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Nachrichten Mecklenburg-Vorpommern

Neue Synagoge schlägt Brücke zwischen Vergangenheit und Zukunft

„Die neue Synagoge ist Erinnerung an die Vergangenheit und Verpflichtung für die Zukunft. Sie symbolisiert Geborgenheit und Hoffnung, gleichzeitig wird sie aber auch immer ein Ort des Gedenkens sein an jene jüdischen Mitbürger, die in Mecklenburg-Vorpommern Opfer des verbrecherischen nationalsozialistischen Terrorregimes geworden sind“, so Kultusminister Henry Tesch anlässlich der heutigen Einweihung der neuen Synagoge in Schwerin. „Mit dieser neuen Synagoge wird eine Brücke zwischen Vergangenheit und Zukunft geschlagen.“

Erst im Dezember 2007 hatte der Minister gemeinsam mit Valery Bunimov vom Landesverband der Jüdischen Gemeinden und dem Oberbürgermeister der Stadt Schwerin eine Vereinbarung zum Neubau einer Synagoge in Schwerin unterzeichnet, wonach das Land für den Neubau der Synagoge 660 000 Euro zur Verfügung stellte.

Die Innenraumgestaltung und die Ausstattung in Höhe von rund 100 000 Euro wurden von der Jüdischen Gemeinde Schwerin, dem Förderverein Jüdisches Gemeindezentrum Schwerin e.V. sowie dem Zentralrat der Juden in Deutschlands finanziert.

Minister Tesch: „Der neu errichtete sakrale Bau des Schweriner Architekten Joachim Brenncke ist von hoher Symbolkraft: die Einbeziehung des Gedenksteins, gefundener Fliesen des Vorgängerbaues, sichtbarer Fundamente und der ebenfalls im Bauschutt gefundenen Fragmente einer Huldigungstafel für Großherzog Friedrich Franz I. sollen Symbole dafür sein, dass mit dem Neubau der Synagoge eine viele Jahrhunderte alte Tradition jüdischen Lebens in Schwein fortgeschrieben wird. “

Die Synagoge ist an historischer Stelle in der Schlachterstraße 3 – 5 in Schwerin wieder erstanden. Dort wurde 1773 die erste Schweriner Synagoge errichtet, die 1819 erweitert und erneuert wurde. Sie stand dort bis 1938. Nach der Reichspogromnacht am 9. November 1938 mussten die Schweriner Juden ihre Synagoge eigenhändig bis auf die Grundmauern abtragen. Von einem Anzünden hatten die Nazis abgesehen, weil die umstehende Fachwerkbebauung ein zu großes Risiko für einen Altstadtbrand gewesen wäre.

Die Jüdische Gemeinde zählt derzeit rund 2.000 Mitglieder in Mecklenburg-Vorpommern, vor 10 Jahren waren es nur 250.


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