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Nachrichten Mecklenburg-Vorpommern

Kinderarmutsrisiko Hartz IV endlich beseitigen – Mindestlöhne einführen

Mit dem Fachforum „Kinderarmut und Gesundheit“ hat die Landesarmutskonferenz auf ihrer heutigen Tagung nach Ansicht des Vorsitzenden der Linksfraktion, Prof. Dr. Wolfgang Methling, eines der drängendsten gesellschaftlichen Probleme auf die Tagesordnung gesetzt.


„Es ist besorgniserregend und beschämend, dass in einer so reichen Gesellschaft wie der unseren Kinder millionenfach in Armut leben müssen – mit allen negativen Folgen für ihre gesamte Entwicklung, für Gesundheit, Bildung und Freizeitgestaltung“, erklärte Methling am Mittwoch. Insbesondere seit Inkrafttreten von Hartz IV sei ein deutlicher Anstieg der Kinderarmut auch in Mecklenburg-Vorpommern zu verzeichnen. Rund 35 Prozent der Kinder und Jugendlichen leben in Hartz-IV-Familien oder in Familien, die ein so geringes Einkommen haben, dass sie allein davon ihre Existenz nicht sichern können.

„Politik darf nicht länger die Augen davor verschließen, dass Kinderarmut in direktem Zusammenhang mit dieser zutiefst unsozialen Gesetzgebung sowie niedrigsten Löhnen steht, die viele Familien mit ihren Kindern in Existenznöte stürzen“, forderte Methling. „Das Armutsrisiko Hartz IV muss endlich gestoppt werden und ein flächendeckender gesetzlicher Mindestlohn muss her“, betonte Methling.

Vor dem Hintergrund, dass auch die Große Koalition stets betont, sie wolle Kinderarmut bekämpfen, sei es unverständlich, dass Anträge der Linksfraktion, die eine Verbesserung der Situation von Kindern in Hartz-IV-Familien zum Ziel haben, regelmäßig abgebügelt werden. „Ob es um das für eine gesunde Ernährung so wichtige Anliegen wie ein kostenfreies Mittagessen für Kinder an Grundschulen geht oder die Berücksichtigung der Bildungskosten bei den Hartz-IV-Regelsätzen, ein entsprechender Korrekturbedarf wird von den Regierungsfraktionen offenbar nicht gesehen“, kritisiert Methling. Deshalb sei es wichtig, dass sich die Landesarmutskonferenz verstärkt dieser Thematik zuwendet und sie in die Öffentlichkeit trägt. „Vielleicht kann es ja das eine oder andere Umdenken bewirken und die Landesregierung dazu bewegen, endlich verstärkt aktiv zu werden im Kampf gegen Kinderarmut.“


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