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Nachrichten Mecklenburg-Vorpommern

Minister Backhaus weist Vorwurf wegen angeblich falscher Auskunft zurück

Der von der Abgeordneten Birgit Schwebs/Fraktion DIE LINKE in der SVZ vom 16.4.2011 erhobene Vorwurf, der Minister habe bei der Beantwortung der Kleinen Anfrage zum „Chronischen Botulismus“ eine falsche Auskunft gegeben, weist dieser entschieden zurück.

Das Land stützt sich bei seinen Angaben auf die vom Rindergesundheitsdienst der Tierseuchenkasse von Mecklenburg-Vorpommern im Rahmen seiner Tätigkeit erhobenen Daten. Der Rindergesundheitsdienst ist im Lande die Stelle, die von Rinderhaltern bei der Lösung tiergesundheitlicher Probleme hinzugezogen werden kann.

Auf amtliche Erhebungen kann nicht zurückgegriffen werden, da es sich bei dieser Faktorenkrankheit nicht um eine nach bundesrechtlichen Bestimmungen zu meldende anzeigepflichtige Tierseuche oder meldepflichtige Tierkrankheit handelt.

Der Rindergesundheitsdienst hat auf Anfrage des Ministeriums jetzt nochmals bestätigt, dass ihm von 1995 bis 2009 30 Fälle mit dem als „chronischer Botulismus“ bezeichneten Krankheitsbild bekannt wurden. Davon wurden in 26 Fällen die Proben an der Uni Göttingen bzw. in dem Nachfolgelabor miprolab in Göttingen untersucht.Nur in 4 Fällen wurden ausschließlich andere Labore in Anspruch genommen.

„Ich kann nicht nachvollziehen, wie man auf Grundlage dieser Fakten, dem Ministerium einem Vorwurf machen kann. Das ist alles an den Haaren herbeigezogen. „Wenn das Göttinger Institut von mehr als 1000 Betrieben bundesweit spricht, dann kann ich das nicht widerlegen. Aber daraus kann man nicht den Schluss ziehen, dass wir in Mecklenburg-Vorpommern falsche Zahlen angeben“, so Backhaus.

Die Ursachen des sogenannten „chronischen Botulismus“ sind bisher wissenschaftlich nicht geklärt. Es wird vermutet, dass verschiedene Faktoren eine Rolle spielen, wobei die Beteiligung von Clostridium botulinum und anderen Clostridien nicht sicher ausgeschlossen werden kann.

„Ich kann den Schmerz der Landwirte, die diese Krankheit in ihren Rinderbeständen feststellen mussten, verstehen. Aber auch sie müssen anerkennen, dass es keine einfache und eindeutige Erklärung für die Ursache dieser Krankheit gibt. Da kommen viele Faktoren zusammen. Die Hygiene in den Rinderbeständen und das Management sind dabei sehr wesentlich. Das Land hat sich nichts vorzuwerfen. Was ich aber verwerflich finde, ist die Art und Weise der Abgeordneten Schwebs, mit diesen Fakten umzugehen“, unterstreicht Minister Backhaus.

Auch der in der SVZ erhobene Vorwurf des Anwalts eines betroffenen Landwirtes, das Land verharre in Untätigkeit, ist schlichtweg falsch.

So hat sich auf Initiative von Mecklenburg-Vorpommern die  Agrarministerkonferenz im März 2011 mit dieser Faktorenkrankheit beim Rind befasst. „Die Agrarministerkonferenz ist unseren Vorschlägen gefolgt und hat anerkannt, dass es notwendig ist, die Datenlage zu verbessern, eine eindeutige Falldefinition zu erarbeiten und Ursachen dieser Krankheit zu klären“, so der Minister.

Zudem haben die Agrarminister der Länder auf Antrag Mecklenburg-Vorpommerns das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz aufgefordert, die bisherigen Studien zu bündeln und weitere Forschungsprojekte unter Einbindung der Forschungseinrichtungen und Institutionen des Bundes zu initiieren. „Der Beschluss sieht auch vor, dass sich das Bundesministerium mit Unterstützung des Friedrich-Loeffler-Institutes für eine Verbesserung und Standardisierung der Botulismus-Diagnostik in Deutschland einsetzen muss“, sagt Minister Backhaus.

Quelle: Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz MV


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