Ziel ist die Internationale Physikolympiade in Thailand

Wie stark erwärmt sich die Bremse eines Fallturms in einem Vergnügungspark? Und wie kann es sein, dass man den Deckel eines Aquariums aus einem Blickwinkel sieht, aus einem anderen jedoch nicht? Mit diesen und ähnlichen Fragen beschäftigten sich über den Sommer mehrere hunderte Schüler aus ganz Deutschland. Ihr Ziel: einer der fünf Plätze der deutschen Mannschaft für die Internationale Physikolympiade (IPhO) in Thailand. Eine Station auf dem Weg dorthin wird für 100 der Besten von ihnen vom 8.-10. Oktober das Institut für Physik der Universität Rostock sein.

Die IPhO (http://www.ipho.info) ist ein jährlicher Wettbewerb, bei dem Schüler aus allen Teilen der Welt ihre Fähigkeiten im Lösen theoretischer Aufgaben und experimenteller Probleme unter Beweis stellen. Zur 41. Olympiade in Kroatien konnte die deutsche Mannschaft sehr erfolgreich abschneiden. Die 42. Olympiade wird 2011 in Thailand stattfinden. Die Plätze im deutschen Team sind begehrt, und der Wettbewerb für 2011 hat bereits begonnen. Vier Auswahlrunden gilt es dafür zu bestehen. Die erfolgreichsten Teilnehmer der ersten Stufe bearbeiten gerade die anspruchsvolleren Aufgaben der zweiten Serie.

Was motiviert die Schüler, sich in ihrer Freizeit damit zu beschäftigen? „Zum einen ist es die Herausforderung, die Probleme zu lösen. Zum anderen ist es großartig, mit ähnlich Interessierten zusammen zu treffen“, diese Meinung teilen viele Teilnehmer des Wettbewerbs. Dass es am Ende nur fünf von ihnen in die Mannschaft schaffen können tut dabei der freundschaftlichen Atmosphäre keinen Abbruch. Denn eines verbindet wohl alle: die Faszination an der Physik.

Zur Förderung dieser Begeisterung für das Fach wurde 2004 der gemeinnützige Verein Orpheus e.V. (www.orpheus-verein.de) ins Leben gerufen. Er organisiert ein jährliches Seminar für die Teilnehmer des Wettbewerbs. In diesem Jahr wird diese gemeinsam mit dem Institut für Physik der Universität Rostock (www.didaktik.physik.uni-rostock.de) und Frau Prof. Dr. Heidi Reinholz, der Landesbeauftragten Mecklenburg-Vorpommerns für die Physikolympiade, organisiert. Dank der Vorbereitung von Dr. Andreas von Czarnowski und Matthias Hofstetter werden die Teilnehmer an der Universität Rostock auch selbst experimentieren können. Viele der dabei verwendeten Versuchsplätze kommen sonst in der regulären Physikausbildung von Studenten zum Einsatz.

Einen Höhepunkt stellt sicher auch die naturwissenschaftliche Schauvorlesung der „Rostocker Stadtphysikanten“ dar. Zum fachlichen Austausch werden außerdem Seminarleiter von ihrer aktuellen Arbeit berichten, und Teilnehmer in Vorträgen ein von ihnen gewähltes Thema vorstellen können. Natürlich ist in der Jugendherberge Warnemünde auch eine nicht-physikalische Abendgestaltung vorgesehen.

Den Teilnehmern steht also ein ereignisreiches Wochenende bevor. All das wäre nicht ohne finanzielle Unterstützung durch die Wilhelm und Else Heraeus-Stiftung, die Universität Rostock, die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) und die Europäische Physikalische Gesellschaft (EPA) möglich gewesen. Mit deren Hilfe kann die Begeisterung für die vielleicht zukünftigen Physiker nicht nur gefördert werden: Denn bekanntlich gehören Freude und Wissen zu den wenigen Dinge, die sich vermehren, wenn man sie teilt.