Der Landwirtschafts- und Umweltminister Dr. Till Backhaus teilt die Sorge von Jägern und Landwirten in Mecklenburg-Vorpommern, dass von einem zu hohen Schwarzwildbestand Gefahren für die Landwirtschaft, insbesondere die Tierhaltung ausgehen können. Allerdings müsse man die Bestandshöhe beim Schwarzwild differenziert betrachten. Sie sei regional sehr unterschiedlich.

Seit dem Schweinepestgeschehen in den 90er Jahren bei Haus- und Wildschweinen in Mecklenburg-Vorpommern werden im Land umfangreiche Überwachungsuntersuchungen auf Schweinepest durchgeführt. Jährlich gelangen auf diese Weise über die Jägerschaft im gesamten Land zwischen etwa 4.000 bis 4.500 Proben von Wildschweinen zur Untersuchung an das Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei in Rostock. Zuletzt wurde das Schweinepestvirus in Mecklenburg-Vorpommern am 14. Juli 2000 bei einem Wildschwein festgestellt.

„Für die tatkräftige Unterstützung der Veterinärbehörden bedanke ich mich bei jedem einzelnen Jäger in unserem Bundesland. Die Jägerschaft leistet damit einen großen Beitrag zur Früherkennung dieser gefährlichen Tierkrankheit.“ betont Minister Dr. Backhaus.

In diesem Jahr wird von einem noch höheren Probenaufkommen ausgegangen, da neben dem Schweinepestmonitoring ein weiteres Überwachungsprogramm durchgeführt wird. Dabei geht es um den Erreger der Brucellose. Die in diesem Zusammenhang eingesandten Proben werden auch auf Schweinepest untersucht.

Darüber hinaus werden jährlich in Hausschweine haltenden Betrieben an etwa 9.000 Proben umfangreiche Kontrolluntersuchungen auf Schweinepest durchgeführt. Seit dem letzten Schweinepestfall im März 1998 in einem Hausschweinebestand unseres Landes wurde der Erreger bei Hausschweinen nicht mehr nachgewiesen.

Im Jahr 2008 wurde das Schweinepestvirus in Deutschland bei Wildschweinen nicht mehr nachgewiesen, so dass das Seuchenrisiko in Deutschland deutlich zurückgegangen ist. Ungeachtet dessen ist das Virus in einigen südeuropäischen Ländern in der Wildschweinpopulation und auf anderen Kontinenten präsent, so dass Einschleppungsrisiken grundsätzlich bestehen.

Minister Dr. Backhaus appelliert an die mehr als 10.500 Jägerinnen und Jäger in Mecklenburg-Vorpommern, das Schwarzwild so effektiv wie möglich zu bejagen. Dazu sei es insbesondere notwendig, die Schwarzwildbejagung in den Einstandsgebieten revierübergreifend und gemeinschaftlich zu organisieren. Den  Waldbesitzern, insbesondere der Landesforstanstalt, kommt bei der in diesen Tagen beginnenden Drückjagdsaison eine Vorbildrolle zu.

Hintergrund:

Im vergangenen Jagdjahr (01.04.2007 bis 31.03.2008) wurden in Mecklenburg-Vorpommern 58.155 Wildschweine erlegt. Dieses Abschussergebnis liegt mit etwa 8 Tausend Stück über dem Durchschnitt der vergangenen 5 Jahre.