Die Schülerinnen und Schüler der Hundertwasser-Gesamtschule in Rostock-Lichtenhagen sprachen heute mit dem ehemaligen Neonazi Jörg Fischer-Aharon und dem Bundestagsabgeordneten Christian Kleiminger (SPD) über Rassismus und Rechtsextremismus.

Damit wollen sie ihrem Titel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ alle Ehre machen. Schirmherr des Aktionsprogramms an der Rostocker Schule ist der Wahlkreisabgeordnete Kleiminger.

Unter der Moderation von Leila Kleber (Endstation Rechts) befragten die jungen Leute Fischer-Aharon zu seiner Vergangenheit in der Nazi-Szene und wollten insbesondere wissen, was ihn dazu bewog, der Szene den Rücken zu kehren. Fischer-Aharon schilderte sehr ausführlich seine Erfahrungen.

Die neue rechte Szene sei besonders gefährlich, da sich eine Parallelgesellschaft entwickelt habe, die beinahe jeden Lebensbereich abdecke.

Kleiminger nach dem Gespräch: „Leider wird auch in der Region Rostock die Gefahr, die von Rechtsextremisten ausgeht, noch immer unterschätzt. Dagegen müssen wir etwas tun. Deshalb halte ich derartige Diskussionsrunden für sehr sinnvoll. Denn insbesondere die Jugend muss über die neuen Erscheinungsformen der Neonazi-Szene aufgeklärt werden“.

Der Politiker Kleiminger kündigte an, gern auch an weitere Schulen zu kommen, um mit den Jugendlichen – zu diesen oder auch anderen Themen – zu diskutieren.

Hintergrund:

Jörg Fischer-Aharon war als Schüler in rechtsextreme Kreisen geraten und gehörte dann über viele Jahre in verantwortlichen Funktionen der rechtsextremen Szene an.
Mittlerweile ist Jörg Fischer-Aharon gefragter Experte für Präventionsarbeit gegen Rechtsextremismus, Referent in der politischen Bildung (politische Stiftungen, Gewerkschaften, VHS) und Geschäftsführer des Bildungsvereins „haKadima – Bildungswerk für Demokratie und Kultur e.V.“.
Er arbeitet heute als Journalist u. a. für www.haGalil.com, Europas größtes jüdisches Internetmagazin, „die tageszeitung“ (taz), ARD (Fakt) und ZDF (Frontal21, Mona Lisa, aspekte), City Gay News Köln, www.mut-gegen-rechte-gewalt.de und www.juedische.at.

Diese Veranstaltung wurde initiiert und organisiert von Endstation Rechts und gefördert durch die Landeszentrale für politische Bildung.