Ernährungsindustrie steht für hochqualifizierte Arbeitsplätze, vielfältige Produkte sowie moderne Technologien

Leckeres Obst und leckere Brotwaren aus M-V… Um mehr Fachkräfte für die Ernährungsbranche zu gewinnen, müssen aber mehr Mäuse her… M.M.

„Gute Mitarbeiter gewinnen und halten – aber wie?“ lautete das Kernthema auf dem Norddeutschen Ernährungsgipfel, der am Dienstag (10.04.) in Rostock-Warnemünde stattfand.

„Die heimischen Unternehmen der Ernährungsindustrie stehen für hochqualifizierte Arbeitsplätze, vielfältige Produkte sowie moderne Technologien. Damit das so bleibt, ist es wichtig, die Herausforderungen anzugehen, um im Wettbewerb mit anderen weiter vorn mithalten zu können. Wichtig Bereiche sind dabei die Fachkräftesicherung und -gewinnung, die Digitalisierung der Arbeitswelt sowie mehr Forschung und Entwicklung der Branche insgesamt. Das Wirtschaftsministerium bietet hier eine Reihe von Unterstützungsmöglichkeiten an“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe vor Ort.

Veranstalter des Ernährungsgipfels war das Netzwerk Agrarmarketing Mecklenburg-Vorpommern e.V. (AMV).

Auf Veränderungen in der Arbeitswelt reagieren – Wirtschaftsministerium unterstützt Qualifizierungsprojekte

„In Zeiten knapper Fachkräfteressourcen ist die Umgestaltung der Arbeitswelt ein entscheidender Maßstab für die Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens. So müssen beispielsweise neue Arbeitszeitmodelle geschaffen und Prozesse verändert werden. Daraus ergibt sich eine Vielzahl an Handlungsbedarfen – von Bildung, über Qualifizierung bis hin zu neuen technologischen Verfahren und Automatisierung. Bei diesem Prozess stehen wir den Unternehmen zur Seite“, sagte Glawe. Das Wirtschaftsministerium fördert unter anderem Qualifizierungsprojekte von Unternehmen.

Über die „Richtlinie zur Förderung der berufsbegleitenden Qualifizierung von Beschäftigten in Unternehmen“ (Qualifizierungsrichtlinie) haben Unternehmen die Möglichkeit, bis zu 100.000 Euro zu beantragen. Damit kann eine Kompetenzfeststellung der Beschäftigten, die Analyse des Qualifizierungsbedarfs der Arbeitsplätze in dem Unternehmen oder die berufliche Qualifizierung der Beschäftigten über einen externen Dienstleister beauftragt werden.

Kompetenzen im ingenieurtechnischen Bereich gefragt

Weiterhin werden kleine und mittlere Betriebe bei der Einstellung von Hochschulabsolventen mit technischem Hochschulabschluss unterstützt. Die Höhe des Zuschusses beträgt 50 Prozent der förderfähigen Ausgaben und wird in den ersten 12 Monaten auf maximal 30.000 Euro und in den folgenden 12 Monaten auf maximal 15.000 Euro je geschaffenem Arbeitsplatz begrenzt. „Die Unterstützung soll Unternehmen ermutigen, ihre Kompetenzen im ingenieurtechnischen Bereich weiter intensiv auszubauen. So können zusätzliche Forschungs-, Entwicklungs- und Innovationstätigkeiten entstehen – und da haben wir in der Ernährungswirtschaft noch Nachholbedarf“, sagte Glawe.

Mehr Forschung und Entwicklung in der Ernährungswirtschaft notwendig

Im Bereich der Ernährungswirtschaft hat das Wirtschaftsministerium in den Jahren 2014 bis 2017 insgesamt 15 Forschungs- und Entwicklungsvorhaben in Höhe von 2,8 Millionen Euro aus Mitteln des „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE) unterstützt. Das entspricht einem Anteil von 2,3 Prozent an den insgesamt bewilligten Zuschüssen in Höhe von 122,5 Millionen Euro in diesem Zeitraum. Für die Förderung von Forschung, Entwicklung und Innovation (FEuI) in Mecklenburg-Vorpommern stehen in der EU-Förderperiode 2014 bis 2020 insgesamt 168 Millionen Euro aus EFRE-Mitteln zur Verfügung. Es ist geplant, den Etat um 50 Millionen Euro zu erhöhen.

„Unternehmen und Hochschulen können noch stärker in der Ernährungswirtschaft in Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten zusammenarbeiten. Ziel ist es dabei, zu mehr marktfähigen und innovativen Produkten zu kommen. Entscheidend ist, dass die im Land entwickelten Produkte auch hier produziert werden. Das schafft Arbeitsplätze bei uns im Land. Innovative Technologien sind darüber hinaus beste Werbung für den Wirtschaftsstandort Mecklenburg-Vorpommern“, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe abschließend.

 Informationen zur Ernährungswirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern

Derzeit sind in den 86 Betrieben mit mehr als 50 Mitarbeitern insgesamt über 14.400 Mitarbeiter beschäftigt. Die Branche erwirtschaftete dabei einen Jahresumsatz von rund 4,5 Milliarden Euro. Die Ernährungswirtschaft ist innerhalb des verarbeitenden Gewerbes sowohl gemessen an der Zahl der Beschäftigten als auch nach dem Umsatz der größte Industriezweig des Bundeslandes. Zu den bedeutendsten Produktionsbereichen gehören die Backwarenindustrie, die Fleischverarbeitung, die Milchverarbeitung, die Fischverarbeitung und die Getränkeherstellung.

Informationen zum Netzwerk Agrarmarketing Mecklenburg-Vorpommern e.V.

Das Netzwerk Agrarmarketing Mecklenburg-Vorpommern e.V. (AMV) ist ein Netzwerk der Ernährungsbranche im Land. Der AMV wurde im Jahr 2000 als Initiative der Wirtschaft gegründet und hat sich erfolgreich als überregionales Netzwerk für die Unternehmen der Ernährungswirtschaft des Landes Mecklenburg-Vorpommern etabliert. Der Verein ist für Erzeuger, Veredler und Hersteller von Nahrungs- und Genussmitteln tätig. Mit seinen derzeit 62 Mitgliedsunternehmen bündelt er mehr als 5.500 Arbeitskräfte der Branche mit einem Umsatz von jährlich rund 1,5 Milliarden Euro.

Pressemitteilung / Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit M-V