Skip to main content

Nachrichten Mecklenburg-Vorpommern

Neue Verbraucherzentrale empfiehlt 12 Tipps zur richtigen Immobilienfinanzierung

Die NVZ hat 12 Hinweise für Sie bereitgestellt:

1. Was kosten 100.000 Euro?
Faustregel für die Berechnung der monatlichen Belastung: Nominalzins plus Tilgung (in der Regel 1 Prozentpunkt) durch 12 (Monate). Beispiel: Bei einem Zinssatz von 5 % p.a. plus 1 Prozentpunkt Tilgung ergibt sich 6 % p.a., bei 100.000 € geliehenem Geld also 6.000 € im Jahr, durch 12 Monate gleich 500 € pro Monat.

2. Instandhaltungsrücklage, Wohngeld
Zu der monatlichen Belastung ist das Wohngeld bzw. eine Instandhaltungsrücklage hinzuzurechnen. Größenordnung: bei Neubau 2,00 bis 2,50 €, bei Altbau 2,50 bis 3,50 € pro Quadratmeter Wohnfläche und Monat.

3. Erwerbs-Nebenkosten nicht vergessen
Zu dem eigentlich Kaufpreis für Haus oder Wohnung sind rund 5 bis 10 % an Erwerbs-Nebenkosten hinzuzurechnen (Notar, Grundbuch, Grunderwerbssteuer, Makler).

4. Eigenkapital
Ohne Eigengeld kein Immobilienerwerb! 10 bis 20 % des Kaufpreises plus Erwerbs-Nebenkosten sind das Minimum. Je mehr, umso besser – nicht zuletzt deswegen, weil man dann Kredit zu einem günstigeren Zins bekommt. Eine „100-%-Finanzierung“ sollte nur bei sehr gutem und stabilem Einkommen in Frage kommen; die Erwerbs-Nebenkosten sollten aber auf keinen Fall per Kredit finanziert werden.

5. Belastungsgrenze
Die Belastung bei einer Immobilienfinanzierung (inkl. Nebenkosten) sollte nie über 40 % des Nettoeinkommens liegen. Doppelverdiener müssen bedenken, dass ein Gehalt zeitweise wegfallen kann (z. B. bei Geburt eines Kindes).

6. Annuitätendarlehen – die erste Wahl
Zur Finanzierung eignet sich am besten ein sog. „Annuitätendarlehen“. In jeder Rate steckt ein Teil Tilgung und ein Teil Zinsen. Der Tilgungsanteil steigt Monat für Monat – anfangs jedoch eher langsam, so dass nach 10 Jahren noch nicht viel getilgt ist. Dann aber geht es schneller voran – je nach Zins- und Tilgungshöhe ist das Darlehen nach 20 bis 30 Jahren getilgt.

7. Keine Kombi-Modelle!
Finger weg von allen „Kombi-Modellen“, bei denen ein Kredit mit einem anderen (Spar-)vertrag kombiniert wird (Darlehen mit Lebensversicherung, Bausparen mit „Vortilgung“). Bei diesen Modellen wird nicht getilgt, sondern parallel gespart. Da die Sparzinsen immer geringer sind als die Kreditzinsen, sind diese Modelle wirtschaftlich nachteilig!

8. Öffentliche Förderung
Familien sollten sich auf jeden Fall erkundigen, ob sie öffentlich gefördert werden (www.baufoerderer.de). Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) fördert Maßnahmen, die dem Erwerb und auch der Energieeinsparung dienen – sowohl bei Alt- als auch bei Neubauten. Diese Kredite werden über die finanzierende Bank abgewickelt.

9. Laufzeit 10 oder 15 Jahre?
Ist das Zinsniveau niedrig, kann eine Vereinbarung über 15 Jahre sinnvoll sein – sie gibt auf jeden Fall eine hohe Planungssicherheit. Allerdings ist eine 15-Jahres-Finanzierung etwas teurer als eine 10-Jahres-Bindung. Der Kunde kann aber ein Darlehen mit 15 Jahren Zinsbindung bereits nach 10 Jahren kündigen. Das kann sinnvoll sein, wenn das Zinsniveau dann niedriger ist als das Ursprüngliche zum Vertragsbeginn.

10. Höheren Tilgungssatz oder Sondertilgung vereinbaren
Vereinbaren Sie möglichst eine höhere anfängliche Tilgung als 1 % oder zumindest das Recht zur Sondertilgung. Damit reduzieren Sie das Zinsrisiko, das nach Ablauf der Zinsbindung besteht, da nicht vorhersehbar ist, wie hoch das Zinsniveau zu diesem Zeitpunkt sein wird. Sondertilgungen in Höhe von 5 % p.a. werden inzwischen von fast allen Anbietern eingeräumt.

11. Finger weg von Steuersparmodellen
Schließen Sie niemals einen Immobilienvertrag „wegen der Steuern“ ab, auch dann nicht, wenn scheinbar seriöse Banken und/oder Notare hinter dem Konzept stehen oder sogenannten „Mietgarantien“ gegeben werden. Die so angebotenen Wohnungen sind in der Regel überteuert, Provisionen gehen in die Tausende, die prognostizierten Mieteinnahmen sind nicht zu erzielen.

12. Markt beobachten
Schauen Sie sich möglichst viele Wohnungen oder Häuser an, bevor Sie sich entscheiden. Nur so können Sie ein Gefühl für den richtigen Preis entwickeln und werden sehr schnell feststellen, wo Sie leben möchten und wo nicht.


Ähnliche Beiträge