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Nachrichten Mecklenburg-Vorpommern

Mathias Brodkorb, Sprecher für Hochschulpolitik der SPD-Landtagsfraktion:

Effizienzstudie belegt Probleme an Hochschulen des Landes/Veröffentlichung der Studie für Ende März erwartet
Im vergangenen Jahr hatte der Landtag die Landesregierung beauftragt, eine Studie zur Effizienz der Hochschulausbildung in Mecklenburg-Vorpommern vorzulegen. Am 10. März 2005 kamen Vertreter von Hochschulen, Politik und Verwaltung in Schwerin zusammen, um die Ergebnisse der Studie erstmals zu besprechen. Hierzu erklärte der hochschulpolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion M-V, Mathias Brodkorb:

„Die vorgelegte Effizienzstudie bestätigt die Notwendigkeit von Veränderungen im Hochschulbereich. 40 Prozent aller Studienanfänger machen in Mecklenburg-Vorpommern keinen Abschluss, brechen also entweder das Studium ab oder verlassen das Land. An den Universitäten trifft dies sogar auf 45 Prozent der Studierenden zu, während bei den Fachhochschulen 30 Prozent betroffen sind.“

Die Lage sei allerdings sehr differenziert: Besonders groß sei der Schwund in der Medizin mit 61 Prozent und in der Lehrerausbildung mit 51 Prozent. Unterdurchschnittlich falle der Schwund an den Universitäten mit 23 Prozent im Bereich Mathematik/Naturwissenschaften aus. Hierzu Brodkorb:

„Diese schlechten Werte sind nach meiner Ansicht nicht auf die Arbeit der Wissenschaftler, sondern vor allem auf die Strukturen zurückzuführen. Wir haben im Prinzip in allen Bereichen bundesweit die kleinsten Einheiten, obwohl wir bezogen auf die Einwohner im Jahr 2002 mehr für Hochschulen ausgegeben haben als das reiche Bayern. Viele Studierende verlassen in den oberen Semestern das Land, weil sie bei uns nicht die nötigen Angebote vorfinden. Die Schaffung größerer, attraktiverer Einheiten ist daher ein wesentliches Ziel der anstehenden Hochschulreform.“

Schwundbilanz für die Universitäten des Landes Mecklenburg-Vorpommern nach Fächergruppen in Prozent (auf der Basis des Absolventenjahrgangs 2002)

Schwundbilanz    Landesbezogener Studienerfolg
MV insgesamt                                -40            60
Universitäten                                -45            55
Sprach-/Kulturwissenschaften/Sport                    -39            61
Rechts-/Wirtschafts-/Sozialwissenschaften                -52            48
Mathematik/Naturwissenschaften                    -23            77
Medizin                                    -61            39
Agrar-/Forst-/Ernährungswissenschaften                –            –
Ingenieurwissenschaften                            -40            -60
Kunst                                        –            –
Lehramt                                    -51            49

Schwundbilanz für die Fachhochschulen des Landes  Mecklenburg-Vorpommern nach Fächergruppen  in Prozent (auf der Basis des Absolventenjahrgangs 2002)

Schwundbilanz    Landesbezogener Studienerfolg
MV insgesamt                                -40            60
Fachhochschulen                                -30            70
Wirtschaftswissenschaften/Sozialwesen                -28            72
Mathematik/Naturwissenschaften                    -45            55
Ingenieurwissenschaften                            -33            67

Methodische Anmerkungen:

Die „Schwundbilanz“ gibt auf der Ebene eines Bundeslandes an, wie groß der Anteil an Studienanfängern eines Jahrgangs ist, der in dem Land einmal ein Erststudium aufgenommen hat, es dort aber nicht erfolgreich beendeten. Diese Studienanfänger sind entweder Studienabbrecher oder Hochschulwechsler an eine Hochschule außerhalb des betreffenden Bundeslandes. Eine Differenzierung in diese beiden Gruppen ist unter den gegebenen statistischen Möglichkeiten ausgeschlossen. Der Wert „landesbezogener Studienerfolg“ weist dementsprechend auf den Anteil an Studienanfängern eines Jahrgangs hin, die irgendwann ein Erststudium in diesem Land aufgenommen haben und es erfolgreich abgeschlossen haben. Es sind damit auch diejenigen Studierenden dieses Studienanfängerjahrgangs berücksichtigt, die zu einem späteren Zeitpunkt in das Land zuwanderten und dort ein Examen erworben haben. Nicht berücksichtigt werden in dieser Bilanz, die zugewanderten Studierenden, die kein Examen abgelegt haben, sondern ihr Studium abbrachen oder wieder an die Hochschule eines anderen Bundeslandes wechselten.


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