, warf einen traurigen Schatten auf die Spiele.
Wenn Spiele so beginnen, stehen sie meistens nicht „unter günstigen Sternen“ … Aber sollte man Spielen, die traurig, nachdenklich beginnen, nicht eine Chance geben ?!

Ja, die olympischen Ideale mußten und wurden in Whistler und in Vancouver mit Leben erfüllt. Es gab große Momente, sehr, sehr traurige, große Sieger und noch größere Verlierer.

Magdalena Neuner aus Wallgau, mit zweimal Gold und einmal Silber die efolgreichste Olympionikin aus Deutschland 2010, trug die deutsche Fahne bei der Abschlußfeier.Die größten Gewinner der XXI.Olympischen Winterspiele waren jedoch die Sportlerinnen und Sportler selbst, das großartige kanadische Publikum und die Sportfans in aller Welt. 17 Tage wurde eindrucksvoller Sport geboten – facettenreich, exotisch, leistungsstark, spannend und emotionsreich, verbunden mit vielen individuellen Schicksalen, Dramen, Tragödien und Glücksmomenten. Gewonnen hat auch das deutsche Team, das so ungemein sympathisch, natürlich und erfolgreich auftrat. Anders als viele Politiker vor Ort, deren gekünsteltes Lächeln, deren olympische Selbstgefälligkeit und deren Sucht nach den goldenen Fotos mit goldigen Olympionikinnen fast schon Züge einer realen olympischen Satire annahm.

Sportliche Heldinnen und Helden wurden geboren. Maria Riesch ist so eine. Eben so wie Magdalena Neuner. Claudia Nystad. Evi Sachenbacher-Stehle, die inzwischen erfolgreichste deutsche Skilangläuferin aller Zeiten. Viktoria Rebensburg. Die Rodel-Damen. Die Skeleton-Mädel. Die Team-Eisschnellläuferinnen. Die Bobfahrer Andre Lange und Kevin Maria Riesch aus Garmisch-Partenkirchen - mit Gold in der alpinen Kombination und im Slalom die alpine Ski-Königin bei Olympia 2010.Kuske, die ihr viertes OLympia-Gold erkämpften.

Große Momente hatten nicht nur die deutschen Olympionikinnen und Olympioniken … Lindsey Vonn war eine der großen Siegerinnen, auch wenn sich die Goldmedaillen-Flut für sie nicht einstellte. Aber erste amerikanische Olympiasiegerin in der Abfahrt – das hat etwas, zumal das US-Girl mit Schienbein-Verletzung und weiteren gesundheitlichen Handicaps startete.
Doch was ist eine Schienbein-Verletzung gegen das, was der Slowenin Petra Majdic im Einzel-Sprint des nordischen Skisportes passierte … Beim Aufwärmen hatte sie einen Unfall, brach sich vier Rippen, zog sich einen Riss im Lungenfell zu, startete dennoch und wurde Dritte – eine übermenschliche Leistung.
Die traurigsten Momente ihres Lebens im schönsten Wettkampf ihres Lebens musste die Kanadierin Joannie Rochette in Vancouver erleiden. Ihre Mutter Therese starb zwei Tage vor Beginn der Wettbewerbe – die Emotionen der so sympathischen Eisläuferin bleiben unvergessen und berührten jedes Herz.
Joannies Bronzemedaille, die sie ihrer Mutter widmete, hatte goldene Tränen.

Andre Lange, zusammen mit Kevin Kuske, der erfolgreichste Bobsportler bei Olympia.Die norwegische Skilangläuferin Marit Björgen wurde die erfolgreichste Athletin der Winterspiele mit dreimal Gold, einmal Silber und einmal Bronze.
Nicht alles war zudem optimal bei Winter-Olympia 2010. Von der Bob- und Rodelbahn ganz zu schweigen. Die Eismaschinen funktionierten zunächst beim Eisschnelllauf nicht, die Zeitnahme beim Biathlon war defekt, u.a. wurden drei Schwedinnen bei der Verfolgung zu spät auf die Strecke geschickt. Wetter-Kapriolen waren an der Tagesordnung, Wettbewerbsverschiebungen und – verzerrungen die Folge. Olympia-Gegner randalierten in der Innenstadt. Vorwürfe an die Olympiastadt sind jedoch fehl am Platze. Vancouver und Whistler wollten keine perfekten, sondern menschliche Spiele. Am Ende waren  sie menschlicher, als manche ertragen konnten. Sie passten in die aktuelle widersprüchliche Zeit.

Die „Kracher“ für die kanadischen Sportfans waren jedoch die Olympiasiege im Damen-Eishockey und vor allem im Herren-Eishockey. 1920 gewann Kanada die erste Eishockey-Medaille überhaupt. In Vancouver gab es die achte – dank des Tores von Super-Star Sidney Crosby zum 3:2 in der Verlängerung gegen die USA. Kanada im Ausnahmezustand !
Auch die Welt war im olympischen Ausnahmezustand: 3,5 Milliarden Menschen sahen und „hörten“ die Wettkämpfe der Olympischen Winterspiele 2010 – die Hälfte der Menschheit. Trotz Kommerzes, extremer Vermarktung, Dopinggerüchten, Funktionärsgebaren oder sonstiger Vorbehalte – Olympia und die olympische Idee leben.
Der Sport bewegt: Das wurde auch bei der letzten Entscheidung der Olympischen Winterspiele deutlich, als Kanada die USA schlugen. Ausgelassene Freuden-Tänze auf dem Eis und auf den Rängen. In den Straßen Vancouvers und in ganz Kanada.

Die olympische Idee lebt und wird weiter leben.

Aika Klein auch ohne Medaille ein echtes Vorbild !

Aika Klein vom ESV Turbine Rostock nahm dreimal an Olympischen Winterspielen teil. Im Januar 2010 wurde sie Staffel-Europameisterin.Sie war die Einzige, die einzige Olympionikin die die Fahne Mecklenburg-Vorpommerns bei den Olympischen Winterspielen 2010 hoch halten musste. Dazu die einzige Dame im deutschen Short Track-Team. Da musste sie durch. Da kam sie durch. Jeder Sportfan, nicht nur hierzulande, hätte der 27jährigen bei ihren dritten Spielen noch einmal zumindest eine Top 8-Platzierung gegönnt. Aber  bereits vor Olympia war klar, dass es ungemein schwer wird. Die aussichtsreiche deutsche Damen-Staffel, die sich schon gute Chancen auf eine gute Platzierung ausrechnete, qualifizierte sich nicht für Olympia. Die 500 Meter und 1500 Meter verliefen unglücklich für Aika, über die 1000 Meter-Distanz kam sie zumindest ins Viertelfinale. Gegen die Übermacht aus China, Südkorea, Kanada und den USA war aber kein Kraut gewachsen. Von 24 Medaillen gewannen die Short-Trackerinnen und Short-Tracker aus diesen Ländern 23. Lediglich die Italienerin Arianna Fontana gelang es als Dritte über 500 Meter diese Phalanx zu durchbrechen.

Dennoch die großartige Bilanz von Aika sollte nicht vergessen werden: Sie nahm bereits 2002 (Staffel-Achte) und 2006 (Staffel-Sechste) an Olympischen Winterspielen teil. Bei Junioren-Weltmeisterschaften gab es für die Ostseestädterin 2003 Platz sieben mit der Staffel sowie 2004 Platz fünf ebenfalls mit der Staffel. Bei den EM konnte Aika bereits einige Medaillen erkämpfen: 2004, 2005 und 2008 jeweils Bronze mit der Staffel, 2009 erlief sie Staffel-Silber mit und 2004 errang Aika noch Bronze über 3000 Meter. Im Olympiajahr gab es sogar Staffel-Gold – eine phantastische Leistung. Auch ohne Olympia-Medaille hat Aika also außergewöhnliche Triumphe gefeiert. Nun gab sie offiziell  ihren Rücktritt bekannt – Sotschi 2014 findet ohne Aika Klein vom SC Turbine Rostock statt.

Die intelligente Sportlerin mit dem besonderen Faible für das Short Track-Land Korea sollte aber auch in Zukunft dem Kurzbahn-Eisschnelllauf treu bleiben. Sie kann dem Sport eine Menge zurückgeben, sie wird für diese „Immer-noch-Randsportart“ in Deutschland weiterhin gebraucht. Denn Short Track in Deutschland ohne Aika Klein ist doch wie Rostock-Warnemünde ohne Leuchtturm !

Übrigens – aus M-V-Blickwinkel: Der gebürtige Greifswalder Robin Szolkowy (jetzt Chemnitz) gewann mit Partnerin Aljona Sawtschenko Bronze im Paarlauf – auch eine starke Leistung, die man als Mecklenburger und Vorpommer nicht vergessen sollte !

Statements von Thomas Knüppel, Präsident des Landesskisportverbandes MV

… zu den olympischen Wettkämpfen 2010:

Das Abschneiden der gesamten deutschen Mannschaft ist toll, und ich freue mich vor allem immer über die überraschenden Erfolge. So hat wohl niemand mit Viktoria Rebensburg gerechnet oder mit gleich zweimal Gold für Maria Riesch. Auch die Skispringer überraschten nach der eher durchwachsenden Saison. Imponierend ebenfalls die hervorragenden Resultate im Teamsprint und in der Staffel bei unseren Skilangläuferinnen, wenn es darauf ankommt, zeigen sie stets ausgezeichnete Leistungen. Und, was Magdalena Neuner erreichte, verdient zudem allen Respekt. Großartig nicht zuletzt die Silbermedaille über den 50 Kilometer-Kanten von Axel Teichmann am olympischen Abschlußtag – eine sicher unerwartete Medaille.

Viel wichtiger als das gute Abschneiden der deutschen Mannschaft ist meiner Meinung nach jedoch, dass es trotz der schwierigen Verhältnisse auf den Pisten und in der Bobbahn keine weiteren schweren Verletzungen bzw. Tote gab.

… zu den ersten offiziellen Landesmeisterschaften von M-V im Skilanglauf:

Der Landesskiverband M-V e.V. hat am 20.Februar/21.Februar die Landesmeister im Langlauf ermittelt in der klassischen Technik und im freien Stil. Diese Landesmeisterschaft wurde in Zusammenarbeit mit dem Berliner Skiverband organisiert und soll der Startpunkt für die Gründung eines nordischen Bereiches im Landesverband sein. Es meldeten sich über 30 Teilnehmer aus Mecklenburg für die Wettkämpfe in Klingenthal an, was im Anbetracht der Entfernung zu Mecklenburg ein klasse Ergebnis ist.

Marko Michels

Fotos:

1.  Impression von den ersten offiziellen Landesmeisterschaften von M-V 2010 in Klingenthal. (Skisportverein Ostseeküste e.V. Rostock/mit freundlicher Genehmigung)
2. Magdalena Neuner aus Wallgau, mit zweimal Gold und einmal Silber die efolgreichste Olympionikin aus Deutschland 2010, trug die deutsche Fahne bei der Abschlußfeier. (Deutscher Skiverband, mit freundlicher Genehmigung)
3. Maria Riesch aus Garmisch-Partenkirchen – mit Gold in der alpinen Kombination und im Slalom die alpine Ski-Königin bei Olympia 2010. (Aufnahme: Kraftfood/milka, mit freundlicher Genehmigung)
4. Andre Lange, zusammen mit Kevin Kuske, der erfolgreichste Bobsportler bei Olympia. (Bob- und Schlittenverband für Deutschland, mit freundlicher Genehmigung)
5. Aika Klein vom ESV Turbine Rostock nahm dreimal an Olympischen Winterspielen teil. Im Januar 2010 wurde sie Staffel-Europameisterin. (D.Nuelken)


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