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Nachrichten Mecklenburg-Vorpommern

Nahrungsergänzungsmittel: Trügerische Sicherheit

Vitaminpillen sind kein Ersatz für Obst und Gemüse.Die Deutschen essen zu wenig Obst und Gemüse – dieses Ergebnis der zweiten Nationalen Verzehrsstudie ist keine Überraschung. Doch knapp ein Drittel aller Befragten nimmt Nahrungsergänzungsmittel und nährstoffangereicherte Arzneimittel zu sich und gibt dafür 1,5 Milliarden Euro jährlich aus. „Isolierte Vitamine und Mineralstoffe können Obst und Gemüse jedoch nicht ersetzen. Sie schaffen ein trügerisches Bild guter Versorgung“, warnt Simone Goetz von der Neuen Verbraucherzentrale in Mecklenburg und Vorpommern e. V.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt 250 Gramm Obst täglich. Diese Menge erreichen nur vier von zehn der knapp 20 000 Befragten. Noch schwächer fällt der Gemüseverzehr aus: hier liegen 87 Prozent der Befragten unter der DGE-Empfehlung von 400 Gramm pro Tag. Stattdessen sollen nährstoffangereicherte Getränke oder Vitamin- und Mineralstoffpräparate den Ernährungsstil aufbessern. Mögliche Risiken durch Überdosierungen oder Versorgungslücken werden dabei meist ausgeklammert. Häufig versuchen aber auch Personen, die sehr ausgewogen essen und gesundheitsbewusst leben, ihre gute Nährstoffversorgung noch einmal zu verbessern.

Neben Vitaminen und Mineral- und Ballaststoffen enthält Obst und Gemüse eine Vielzahl an sekundären Pflanzenstoffen, die angereicherten Lebensmitteln und Nahrungsergänzungsmitteln fehlen. „Optimal sind fünf Portionen pro Tag, am besten bunt gemischt je nach Geschmack und jahreszeitlichem Angebot“, empfiehlt Simone Goetz. Eine Portion entspricht dabei in etwa einer Hand voll Obst oder Gemüse.

Simone Goetz


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