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Nachrichten Mecklenburg-Vorpommern

Landesauswahl für Bundeswettbewerb „Spitzenforschung und Innovation“ getroffen

Bildungsminister Tesch: Profilierungsprozess der Hochschulen erfolgreich

HT„Ich bin mit dem Ergebnis der Landesauswahl für das Programm „Spitzenforschung und Innovation in den Neuen Ländern“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) sehr zufrieden“, äußerte sich Wissenschaftsminister Henry Tesch.

Mecklenburg-Vorpommern wird im Bundeswettbewerb mit drei Projektanträgen vertreten sein. Dazu zählen GANI_MED der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald, Light2Hydrogen des Leibniz-Instituts für Katalyse an der Universität Rostock (LIKAT) sowie REMEDIS der Universität Rostock. Sie wurden von einer Landesjury aus insgesamt 13 Anträgen ausgewählt.

Minister Tesch: „Die hohe Zahl der Anträge und deren Qualität bezeugen, dass sich der Profilierungsprozess der Hochschulen gelohnt hat. Die Vernetzung mit leistungsfähigen Forschungseinrichtungen im In- und Ausland schafft große Potenziale für zukunftsfähige Arbeitsplätze in Mecklenburg-Vorpommern in den Forschungs- und Technologiefeldern der Gesundheits- und Energieforschung.“

Das Bildungsministerium hatte die VDI/VDE-Technologie + Innovation GmbH gemeinsam mit dem Institut für Organisationskommunikation GmbH mit der Vorbereitung und der Durchführung eines zweistufigen Auswahlprozesses durch eine Jury beauftragt. Sie gaben den Antragskonsortien methodische und fachliche Unterstützung bei der Antragstellung.

Herr Dr. Winfried Benz, der Vorsitzende der Landesjury und ehemalige Generalsekretär des Wissenschaftsrates, kommentierte die Auswahl mit den Worten: „Mecklenburg-Vorpommern kann der Bundesministerin drei überzeugende Anträge vorlegen! Die Jury ist von der Leistungsfähigkeit der Forschung der Hochschulen und Forschungsinstitute Mecklenburg-Vorpommerns  beeindruckt. Sie hat sich auf Grund der eingereichten Unterlagen und der  Präsentationen einstimmig für drei Verbünde entschieden“, so Herr Dr. Benz weiter.

Das Programm „Spitzenforschung und Innovation in den Neuen Ländern“ des BMBF verfolgt das Ziel, durch Kompetenzbündelung regionaler, nationaler und internationaler Partner aus Wissenschaft und Wirtschaft die Innovationsfähigkeit in den Neuen Ländern zu stärken. Dabei müssen die Hochschulen und Forschungseinrichtungen ihre spezifischen Stärken ausbauen und durch Kooperationen untereinander sowie mit ihren Partnern weiter entwickeln. Darüber hinaus ist auch die „Innovationskompetenz“ erforderlich, mit der Forschungsergebnisse in die Wirtschaft transferiert werden.

Mit dem Programm soll die Erarbeitung einer Strategie für profilbildende Entwicklungsschwerpunkte in den Neuen Ländern gefördert werden sowie die zu deren Umsetzung erforderlichen Projekte unterstützt werden. Das Gesamtvolumen  des Projektes beträgt 250 Millionen Euro. Den Verbünden, die am 15. Mai von der Jury des BMBF gewählt werden, stehen davon jeweils bis zu 15 Mio. € für eine fünfjährige Laufzeit zur Verfügung.

Die Projekte

GANI_MED-Greifswald Approach to Individualised Medicine

Das Vorhaben Gani_Med unter der Federführung der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald zielt auf die ganzheitliche Etablierung der personalisierten Medizin ab, die als Grundlage einer besseren, sichereren und wirtschaftlicheren Gesundheitsversorgung gilt. Das Konsortium verfolgt damit die Absicht, strukturelle und inhaltliche Standards als Basis für die flächendeckende Etablierung der individualisierten Medizin zu entwickeln und zukünftig einen gesellschaftlichen Mehrwert zu erreichen.

Das Projekt strebt die Kombination von zielorientierter Grundlagenforschung und klinischer Routine an, um eine fundierte Datenbasis für eine zukünftige individualisierte Medizin zu schaffen. Mittel- bis langfristig sollen dadurch konkrete Zusammenhänge zwischen Krankheitsbildern und personalisierten Eigenschaften der Patienten hergestellt werden können, um frühzeitig bestimmte Krankheiten diagnostizieren und langfristig auch therapieren zu können. Der Verbund will ein international anerkanntes Kompetenzzentrums für individualisierte Medizin errichten, an dessen Standards sich weitere Zentren orientieren sollen.

Dem Verbund gehören renommierte nationale und internationale Partner aus Wissenschaft und Wirtschaft an.

Im Bereich der Wissenschaft sind dies das Helmholtz Zentrum München (HMGU), das Dr. Margarete Fischer-Bosch-Institut für Klinische Pharmakologie, Stuttgart (IKP), das Deutsches Diabetes-Zentrum, Leibniz-Zentrum für Diabetesforschung an der Heinrich Heine Universität Düsseldorf, das Deutsche Krebsforschungszentrum, Heidelberg, das Universitätsklinikum Heidelberg, Zentrum für Informations- und Medizintechnik, der Lehrstuhl für Systematische Theologie/Ethik, Universität Erlangen-Nürnberg, das Interfakultäre Zentrum für Ethik in den Wissenschaften, Universität Tübingen und die Vanderbilt University School of Medicine, Nashville, USA.

Zu den Partnern aus der Wirtschaft gehören die Siemens AG (München), die Bruker Biospin GmbH (Rheinstetten), die Colenta Labortechnik GmbH & Co. KG (Wiener Neustadt / Österreich), die Decodon GmbH (Greifswald) und die Baltic Analytics GmbH (Greifswald).

Light2Hydrogen: Implementierung eines wissenschaftlichen Clusters Energie für die Zukunft – Photokatalytische Spaltung von Wasser zu Wasserstoff

Ziel des Vorhabens ist die Entwicklung von Grundlagen für eine Technologie auf photokatalytischer Basis, die mittels Sonnenlicht eine direkte Herstellung von Wasserstoff aus Wasser und nachwachsenden Rohstoffen erlaubt sowie deren erste technische Realisierung ermöglicht.

Das Konsortium wird angeführt vom Leibniz-Institut für Katalyse an der Universität Rostock (LIKAT), einem wissenschaftlich international führenden und auch in Industriekreisen hoch anerkannten Forschungsinstitut in Rostock. Aus der Region sind mehrere Arbeitsgruppen aus verschiedenen Instituten der Universität Rostock, insbesondere dem Departement Life, Light & Matter der Interdisziplinären Fakultät, sowie das Leibniz-Institut für Plasmaforschung und Technologie, Greifswald mit eigenen Arbeiten eingebunden. Weiterhin sind mehrere Arbeitsgruppen der Technischen Universität Berlin, des Max Planck Instituts für Kolloid- und Grenzflächenforschung in Potsdam-Golm, sowie des Helmholtz-Zentrums für Materialien und Energie (Berlin) involviert. Diese Partner wirken mit weiteren Instituten bereits im Excellenzcluster „Unifying Concepts in Catalysis (Unicat)“ in Berlin-Brandenburg zusammen. Internationale Verknüpfungen ergeben sich durch die Mitwirkung der Ecole Polytechnique Fédérale de Lausanne / Schweiz, des Massachusetts Institute of Technology in Boston/USA sowie des Center for Catalysis Research and Innovation in Ottawa/Kanada.

Obwohl die Thematik dieses Projektes noch nicht auf unmittelbare wirtschaftliche Verwertung ausgerichtet ist, sind die Antragsteller von Beginn an bemüht, den Kontakt zu den potenziellen Interessenten der Wirtschaft frühzeitig herzustellen. So wird u.a. die BalticFuel Cells GmbH zum Thema Brennstoffzellenentwicklung in das Konsortium mit eingebunden. Vor allem aber werden künftige Umsetzungsperspektiven in die Wirtschaft hinein durch die Einrichtung eines Industriebeirates von Anfang an beachtet.

REMEDIS: Regionale Entwicklung – Medizintechnische Innovation – Spitzenforschung

Das Projekt REMEDIS befasst sich mit hochinnovativer Medizintechnik. Der Fokus liegt auf Mikroimplantaten, die durch strukturmechanisches Design, gezielte Wirkstofffreisetzung oder spezifische Oberfläche optimale Therapien ermöglichen und dadurch die Lebensqualität der behandelten Patienten erhöhen. Die Biomaterialforschung stellt ein Herzstück des Verbundes dar. Einsatzorte dieser neuartigen Mikroimplantate sind das Herz-Kreislauf-System (Stents und Elektrostimulationselektroden) sowie die Sinnesorgane „Auge“ (Glaukomstents, Intraokularlinsen) und „Ohr“ (Tubenstents).

Im Projekt wird die gesamte Spanne zwischen Grundlagenforschung mit internationaler Reputation, anwendungsorientierter Forschung mit großem Markteintrittspotenzial und hochwertiger tierexperimenteller und klinischer Erprobung berücksichtigt.

Die antragstellende Universität Rostock mit dem Institut für Biomedizinische Technik hat national und international eine hohe Reputation. Es wird u.a. durch das vom BMBF geförderte und von der Universität verstetigte „Kompetenzzentrum für Biomaterialien“ unterstützt. Im Konsortium sind ausgewiesene nationale und internationale Partner aus Wissenschaft und Wirtschaft vertreten, wie etwa die Medizinische Hochschule Hannover mit ihren Exzellenzclustern REBIRTH und QUEST, das Laser Zentrum Hannover, die Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen, das University Medical Center Groningen (Niederlande) und u.a. die CORTRONIK GmbH (Warnemünde).


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