Der soziale Demokrat Max Fank aus Stralsund leistete nach 1945 politische und wirtschaftliche Aufbauarbeit in der heutigen Welt-Kultur-Erbe-Stadt

Max Fank, Jahrgang 1899, mußte seinen Widerstand gegen die stalinistische Politik der SED und der russischen Besatzungsmacht nach 1945 mit schlimmsten Entbehrungen und persönlichen Opfern bezahlen.

Fank, gelernter Fischer, trat 1921 der SPD bei und engagierte sich dort in der Ortsgruppe in Stralsund. Nach der Machtergreifung durch die Nazis leistete er in der Illegalität Widerstand gegen das „braune Terrorregime“, wurde zeitweise verhaftet und inhaftiert, mußte sich mit Gelegenheitstätigkeiten seinen Lebensunterhalt verdienen, nachdem gegen ihn von den Nazis ein Berufsverbot ausgesprochen wurde.

Im Juni 1945 trat Max Fank erneut der wieder gegründeten SPD bei. Er wurde sowohl Vorsitzender der SPD in Stralsund als auch des SPD-Bezirkes Pommern. Die „Vereinigung“ von KPD und SPD begleitete er mit großer Skepsis.

So schreibt ein Spitzel der Staatssicherheit in einem rückblickenden Bericht über Max Fank hinsichtlich dessen Haltung zur „Vereinigung“: „ … Bei Max Fank handelt es sich bereits um ein Element des `Kalten Krieges`. Er gehört zu den ehemaligen führenden Stralsunder Sozialdemokraten, die versuchten, nach 1945 die Vereinigung der beiden Arbeiterparteien zu hintertreiben. Danach setzte er sich nach Westdeutschland ab und bezieht eine DDR-feindliche Position …“ (BStU/Außenstelle Schwerin, AOP 987/70, BV Rostock, dat.: 23.4.1969)

Nachdem Max Fank im April 1946 – wie viele andere mecklenburgische Sozialdemokraten – in die SED zwangseingegliedert wurde, fungierte er zunächst als erster Vorsitzender der SED-Kreisleitung in Stralsund und Mitglied des mecklenburgischen SED-Landesvorstandes.
Da Max Fank die Verfolgung, Verhaftungen und Entlassungen zahlreicher mecklenburgischer und vorpommerscher Sozialdemokraten öffentlich kritisierte, wurde er als erster Vorsitzender der SED-Kreisleitung in Stralsund 1947 abgesetzt.

Nach dieser Absetzung wurde er von den führenden Vertretern der SED-Kreisleitung in Stralsund „politisch isoliert“ und arbeitete ab 1947 als Oberfischmeister in Stralsund. Ab Ende 1947 kontaktierte Max Fank das SPD-Ostbüro, um mit dessen Hilfe eine demokratische Widerstandsbewegung gegen das SED-Regime aufzubauen.

Er schrieb dem SPD-Ostbüro Berichte über die politischen und wirtschaftlichen Missstände in der Stadt Stralsund bzw. über Repressalien der kommunistischen „Sicherheitsorgane“ gegenüber den früheren Sozialdemokraten und verteilte Informationsschriften der westdeutschen SPD in Stralsund.

Nach der Denunziation eines kommunistischen Spitzels wurde Max Fank im März 1949 verhaftet und aufgrund seiner Oppositionshaltung gegen die Politik der SED sowie aufgrund seiner Tätigkeit für das SPD-Ostbüro zu 25 Jahren Arbeitslager/Zuchthaus verurteilt.

Im Jahre 1954 erfolgte nach einer Amnestie seine Haftentlassung. Max Fank flüchtete nach Westdeutschland, nach Hamburg. Trotz seines Wohnortes in Hamburg wurde Max Fank von der DDR-Staatssicherheit in einem „operativen Vorgang“ weiter bespitzelt. Dabei war insbesondere sein Briefwechsel mit früheren SPD-Mitgliedern in Stralsund von der DDR-Staatssicherheit von Interesse (BStU/Außenstelle Schwerin, AOP 987/70, BV Rostock, operativer Vorgang „Rakete“).

SPD-PlakatMax Fank – ein vorpommerscher Sozialdemokrat, der für den Widerstand gegen die „braune“ und die „rote“ Diktatur steht.

M.Michels

 

 

F.: SPD-Wahlkampf-Plakat zur Reichstagswahl am 6.11.1932 – auch Max Fank stand damals wie nach 1945 gegen antidemokratische Monarchisten, Nazis und Kommunisten !