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Nachrichten Mecklenburg-Vorpommern

Müller lehnt soziales Pflichtjahr ab

Nach Ansicht der sozialpolitischen Sprecherin der Linksfraktion, Irene Müller, muss die Einführung eines sozialen Pflichtjahrs abgelehnt werden.

„Artikel 12 des Grundgesetzes und die Europäische Menschenrechtskonvention verbieten Zwangs- und Pflichtarbeit“, erklärte Frau Müller am Dienstag. Soziale Dienstleistungen könnten zwar in Ausnahmen, bei Notlagen, Wehr- und Ersatzdiensten, eingefordert, aber keinesfalls als Pflicht für alle jungen Frauen und Männer festgelegt werden.

Die Tatsache, dass heute 70 Prozent der Wehrpflichtigen Ersatzdienst in zumeist sozialen Organisationen leisten, erkläre, warum der Ruf sozialer Träger nach einem Pflichtjahr immer lauter werde. „Die so genannten Zivis leisten wertvolle Arbeit und erhalten im Durchschnitt 10 Euro pro Tag, nach der Verkürzung der Dienstzeit auf 6 Monate geraten viele Einrichtungen in Bedrängnis“, so Frau Müller. Zivildienst könne die soziale Arbeit jedoch nur ergänzen und nicht ein funktionierendes Sozialsystem ersetzen. „Anstelle einer grundgesetzwidrigen Arbeitspflicht für junge Menschen muss die Beschäftigung von mehr Fachkräften gesichert werden sowie eine adäquate Vergütung der notwendigen und wichtigen sozialen Arbeit erfolgen.“


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