Skip to main content

Nachrichten Mecklenburg-Vorpommern

Lena Schöneborn mit historischem WM-Gold

Erfolgreiche WM im Modernen Fünfkampf in Berlin aus deutscher Sicht

Es gibt im Sport Gewinnerinnen und Gewinner, da schaut der „gemeine Sportfan“ kurz hin, nimmt davon Kenntnis – und schon ist die Aufmerksamkeit auf das nächste Sportereignis gerichtet.

LenaLaufen

Nicht so allerdings bei Lena Schöneborn (Jahrgang 1986), der Modernen Fünfkämpferin, die immer wieder da ist – und ganz besonders dann, wenn keiner unbedingt mit ihr rechnet. Wie aktuell bei den WM in Berlin, bei denen sie für das erste Einzel-Gold bei den Frauen bei Welt-Titelkämpfen im „MF“ überhaupt sorgte.

Staffel-Gold gewann die vielseitige und anmutige Athletin bereits 2005 in Warschau, aber seit 2007, seit den damaligen Heim-WM in Berlin, „rockt“ Lena so richtig den Modernen Fünfkampf. Zweimal Silber, einmal Bronze lautete ihre Bilanz 2007, aber wer sie bei ihren Wettkämpfen seinerzeit beobachtete, wußte – da ist ein echter Champion. Und so war es…

Ein Jahr später in Peking gab es Olympia-Gold. Natürlich historisch! Noch nie schaffte vor ihr eine Deutsche im Modernen Fünfkampf den Olympia-Sieg: Okay, Modernen Fünfkampf für Frauen „unter den olympischen Ringen“ gibt es ja auch erst seit 2000… Aber: Der erste und einzige Olympiasieg in dieser so traditionsreichen Sportart für Deutschland ging auf das sportliche Konto von Gotthard Handrick und datierte aus dem Jahr 1936, war also schon ziemlich „staubig“. Aus dem sportlichen Bewußtsein der Deutschen längst entglitten…

Wie die gesamte Sportart, die einst Pierre de Coubertin, der große Begründer der Olympischen Spiele der Neuzeit, erfand und die 1912 in das olympische Programm aufgenommen wurde.

Seinerzeit jedoch, also 2007, stand der Moderne Fünfkampf olympisch „auf der Kippe“. Einigen IOClern war er nicht modern, trendy genug, konnte Jugend und Sponsoren angeblich nicht mehr „ansprechen“, hatte vermeintlich „Staub“ angesetzt. Der „Moderne Fünfkampf“ zu „alt“, um „modern“ zu sein! Irrtum: Gerade mit der „Generation Lena“ begann das „sportliche Facelifting“ einer Sportart, wurde diese „entstaubt“, einer „Frisch-Zellen-Kur“ unterzogen.

Lena Schöneborn, Laura Asadauskaite (Litauen), Chen Quian (China), Yane Marques (Brasilien), Samantha Murray (Großbritannien) oder Margaux Isaksen (USA) – nur ein paar Beispiele von vielen – stehen dafür, was echte Frauen-Power im Sport ausmachen kann.

Lena ist dabei nicht nur eine großartige Hochleistungssportlerin, nein, sie denkt auch an das Leben nach dem Sport, studierte erfolgreich an der Hochschule für Wirtschaft und Recht in Berlin, sammelte bzw. sammelt fleißig berufspraktische Erfahrungen und „kann hervorragend mehrere Sätze geradeaus sagen“ – ein echtes Kommunikationstalent, insbesondere in puncto Moderner Fünfkampf.

Und sie ist eine „historisch fleißige Medaillen-Sammlerin“: einmal Gold 2008 bei Olympia in Peking, fünfmal Gold, fünfmal Silber, viermal Bronze bei den WM zwischen 2005 bzw. 2015 und bei den EM zwischen 2010 und 2014 viermal Gold, fünfmal Silber, zweimal Bronze.

Das setzte und setzt Maßstäbe, zumal Lena trotz aller Erfolge „immer auf dem Boden blieb“, ihre Natürlichkeit bewahrte. Eine Seltenheit im heutigen Hochleistungssport, in dem findige Manager, Vermarkter, „PR-Profis“ aus vielen Sportlerinnen und Sportlern „unnahbare Kunstobjekte“ schufen.

Die deutschen Medaillen bei den WM in Berlin 2015 – Gold durch Lena, Gold auch durch Marvin Faly Dogue/Alexander Nobis (Herren-Staffel), Silber für Lena, Annika Schleu sowie Janine Kohlmann (Damen-Mannschaft) – sorgten dafür, dass die deutschen Modernen Fünfkämpferinnen und Fünfkämpfer im „ewigen Medaillenspiegel“ seit 1949 nunmehr auf elfmal Gold, siebzehnmal Silber und zwanzigmal Bronze kommen.

Russen (mit UdSSR) mit 48 x Gold, 51 x Silber, 31 x Bronze und die Ungarn mit 50 x Gold, 42 x Silber, 33 x Bronze sind zwar – historisch betrachtet – deutlich besser als die Deutschen, aber anno 2015 „heimsten“ diese nur viermal Silber (Russland) und einmal Bronze (Ungarn) ein.

Andere konnten 2015 ganz goldig lächeln – und dazu gehörte auch Lena S.!

Klasse! Und nun geht es mit „viel Rückenwind“ zu Olympia nach Rio 2016…

Unter dem Zuckerhut und unter den olympischen Ringen läßt es sich bekanntlich hervorragend tanzen und „rocken“. Nächstes Olympia-Gold für Lena in zwölf Monaten – das wäre genial!

Marko Michels

Foto/Michels: Lena Schöneborn.


Ähnliche Beiträge