Heute fällt in Mecklenburg-Vorpommern der Startschuss zum bundesweiten, bisher einzigartigen Projekt „Kunst fürs Dorf – Dörfer für Kunst“, getragen von der Deutschen Stiftung Kulturlandschaft in Kooperation mit dem Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz Mecklenburg-Vorpommern.


„Im ländlichen Raum ist eine beeindruckende kulturelle Vielfalt zu finden – dies wollen wir sichtbar machen“, so erklärten übereinstimmend die Vorsitzende des Vorstands der deutschen Stiftung Kulturlandschaft Dr. Angelika Westerwelle und Dr. Till Backhaus, Minister für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz Mecklenburg-Vorpommern. „Dem öffentlichen Fokus möchten wir ein klares Zeichen für den ländlichen Raum entgegensetzen. Es ist uns wichtig, Künstler vor dem Hintergrund gesellschaftlicher Wandlungsprozesse in den ländlichen Räumen wieder verstärkt für die Themen Landwirtschaft und Leben zu interessieren“, so die Initiatoren.

Die Deutsche Stiftung Kulturlandschaft initiiert deshalb beginnend in Mecklenburg-Vorpommern mit einem Auswahlverfahren das Projekt „Kunst fürs Dorf – Dörfer für Kunst“. Gesucht werden maximal drei Gemeinden mit bis zu 3.000 Einwohnern. Die Gemeinden sollen als Auftraggeber in einen Dialog mit einem Künstler eintreten, ihm geeignete Ausstellungsräume bereitstellen und die öffentliche Präsentation eines Kunstwerkes ermöglichen. Die Deutsche Stiftung Kulturlandschaft fördert jedes Kunstprojekt mit bis zu 20.000 Euro. Das Auswahlverfahren wird über die Landgesellschaft Mecklenburg-Vorpommern mbH allen ländlichen Gemeinden zugänglich gemacht. Diese können ihr Interesse an dem Projekt bis Ende Mai bekunden.

Die Deutsche Stiftung Kulturlandschaft verfolgt unter anderem das Ziel, durch die Förderung intakter sozialer und kultureller Strukturen das Leben und Arbeiten auf dem Lande zu  stabilisieren und aufzuwerten. Mit dem Auswahlverfahren Kunst fürs Dorf – Dörfer für Kunst“ will die Stiftung das spezifische Ereignis von Kunst in ländlichen Regionen thematisieren, wobei die Gemeinden zur aktiven Rolle als Auftraggeber aufgerufen werden. Das landschaftlich äußerst reizvolle und von einer modernen Agrarwirtschaft geprägte Mecklenburg-Vorpommern scheint für dieses Modellvorhaben prädestiniert.

Das Projekt ermöglicht es den Bewohnern der Gemeinden, am Ereignis des künstlerischen Vorgangs teilzuhaben und mit dem Künstler in einen kommunikativen Prozess einzutreten. Gerade in ländlich strukturierten Gebieten kann Kunst im öffentlichen Raum eine wichtige Rolle bei der Stärkung der Identifikation der Bürgerinnen und Bürger mit ihrer Region spielen. Daher liegt der Fokus des Auswahlverfahrens auf dem Ort des schöpferischen Ereignisses. Dieser Ort soll nicht das Atelier des Künstlers, sondern – im weitesten Sinne – das Dorf sein.

Im Juni 2008 werden von einer Jury bis zu drei Gemeinden ausgewählt, eine Künstlerin oder einen Künstler aufzunehmen. Die Künstler werden in einem zweiten Verfahren von einer Jury ausgewählt.