Schwerins Oberbürgermeister Rico Badenschier lädt zu einer Gedenk-Lesung ein

Schwerin. M.M.

Oberbürgermeister  Rico Badenschier lädt am 9. Mai Schülerinnen und Schüler der Beruflichen Schule für Wirtschaft und Verwaltung  im Gedenken an die Bücherverbrennung der Nationalsozialisten 1933 zu einer Lesung ein. Er wird aus dem Buch „Atemschaukel“ der Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller lesen. „Herta Müller hat durch ihr eigenes Schicksal eine Geschichte zu erzählen, die das wirkliche Leben geschrieben hat.  Dabei geht es nicht nur um Diktaturerfahrungen, sondern auch darum, wie es ist, ein Außenseiter zu sein. Als Pate einer Berufsschule, die sich gegen Rassismus und für Courage einsetzt, möchte ich den Schülerinnen und Schülern mit dieser Lesung auch ein Diskussionsangebot über den Wert von freier Meinungsäußerung in einer demokratischen Gesellschaft unterbreiten“, so Rico Badenschier.

Am 10. Mai 1933 fanden groß inszenierte öffentliche Bücherverbrennungen auf dem Berliner Opernplatz und in 21 anderen deutschen Universitätsstädten (u. a. Bonn, Braunschweig, Bremen, Dresden, Frankfurt am Main, Göttingen, Greifswald, Hannover, Kiel, München, Münster, Nürnberg, Rostock und Würzburg) statt. Die Werke jüdischer, marxistischer und pazifistischer Schriftsteller wurden von Studenten, Professoren und NS-Organen ins Feuer geworfen. In Schwerin war eine schwimmende Insel auf dem Pfaffenteich am Pfingstsonntag Schauplatz der Bücherverbrennung.

Auf dem Index standen u. a. die Werke von Walter Benjamin, Bertolt Brecht, Albert Einstein, Lion Feuchtwanger, Leonhard Frank, Sigmund Freud, Heinrich Heine, Franz Kafka, Georg Kaiser, Erich Kästner, Alfred Kerr, Egon Erwin Kisch, Karl Kraus, Karl Liebknecht, Georg Lukács, Rosa Luxemburg, Heinrich Mann, Klaus Mann, Karl Marx, Robert Musil, Carl von Ossietzky, Alfred Polgar, Erich Maria Remarque, Ludwig Renn, Joachim Ringelnatz, Anna Seghers, Bertha von Suttner, Ernst Toller, Kurt Tucholsky, Arnold und Stefan Zweig, Ernest Hemingway, Jack London, Maxim Gorki, Wladimir Majakowski.

Pressemitteilung der Stadtverwaltung Schwerin