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Nachrichten Mecklenburg-Vorpommern

Neues Virus bei Rindern, Schafen und Ziegen

Keine Gefahr für Menschen

In Teilen Deutschlands, der Niederlande und Belgiens wurde ein neues Virus im Zusammenhang mit auftretenden Erkrankungsfällen bei Rindern, Schafen und Ziegen nachgewiesen. Das Friedrich-Loeffler-Institut Insel Riems (FLI) informierte erstmals am 21.11.2011 über den Nachweis eines Virus des Genus Orthobunyavirus in Deutschland. Das Virus wurde durch das FLI in Proben von Rindern aus Nordrhein-Westfalen nachgewiesen, deren Herkunft zur vorläufigen Bezeichnung „Schmallenberg-Virus“ führte. Die Krankheit zeigt sich durch Fieber, starken Milchrückgang und gestörtes Allgemeinbefinden bei diesen Tierarten. In der Regel klingen die Symptome bereits nach wenigen Tagen wieder ab. Problematischer ist dagegen die Infektion tragender Tiere in einem bestimmten Trächtigkeitsstadium, denn sie kann zu Frühgeburten und zur Geburt lebensschwacher, missgebildeter Kälber, Schaf- und Ziegenlämmer führen.

Zwischenzeitlich ist in über 20 Rinder bzw. Schafe haltenden Betrieben in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen das Virus nachgewiesen worden. Ebenso wurden in Belgien und den Niederlanden der Virusnachweis in mehreren Fällen geführt. Analysen zufolge erfolge die Übertragung des Virus wie bei der Blauzungenkrankheit.
Minister Dr. Backhaus weist darauf hin, dass es im Gegensatz zur Blauzungenkrankheit keinen Impfstoff gibt, mit dem die Tiere vor dieser Infektion geschützt werden können. Tiere können vor Infektionen nur durch Insekten abweisende Mittel geschützt werden. Diese Möglichkeit des Schutzes hat sich allerdings schon im Rahmen der Blauzungenbekämpfung als nicht sehr effektiv erwiesen. Insoweit rät Minister Backhaus den Tierhaltern, Regionen mit ermittelten Fällen in der Zeit der Insektenaktivität zu meiden.

Da bisher ein Zusammenhang zwischen dem Nachweis des „Schmallenberg-Virus“ und den klinischen Erscheinungen weder eindeutig ausgeschlossen noch bestätigt werden kann, sind weitere Untersuchungen u.a. zur Verbreitung der Infektion nötig. Momentan ist auch unklar, ob es sich um den Neueintrag des Virus in Europa handelt oder ob sich das Virus schon seit längerer Zeit unbemerkt hier befindet.

„Weil wir hier noch ziemlich im Dunkeln tappen“, so Minister Dr. Backhaus, „bitte ich die Halter von Rindern, Schafen und Ziegen und deren bestandsbetreuenden Tierärzte frühzeitig bei Auftreten der beschriebenen Krankheitsmerkmale zu reagieren und Material zur Untersuchung an das Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei einzusenden. Insbesondere sollen Tierkörper missgebildeter Kälber, Schaf- und Ziegenlämmer zur virologischen Untersuchung gelangen.“
Unabhängig davon werden alle Bundesländer in Zusammenarbeit mit dem Institut auf der Insel Riems ein Überwachungsprogramm zur Ermittlung der Verbreitung der Infektion durchführen.

Minister Backhaus erklärte zudem, dass es sich nach derzeitigen wissenschaftlichen Erkenntnissen bei dem sogenannten „Schmallenberg-Virus“ nicht um einen Zoonose-Erreger handele, d.h. für den Menschen bestehe keine Infektionsgefahr. Die Bundesregierung hat zur zentralen Erfassung etwaiger Fälle eine Meldepflicht für diese Tierkrankheit eingeführt.

Quelle:  Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz MV


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